Archiv für den Monat: Juni 2015

Ochsenziemer

29. April 2015

Wuff wuff,

immer wenn Carlotta mit Herrchen einkaufen geht, versucht sie, dabei auch an mich zu denken. „Wir müssen Carl Otto noch was mitbringen“, so lautet meist die Einleitung zu einer Diskussion über Sinn oder Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln oder Spielzeug für mich. Neben der Sinnfrage gibt es oft Budgetdiskussionen, aber Carlotta erweist sich im Austausch von Argumenten als äußerst durchsetzungsstark und gewieft.
Nicht immer kommen aus meiner Sicht zufriedenstellende Ergebnisse heraus, aber was zählt ist ja schließlich auch die gute Absicht.
Natürlich bleiben mir Herrchens Nebensätze und Sticheleien nicht verborgen. Wenn er beispielsweise erzählt, dass unser Kater Findus mit einer Dose Trockenfutter für 89 Cent einen Monat lang auskommen kann und sich seine Nahrungsergänzungsmittel selbst aus dem Unterholz besorgt, geht mir das schon nah.
Ein Blick auf die Rechnung für mein Hundefutter verwandelt mein ach so bewunderswertes fox-red schnell in Schamesröte, denn Frauchen ordert für mich immer nur das beste Futter aus dem Internet. Ist ja (mit Herrchens Kreditkarte) auch so herrlich einfach und funktioniert bei Kleidung und Schuhen ebenso gut. Das finden auch die Töchter.
Herrchen vertritt eigentlich die Ansicht, dass ein Hund lieb sein sollte; ich bin halt lieb und teuer.
Was wird denn so gekauft?
Carlotta: „Otto braucht ein Quietsche-Spielzeug!“
Herrchen: „Das nervt doch nur!“
Ergebnis: sie kaufen zwei, weil man sich nicht einigen kann.
Hier das von Carlotta:
Quietsche-Spielzeug
Sagt jetzt bitte nichts und denkt Euch Euren Teil.
Das gilt auch für das nächste Foto mit dem Quietsche-Spielzeug von Herrchen.
K-Frage
Herrchen möchte das Foto wohl einsetzen, falls meine K-Frage mal wieder akut werden sollte.

In der Regel wird so ein Einkauf aber nicht nur für Spielzeug verwendet, sondern auch für den Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln, angefangen vom „Leckerli“ für den schnellen Genuss (Belohnung) bis hin zum „Dauerkauer“, wenn man uns Hunde auf längere Zeit beschäftigen möchte.

Heute wurde das Repertoire um eine Leberwurst aus der Tube und einen Ochsenziemer für 8 Euro erweitert.
„Alma liebt die und hat schon 5 Stück davon verputzt“ war das entscheidende Argument von Carlotta, was Herrchen zu der Anschaffung eines Ochsenziemers veranlasste. Sollte es die kleine „Prinzessin Alma vom Aussichtsreich“ so viel besser haben als sein kleiner Carl Otto?
Da lässt er sich doch nicht lumpen, zumal Carlotta sonst noch Geiz an seinem Kragen feststellen könnte, oder wie nennt Ihr Menschen das, wenn man nicht alle Wünsche seiner Tochter erfüllt?

Nun habe ich den ersten Teil vom Ochsenziemer verknuspert, wobei dieses Wort eigentlich nicht so richtig passt, denn er ist eher zäh und knorpelig. Aber ich gebe zu, Alma hat recht, das schmeckt uns Hunden gut. Herrchen bemerkt zwar einen etwas strengen Geruch und stellt mit Recht die Frage, von welchem Körperteil eines Ochsen denn dieses ca. 90 Zentimeter lange, knorpelige Stück überhaupt stamme. Der Schwanz kann es ja wohl kaum sein, denn der landet bekanntermaßen in „menschlichen Suppen“.

Das Internet bringt es an den Tag: wir Hunde bekommen von Euch Menschen „männliche Fortpflanzungsorgane von Rindern, bei denen die K-Frage bereits frühzeitig geklärt wurde“ als Knabberstangen angeboten.
Alma, hast Du das gewusst!?
Ich werde mich mit dem Thema Hundenahrung wohl mal ausführlicher beschäftigen müssen.
Nun knabbere ich aber erst mal weiter und muss darüber nachdenken, ob Ethik und leckeres Essen einander beeinflussen sollten.
Schwierige Frage!
Gibt es bei Hunden eigentlich Vegetarier?

Es gibt noch so viel zu entdecken!

Wuff wuff

Euer Carl Otto

PS: wusstet Ihr eigentlich, dass Ihr Menschen diese Ochsenziemer seit Jahrhunderten als beliebte Folterinstrumente zum Auspeitschen missbraucht?
Das schockiert mich schon! Euch nicht?

Ordnung – angeboren oder nicht…

27. April 2015

Wuff wuff,

Ihr kennt ja inzwischen meine Einstellung zu Züchtungen und Rassen, aber trotzdem lässt es sich nicht leugnen, dass es gewisse Dinge gibt, die scheinbar angeboren sind.
Wir Labradore scheinen dabei eine gewisse Affinität zu Wasser zu haben, was ich als kleiner Hund als „Pitsche-Patsche-in-der-Matsche“ getauft habe.
Bei dem Treffen mit meinen Geschwistern zeigte sich recht schnell, dass wir das alle lieben und nur ein bis zwei ihr Fell lieber sauber lassen. Alma ist wirklich eine echte „Matsche-Patsche-Tante“ und verhielt sich wirklich nicht wie die Prinzessin vom Aussichtsreich, die ihr Fellchen nicht schmutzig machen möchte. Das imponiert mir!
Matschen und Patschen

Bei den Menschen in unserer Familie ist das mit der Ordnung so eine Sache, wo ich mir Gedanken mache, ob etwas angeboren ist, oder einfach nicht gelernt wurde.
„Wer Ordnung hält, ist zu faul zum Suchen“, so lautet die Hauptausrede aller Messis. (So nennt man die „Ordnungs-Chaoten“ bei Menschen.)
Herrchen ist nach meiner Einschätzung ein geborener Messi, der aber trotz Chaos weiß, wo sich seine Dinge beim letzten Kontakt befunden haben. Um so mehr rastet er förmlich aus, wenn sein Nachwuchs, ich, oder sogenannte Freunde des Hauses „seine Ordnung“ durcheinander bringen.
Die Familienmitglieder haben nämlich erkannt, dass man bestimmte Utensilien im Chaos von Herrchen immer am gewohnten Platz finden kann.
„Wo ist mein …“, dann folgen Gegenstände wie Ladegerät, Werkzeug, Telefon, Schlüssel, Bier … gefolgt von großem Wehklagen. Herrchen ist nämlich zu faul zum Suchen und möchte eigentlich lieber das Übel an der Wurzel packen und damit den Täter finden!
Aus allen Zimmern und in jeder Tonhöhe hört man dann: „Ich war es nicht!“, dem Frauchen noch ein „Stell Dich nicht so an!“ folgen lässt.
Ihr gut gemeinter Rat, die Dinge unmissverständlich zu beschriften, führt zu recht skurrilen Erscheinungen. Aber selbst die schriftliche Androhung der Todesstrafe führt bei den Missetätern zu keinerlei Hemmungen, diese Teile für eigene Zwecke zu gebrauchen.
Es ist also für Herrchen eher hoffnungslos, so dass er sein Chaos quasi zur Abschreckung immer größer werden lässt.
Die Frage, die sich mir nun stellt, lautet: „anerzogen oder angeboren!?“
In beiden Fällen trifft Herrchen daher eine Mitschuld, wovon ich Frauchen aber auch nicht freisprechen kann. Denn wenn Herrchen seine Kinder dazu drängt, mehr Ordnung zu halten und zu schaffen, ist der Satz „Fang doch erst mal selbst damit an“ aus pädagogischer Sicht nicht ohne Brisanz.
Man könnte fast meinen, dass seine Rolle als „Erziehungsberechtigter im Hinblick auf Ordnung“ deutlich geschwächt wird und ihn in eine Form von „Ordnungs-Resignation“ treibt.
Das bringt Frauchen in die Rolle der „erziehungsberechtigten Ordnungshüterin mit Richtlinienkompetenz“.
Diese Rolle interpretiert sie jedoch eher einseitig, denn sie scheut den mühsamen Prozess der Erziehung zur Ordnung, und die Appelle an Herrchen sind eher halbherzig, da sie einsehen muss, in 30 Jahren kaum Fortschritte gemacht zu haben, was die „Theorie des Angeborenen“ unterstützt.
Man könnte in unserer Familie den Eindruck gewinnen, dass jeder in seinem Zimmer den Harz nachbauen möchte. Bei Herrchen sind es Aktenberge, bei Benni Flaschenberge und bei Pauline Klamottenberge und man bekommt fast den Eindruck, dass es einen unausgesprochenen Wettkampf gibt, wer die höchsten Berge schafft.
Pauline aber hat gestern ihr Zimmer aufgeräumt, so dass nur noch die Zimmer von Herrchen und Benni Lawinengefahr bergen.
Vielleicht verfolgt Frauchen ja die „Strategie des guten Vorbildes“ und hofft auf ein Abfärben auf die Kinder. Die Aussicht auf Einsicht ist aber höchst spekulativ.
„Ordnung ist das halbe Leben“, wie man bei euch Menschen sagt, leider kann ich das als kleiner Hund und großer Beobachter hier nicht bestätigen, sondern eher ein kleiner Bruchteil.

Manchmal benötigt es ja einen Anstoß zur Einsicht, so wie vorhin.
Kater Findus hat sein „Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom“ wohl gestern zum Ausdruck gebracht, indem er auf die Matte vor der Terrassentür einen Haufen gesetzt hat.
Ich möchte die Tat des Kollegen nicht kommentieren, aber Benny war gestern Tatzeuge, sah sich jedoch nicht genötigt, „ordnungspolitisch“ eingreifen zu müssen. Im Gegenteil, er versuchte die buchstäblich „beschissene Situation“ politisch korrekt auszusitzen.
Vorhin traf ihn der Moment der Reue und Einsicht, da er barfuß in die „Katzenschitte“ getreten ist.

Ob ihm das eine Lehre ist?
Ich werde weiter beobachten und berichten!

Ein geordnetes Wuff wuff

Carl Otto

„Der will doch nur spielen…“

24. April 2015

Wuff wuff,

da bin ich wieder, die Menschen haben beim Fußballgucken große Freude gehabt und Icaro hat seinen 18. Geburtstag gefeiert.
„Der will doch nur spielen“ ist ein beliebter, von Hilflosigkeit geprägter Satz, den die Menschen gerne verwenden, wenn sie uns nicht mehr unter Kontrolle haben.
Dabei wissen die meisten Menschen gar nicht, wo und wie wir spielen möchten.
Wir Labradore bevorzugen (angeblich) als Spielstätten Orte, wo es möglichst nass, dreckig oder laut ist. Das werde ich morgen beim Familientreffen mal kritisch überprüfen.
Man sagt ja, dass das Fell bei einem Labrador selbstreinigend sei – das ist natürlich physikalisch betrachtet völliger Blödsinn.
Trocknung
Es ist somit ein besonderes Vergnügen, wenn wir von draußen ins Haus kommen und die Menschen an unserer Spielfreude teilhaben lassen. Dann werden alle plötzlich sehr hektisch und kommen mit Tüchern und Lappen, um die „Dokumente des freudvollen Spielens“ zu beseitigen oder Schlimmeres zu vermeiden.

Aber, liebe Menschen, wer sich einen Hund anschafft, handelt doch auch ein wenig nach dem Motto „zurück zur Natur“. Wenn wir einige „Erinnerungs-Stücke“ aus der Natur mit ins Haus bringen, wird unsere „Experimentierfreudigkeit“ nicht immer geteilt.
Vorgestern hatte ich auf meinem „Speiseplan der Natur“ Hirschlosung gewählt und mit großem Appetit verschlungen. Später im Wohnzimmer habe ich Herrchen noch mal meinen gesamten Mageninhalt gezeigt, damit er sehen kann, wie ausgewogen die Ernährung eines Labradors ist.
Man sagt ja, dass ein Labrador ein Vielfraß ist.
Ich finde das zwar übertrieben, möchte diese These allerdings nicht ganz abstreiten.
Man nimmt halt, was einem vor der Nase liegt.

Da ist zum Beispiel diese Sache mit Icaros Geburtstagskuchen, einer imposanten Ansammlung von Geschmacksschichten mit einem Herzen aus Wassermelone, die Benny als Überraschung geschaffen hat. Das war eigentlich auch kein richtiger Kuchen, denn er wurde in der Garage eingelagert. Wie dumm und unaufmerksam von Icaro, mich in die Garage zu lassen und dort sogar einzuschließen.
Erst nach 30 Minuten hatte man mich vermisst und wiedergefunden.
So lange benötigt natürlich kein Labrador, um sich auf Krisenzeiten einzustellen und Präventivmaßnahmen gegen eine “mögliche Hungersnot” einzuleiten.
Frauchen war natürlich etwas traurig, dass ein hand-gemalter antiker Teller dabei zu Bruch gegangen ist, aber solche Teller gehören doch auch nicht in eine Garage!

Aber nun bin ich wieder von Hölzchen zum Stöckchen gekommen, (beziehungsweise von Hirschlosung zum Geburtstagskuchen) dabei wollte ich doch eigentlich erzählen, was wir Hunde gerne spielen.
Das eine Spiel trägt den simplen, aber treffenden Titel „Hol’s dir doch „.
Zunächst gilt es, ein „Objekt der Begierde“ zu finden, das der Spielpartner auch wirklich gerne haben möchte. Wir Hunde sind da ja oft mit einem Hölzchen oder Stöckchen zufrieden.
Aika und Otto spielen Hols Dir doch
Was macht Ihr Menschen? Ihr spielt Eure eigenen Spiele und lasst „die dummen Hunde“ sich um Stöckchen zanken.
Daher wechseln wir auch gerne mal das Objekt der Begierde, um Euch in unser Spiel mit einzubeziehen.
Qualitätstest2

Dabei leisten wir einen wertvollen Beitrag zur Qualitätsverbesserung z.B. bei Puppen und Schuhen. Dieser kleine Stoffelch beispielsweise ist bei unserem Qualitätstest eiskalt durchgefallen!
Der Stoff-Elch in seinen letzten Sekunden
Der Stoff-Hund bekam von uns Qualitäts-Testern dagegen Höchstnoten.
Qualitätstest

Der ist eigentlich schon so etwas wie ein Freund, wenn sonst keiner da ist.
mein Freund aus Stoff
Das hat Herrchen natürlich erkannt und veranstaltet mit meinem „Objekt der Begierde“ Suchspiele. Ich muss mich dann still hinsetzen und Herrchen versteckt den Hund in einem anderen Zimmer. Wenn ich ihn gefunden habe, bekomme ich meist lobende Worte und/oder ein Leckerli. Herrchen macht dieses Suchspiel immer komplizierter.
Jetzt soll ich schon einen Schuh, den er mir vorher vor die Nase gehalten hat, aus einem Schuh-Haufen im Eingangsbereich heraus suchen.
Das kann ich wirklich recht gut, die ganze Angelegenheit hat jedoch einen klitzekleinen Haken:
Liebe Menschen, habt Ihr mal selbst an Euren Füßen und Schuhen gerochen? Das hat die Natur schon gut eingerichtet, dass Eure Nasen von Euren Füßen so weit entfernt sind. Wir Hunde haben ja recht feine Nasen und bewegen uns leider oft in Euren Problemzonen. Suchspiele sind ja eher Menschenspiele, es sei denn es geht um „Futtersuche“.

Zurück zu den Hundespielen.
Das zweite Spiel heißt: „Fang mich doch“.
Das spielen wir Hunde mit großer Freude. Wenn ich mit Herrchen auf die Hundewiese gehe, ist das eigentlich unser Lieblingsspiel. Leider sind meine Kumpels oft noch flinker als ich, aber ich übe und wachse ja noch.
Oft wird die Frage, wer schneller ist, auch kombiniert mit der Frage, wer stärker ist.
Die Kunst des Spielens besteht darin ,Antworten auf diese Fragen zu finden, ohne den Anderen zu verletzen. Es reicht ja auch schon, wenn der Stolz verletzt ist, dass die anderen Hunde schneller oder stärker sind.
Dann gibt es noch die „Spielverderber“, die es natürlich bei Euch Menschen, aber auch bei den Hunden gibt. Die könnte man auch gemeinsam als „blöde Hunde“ bezeichnen.
Die echten „blöden Hunde“ knurren manchmal genervt oder wollen richtig beißen. Die blöden Menschen mischen sich in unsere Spiele ein und rufen irgendwelche sinnlosen Kommandos. Haben menschliche Forscher denn noch nicht festgestellt, dass bei richtigen Hundespielen die Ohren eines Hundes nicht vollständig durchblutet werden, wodurch die allgemeine Hörfähigkeit für den Frequenzbereich der menschlichen Stimmen beinahe ausgeschaltet ist?
Das ist jedenfalls meine persönliche Wahrnehmung.
Überhaupt habe ich das Gefühl, dass Ihr Menschen das Spiel „Fang mich doch“ nicht so gerne spielt. Nur der kleine Leo ist da die große Ausnahme!
Ihr Menschen seid oft zu faul und kompensiert Eure Bewegungsfaulheit mit „Kommandos der Unterdrückung des freien Hundewillens“.
Ihr seid Hunde-Spielmuffel!
Stattdessen sollen wir Hunde lahme Jogger auf ihrem Fitness-Trip begleiten. Wie öde und langweilig ist das denn?!
Dann werft Ihr Stöckchen und andere sinnlose Gegenstände durch die Gegend, damit wir uns abhetzen und Ihr verschnaufen könnt?!
So, das musste hier mal gesagt und erklärt werden.
Ich muss jetzt mit Herrchen auf die Hundewiese zum Spielen und freue mich schon auf das morgige Treffen mit Mama und den Geschwistern.
Die meisten Menschen sagen, ich komme optisch nach der Mama. Da bin ich wirklich mal gespannt!
Und Alma durfte ich ja auch drei Wochen lang nicht sehen, da werden wir wohl mal richtig loslegen.

Wuff wuff

Euer Carl Otto

Blauer Haufen

Blauer Haufen – das Paradies der Hunde

24. April 2015

Wuff wuff,

vorhin habe ich wieder mit Herrchen unseren Vormittags-Spaziergang gemacht. Da gehen wir gemeinsam eine sogenannte „Große Runde“, obwohl die Bezeichnung wohl mehr von Frauchen stammt, denn ich habe mit Herrchen schon größere Ausflüge gemacht. Er klagt aber im Moment über sein Knie.
Wenn er auf seinem iPad genug rumgetippt und rumgeguckt hat, kann er meinem flehenden Blick irgendwann nicht mehr widerstehen und wir ziehen los.
Dabei haben wir wohl gemeinsam festgestellt, dass jeder von uns beiden ein paar freudvolle Momente braucht, um am Ende zufrieden nach Hause zu kommen.
Am Anfang muss ich ihm das Gefühl geben, dass ich ein gehorsamer Hund bin, der nicht auf die Straße läuft und kontrolliert neben ihm bleibt.
Soll er es ruhig glauben, denn so erarbeite ich mir Wohlwollen auf der Hundewiese vorm Haus. Hier erledige ich auch gerne die großen und kleinen Geschäfte, denn schließlich bin ich der Hund eines Geschäftsmanns.
Nun beginnt eigentlich der spannende Teil, denn man weiß nie, wem man heute noch begegnet.
Komischerweise haben die anderen Hunde immer ein „Frauchen“ dabei, während ich mit „Herrchen“ meine Runden drehe. Habt Ihr eigentlich mal darüber nachgedacht, was für bescheuerte Bezeichnungen Ihr Menschen vergebt?!
Wenn ich mit Pauline oder Carlotta eine Runde drehe, sind das dann „Kindchen“?
Aber jetzt komme ich schon wieder vom Thema „Blauer Haufen“ ab.
Da sich dort nahezu alle Hunde der Stadt treffen, könnte man diese herrliche, große Wiese eigentlich „Brauner Haufen“ nennen, denn hier wird von den Hundehaltern großzügig darauf verzichtet, „Geschäfts-Erfolge“ einzutüten und im Restmüll zu entsorgen. Muss ich extra erwähnen, dass es die gleichen Hundehalter sind, die den Leinenzwang etwas weitläufiger interpretieren?
Die Farbbezeichnung „blau“ bezieht sich wohl auf das Heidekraut, das ich aber selbst noch nie hab blühen sehen.
Früher, nach dem 2. Weltkrieg, haben die Engländer aus dem Blauen Haufen einen kleinen Golfplatz gemacht, der aber mangels Pflege und mit Hilfe von uns Hunden längst nicht mehr erkennbar ist. Da wächst nun die Heide, sofern sie nicht ein Fallschirmflieger bei der Landung zertrampelt. Die versuchen aber geschickt Heidekraut, Hundehaufen oder Hunde allgemein zu meiden.
An sonnigen Tagen genießt Herrchen den blauen Blauen Haufen, weil wir je nach Lust und Laune anderen aus dem Weg gehen können.
Hundehalter haben die Neigung (Herrchen spricht von einem „unstillbaren Verlangen“), mit anderen ins Gespräch kommen zu wollen.
Das kann den eigenen Gedankenfluss doch ein wenig stören, und das Gefühl und Bedürfnis, im Einklang mit der Natur zu sein, ist scheinbar nicht jedermanns (oder „jederfraus“) Sache.
Ich sehe das recht locker, denn jeder findet meinen Namen originell und gut merkbar.
Meine Farbe scheint auch etwas Besonderes zu sein und netterweise finden mich auch noch alle „total schön“. Das macht natürlich stolz, obwohl Alma noch schöner ist als ich. Aber warten wir doch mal das Geschwistertreffen morgen ab.
Da wird vielleicht auch unter uns Hunden getuschelt. („Guck mal, der ist ja immer noch so fett!“)
Bei mir werden die Anderen vielleicht sagen: „Guck mal, der „kleine“ Carl Otto!“
Ihr müsst wissen, ich war unter den 12 Geschwistern der Kleinste.
Aber warten wir doch mal ab, wer sich morgen zeigen wird.
Ich werde natürlich auch gespannt auf das Urteil der Menschen hören.
Ach übrigens, wusstet Ihr, dass wir Hunde eigentlich farbenblind (wie Herrchen) sind.
Unsere seltene Farbe „Foxred“ können wir gar nicht als solche sehen und wertschätzen. Farbenblindheit ist bei den Menschen primär auf die Männer beschränkt, daher loben wohl hauptsächlich Frauchen meine Farbe.
Apropos „Foxred“, Ihr glaubt gar nicht, wie viel „Fuchs“ in uns Hunden steckt. Da habe ich mich mal bei Wikipedia schlau gemacht, denn auf der Hundewiese werden wir meist mit Wölfen verglichen.
So ein Quatsch, denn bei dem ersten Hund, den ich heute getroffen habe, war wirklich überhaupt nichts, was an einen Wolf erinnert. Eher an ein Wiesel, denn der war wirklich „wieselflink“, was ich neidlos anerkennen musste.
Der Name war allerdings so komisch, dass ich ihn schon wieder vergessen habe.

Im Moment liegt scheinbar im Trend, sich einen „verwahrlosten Hund aus dem Ausland “ zu holen. Herrchen nennt diese armen Tiere „ausländische Straßenköter mit Trauma und exotischen Krankheiten“ , und das stimmt wohl auch im Kern, obwohl „aufwändig importierte Mischlingshunde mit therapeutischer und medizinischer Hilfsbedürftigkeit“ irgendwie positiver klingt.
Solche Hunde werden in der Regel nur von „Frauchen“ gesucht und gefunden.
Was gibt es da zu kompensieren? Warum müssen diese armen Geschöpfe so lange Strecken zurück legen?
Wir müssen uns ja auch mit diesen armen Kreaturen beschäftigen, die sich in der einen oder anderen Richtung als Problemfall am Blauen Haufen entpuppen.
Ob die entsprechenden Frauchen von Herrchen auch als „Problemfall“ eingestuft werden, habe ich noch nicht heraus gefunden.
Da Tessa und Gudrun solche „Import-Hunde“ haben, wird er sich wohl auch hüten, dazu eine klare Meinung zu formulieren.
Andererseits muss man es aber auch so sehen, dass diesen armen Hunden geholfen wird und sie so eine tolle zweite Chance bekommen.

Mir als Hund kann es ja eigentlich völlig egal sein, wer sich aus welchen Gründen auch immer welchen Hund anschafft.
Trotzdem macht man sich da so seine Gedanken und versucht, zwischen Hund und Hundehalter Zusammenhänge herzustellen.
Das ist bei einer Gruppe von 5 oder mehr Hundehaltern schon ein interessantes Spiel.
Da gibt es einmal den Typ der „Ähnlichen“, frei nach dem Motto: „Dicke Frau hat dicken Hund“ oder „Hübsche Frau hat hübschen Hund“ (wie z. B. bei Alma oder Aika).
Aber das würde jetzt wirklich zu lange dauern, das genauer zu analysieren.

Ich unterscheide die Hundehalter mal grob und egoistisch in zwei Gruppen: „mit Leckerli“ und „ohne Leckerli“.
Die entscheidende Frage für einen Labrador wie mich lautet: „Was muss ich tun, um ein Leckerli zu bekommen.“ (Von der anderen Gruppe ist ja bestenfalls ein Lob zu bekommen, aber davon wird man nicht satt.)
Es ist die hohe Kunst, sich in der Gunst der „Leckerli-Gruppe“ hochzuarbeiten, aber ich werde immer besser und weiß, was zu tun oder zu lassen ist, um ein Leckerli zu erarbeiten.
Aika hat da neulich doch eine etwas merkwürdigere Taktik eingeschlagen. Erst beißt sie einem Boxer ins Ohr und dann bekommt sie vom Boxer-Frauchen ein Leckerli.
Liebe Menschen, denkt doch mal nach, was andere Hunde daraus lernen!
Hat Aika mitbekommen, dass ihr Frauchen der Dame am Ende 55 Euro für die Arztrechnung geben musste? – teures Leckerli!
Es ist halt auch nicht jeder Hund mit einer „hunde-philosophischen Grundsatz-Ethik“ ausgestattet wie ich.
Grundsätzlich sind wir ja bereit, für ein Leckerli vielerlei Dinge zu tun, aber liebe Menschen: bitte beachtet die Grundregeln!
„Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu“, so lautet doch ein Grundsatz menschlichen Miteinanderlebens.
Natürlich stehen wir Hunde recht sicher auf vier Pfoten im Leben, so dass uns so schnell nichts umwirft, aber lasst uns bitte angemessene Dinge tun, damit wir unser Leckerli ehrlich verdient haben.
Das ist doch eigentlich ein sauberes Geschäft.
Natürlich könnte man als Hunde-Philosoph auch die andere Seite der Medaille betrachten.
Was ist, wenn ich die Leckerli von fremden Hundehaltern erwerbe?
Welche Konsequenzen hat dies für deren eigenen Hund?
Muss er nun darben?
Wie sollen sich Hunde moralisch korrekt verhalten, deren Frauchen keine Leckerli dabei haben?
Mit zu vielen Gedanken kann man sich allerdings ganz schön den Tag versauen oder unnötig verrückt machen.

Am Blauen Haufen gelten daher die „sportlichen Regeln“ und die „freie Marktwirtschaft der Leckerlies“, nach dem Motto: „Jeder ist sich selbst der Nächste“ und „Was drin ist, das ist drin“ (außer bei Hirschlosung).

Am Ende einer großen Runde gebe ich Herrchen übrigens wieder das gute Gefühl, mich mit seinen Kommandos im Griff zu haben. Denn spätestens, wenn wir nach Hause kommen, bringt er seine Zufriedenheit mit Leckerlies zum Ausdruck.
Die Moral: Das Leben
ist ein Nehmen und Geben!
Anders herum wäre es sinnvoller, aber dann reimt es sich nicht.

Es grüßt Euch als poetischer Hunde-Philosoph

Euer Carl Otto

Tor, Tor, Tooor

21. April 2015

Wuff wuff,

hier spielt gleich im Fernsehen der FC Bayern gegen Porto und Herrchen ist ganz angespannt. Wir Hunde haben von Fußball ja wenig Ahnung, obwohl in unserem Garten einige Fußbälle herumliegen. Diese teilen jedoch ein gemeinsames Schicksal.
Sie liegen in der Regel außerhalb der Rasenfläche und sind meistens platt.
An Ersterem sind die Menschen Schuld, weil sie scheinbar das unstillbare Verlangen haben, mit dem Fuß gegen einen Ball zu treten, bis er unerreichbar in einem Beet liegen bleibt.
Wir Hunde verspüren weniger das Verlangen, einem Ball mit den Pfoten in eine Richtung rollen zu lassen.
Wir versuchen eher, das Rollen zu verhindern und rollenden Bällen hinterher zu laufen.
Hier mal meine Schwester Alma, die ein Ballprofi ist.
Alma und Otto mit Fußball
Eine echte Zufriedenheit ergibt sich für uns Hunde allerdings erst, wenn wir die Luft aus dem Beutestück gelassen haben, und dazu benutzen wir lieber unsere Zähne.
Beim Fußball im Fernsehen ist das etwas anders, denn da muss das Runde ins Eckige und höchstens der Reporter sagt, dass aus einem Spiel die Luft raus ist. Bei uns Hunden muss wohl eher das Eckige (Zähnchen) ins Runde (Ball)
Beim Fußball laufen also unterschiedlich gekleidete Mannschaften einem Ball hinterher und Herrchen hat schon innerhalb von 45 Minuten fünf Mal laut „Tor“ gebrüllt. Eine solche Lautstärke kannte ich bisher nur, wenn ich auf der Straße den Verkehr selbständig regeln möchte oder Maxi seiner häufigen Euphorie auf verbaler Ebene Ausdruck verleiht.
Wir Hunde ja spielen eigentlich lieber andere Spiele, wie beispielsweise „Fangen“ oder „Suchen“.
Aber das erzähle ich lieber ein andermal, denn Herrchen muss jetzt die zweite Halbzeit gucken.

Wuff wuff

Euer Carl Otto

Dynamit

Pinkelprobleme und rassige Ansichten

22.April 2015

Wuff wuff,

seit ein paar Wochen vermisse ich meine Schwester Alma immer mehr. Gut, ich gebe ja zu, dass ich am Anfang etwas genervt war, wenn sie keine Ruhe geben wollte.
Aber ohne Alma ist es nun doch eindeutig zu ruhig.
Man erzählt sich hier, sie habe eine „OhPe“ gehabt, und auch das sonderbare Wort mit “K” ist wieder gefallen. Irgendwie verfolgt mich das Gefühl, dass nicht von einer “Konfirmation” die Rede war.
Letzte Woche kam Herrchen von einem schönen Spaziergang mit mir zurück und erzählte: „Stellt Euch vor, heute hat Otto sein Bein gehoben!“
Das war natürlich völlig unbeabsichtigt (von uns beiden!), denn plötzlich nahm Carlotta das garstige Wort „Kastration“ in den Mund und verlangte eine Auskunft nach einem „OP-Termin“.
Seit diesem Zeitpunkt habe ich meine „Pinkel-Technik“ wieder umgestellt und mache mir lieber auf die Hinterbeine, als dass dieses grausame Thema hier nochmal aktuell wird.
Wenn man drei Wochen nach einem OP-Termin immer noch nicht mit seinem Bruder spielen darf, dann ist das doch total blöd. Die Menschen geben dafür auch noch Geld aus.
Letzte Woche hatte Maxi plötzlich auch einen OP-Termin. Vermutlich hatte auch er beim Pinkeln einen Fehler gemacht. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie ruhig das in Goslar sein kann, wenn Maxi und Alma fehlen.
Um der Ruhe ein wenig entgegen zu wirken, habe ich nun angefangen, das Bellen zu üben. Es klappt eigentlich schon ganz gut, auch wenn ich eigentlich gar nicht so richtig weiß, wofür das gut ist. Andere Hunde machen das jedoch auch, also muss es ja irgendeinen Sinn haben.
Mal werde ich gelobt, wenn ich belle, mal getadelt, so dass ich momentan noch experimentiere, ob Bellen gut oder schlecht ist.
Wenn es klingelt und ich belle, sind die Menschen meist zufrieden mit mir, sofern ich beim Öffnen der Türe mit dem Bellen aufhöre.
Dann kommt aber der nächste Punkt, der mir das Leben als Hund nicht so einfach macht.
Wie begrüße ich Menschen?!
Wir Labradore haben da ein breites Spektrum, um unsere Zuneigung zu Menschen und unsere Begeisterung zum Ausdruck zu bringen. Das geht los beim „sprunghaften Küsschen“, auch „Luftikuss“ genannt, bei dem man den Menschen im Sprung mit einer feuchten Schnauze oder Zunge im Gesicht trifft. Ein Hundekuss ist deutlich schmerzfreier und liebevoller als ein Pferdekuss, wird aber trotzdem nur von wenigen Menschen geschätzt.
Das „Freuden-Tänzchen“, bei dem wir auf den Hinterbeinen tänzelnd stehen bleiben und mit unseren Vorderpfoten nach möglichst hellen Kleidungsstücken suchen, um dort einen bleibenden Eindruck (oder Ausdruck) zu hinterlassen, findet auch kaum Anklang. Aika würde „to make a print“ sagen.
Ginge es nach chemischen Reinigungen, so würde diese Begrüßungsform schon in der Welpen-Schule trainiert werden.
Schwanzwedeln und hektisches Hin- und Hergelaufe finden die meisten Menschen wohl am angemessensten, um unsere Wertschätzung gezeigt zu bekommen.
Was aber machen Menschen bei uns Hunden!?
Ständig glauben die Menschen, dass Hunde gestreichelt oder getätschelt werden möchten.
Wollen wir von Menschen geküsst werden?
Die einzigen Küsse, die wir mögen, sind Neger-Küsse, aber so darf man ja bei Euch Menschen nicht reden, weil das „rassistisch“ klingt. Im Grundgesetz der Menschen ist verankert, dass der Mensch nicht aufgrund von Äußerlichkeiten oder Religion diskriminiert werden soll. Das klappt, zumindest während meines kurzen Hundelebens, nur recht bedingt bei Euch Menschen, wenn ich mir im Fernsehen nach der Hundefutter-Werbung notgedrungen die Nachrichten ansehe.
Aber den Firlefanz mit Rassen macht Ihr Menschen ja mit uns Hunden auch.
Reicht es Euch denn nicht, dass es Hunde gibt, die mal größer oder kleiner, mal dicker oder dünner sind?! Nein, es müssen Rassen gebildet werden, wo man einer gewissen Norm entsprechen muss, um dazu gehören zu dürfen.
Aber wie entsteht denn so eine neue Rasse?
Musste sich doch meine Schwester Alma (vom rauchenden Peter in der Hundeschule) vor einiger Zeit anhören, sie sei nicht „reinrassig“. Ist das etwa der Grund für eine Kastration?

Wir haben doch erstklassige Papiere und tragen im Nachnamen ein „von“.
Herrchen hat einen „Ahnenpass” vorliegen, wo folgendes drinsteht: „Carl Otto von der Ulenburg“
Da ist sogar vermerkt, wie meine Ur-Ur-Großeltern alle hießen. Wer gut in Mathe aufgepasst hat, weiß, dass es 16 Namen sein müssen, 8 mütterlicherseits und 8 väterlicherseits.
Jetzt kommt’s, der Name meiner Mutter lautet „Dark Red Flame Made in Heaven“, ihre Ur-Ur-Großmutter war ein „Silver Moonlight’s Jolly Girl“.
Haben wir da nicht eine „himmlische Bestimmung“, diesen Stammbaum fortzusetzen?

Uns fragt ja keiner!
Alma hat es schon erwischt und ich bin gespannt, wer bei unserem Geschwistertreffen bereits die K-Frage gestellt bekommen hat.
Werden Rassehunde hier gar diskriminiert?!
Jeder Straßenköter in Ungarn oder Spanien darf sich hemmungslos vermehren und wird dann irgendwann nach Deutschland geholt, um dort von netten Hundehaltern verhätschelt und getätschelt zu werden. Die Kölner Ottos haben jetzt eine Luna aus der Pusta, die in Köln ständig einen vollen Fressnapf hat.
Davon kann ich nur träumen, denn meiner ist immer sekundenschnell wieder leer und benötigt Ewigkeiten, bis er wieder gefüllt ist.
Katzen und Mischlings-Hunde werden in Deutschland scheinbar hofiert.
Das Grundgesetz sollte auch bei Hunden Anwendung finden.
Fehlt eigentlich nur noch, dass Ihr aus uns Rassehunden Vegetarier macht, die nur noch Tofu essen dürfen.
Rassehunde aller Länder, vereinigt euch, bevor der OP-Termin das Ende bedeutet.

Halten wir doch noch mal fest, was ich kleiner Hunde-Philosoph nun zu Hunderassen und Rassehunden verstanden habe.
Wenn sich ein paar Hunde ähnlich sehen und verschiedene Eltern mit klangvollen Namen haben, dann kann man sie zu einer Rasse erklären.
Dann muss man nur noch einen Züchterverein gründen und Ahnenpässe ausstellen.
Ach übrigens: auf unserer Hundewiese ist es völlig gleichgültig, welche Rasse ein Hund hat, Hauptsache er ist nett zu mir und spielt mit mir.
Warum spielt ihr Menschen da nicht mit und macht das mit den Rassen so ernst?

Wuff wuff,
Euer nachdenklicher Carl Otto

Wesenstest für Soldaten und Kampf-Hunde?

14. April 2015

Wuff wuff,

bisher bin ich in Goslar nur netten Hunden und Menschen begegnet, so dass ich viele Dinge, die ich in der Zeitung lese oder nach der Hundefutterwerbung im Fernsehen sehe, noch nicht so richtig verstehe. Eure Nachrichten bestehen ja viel zu oft aus Grausamkeiten, die Ihr Menschen Euch gegenseitig antut.
Ihr Menschen habt ja die Neigung, alles gut zu organisieren und zu planen, indem Ihr ein Ordnungsamt habt, die Polizei und Gerichte, die sich sowohl um menschliche Probleme als auch mit uns Hunden beschäftigen.
Dann gibt es ja dann noch die Politiker, die von Euch gewählt wurden, damit sie die Dinge, die wichtig sind, übergeordnet regeln. Im Zusammenhang mit Geld habe ich ja schon mal die Meinung vertreten, dass eure Politiker nicht gerade durch hohen Sachverstand auffallen.
Aber beim Umgang mit uns Hunden kommen mir noch mehr Zweifel.
Vor etwa zwei Monaten fiel den Politikern in Goslar wohl ein, dass man bestimmte Rassen mit einer höheren Steuer belasten sollte. Dabei hatte man wohl Hunderassen ausgewählt, bei denen der Kaumuskel schon genetisch bedingt deutlich ausgeprägter ist als bei mir, und ihnen die Bezeichnung „Kampfhunde“ gegeben.

Wesenstest

Glaubt Ihr wirklich, dass diese Politiker auch nur ein einziges Mal einen solchen Hund in natura gesehen haben?
Glaubt Ihr wirklich, dass eine Rasse ein Wesensmerkmal ist?
Nun gibt es in Goslar auch nur 14 Hunde, die diesen festgelegten Rassen entsprechen.
Ihr merkt daran, dass es sich um ein besonders wichtiges Problem in Goslar handelt.
Nun müsst Ihr wissen, dass zwei der betroffenen Vierbeiner ausgebildete Rettungshunde sind und einer von ihnen in seiner Jugend ein traumatisches Erlebnis hatte, weil er von einem Rehpinscher gebissen wurde.
Nun kamen die Politiker in Goslar vielleicht doch zu der Einsicht, ein wenig über das Ziel hinausgeschossen zu sein und haben den betroffenen Hundehaltern angeboten, die Steuerlast (es handelt sich dabei übrigens im eine Verachtfachung!) mit einem Wesenstest wieder senken zu können.
Dieser Test kostet dann zwischen 500 und 1.000 Euro.
Ich wundere mich manchmal, wie solche Politiker von Euch gewählt werden konnten, und habe Euch ja schon mal geschrieben, dass das Problem bei uns Hunden oft am anderen Ende der Leine sitzt oder steht.

Menschen kommen ja auch nicht als „Kampfhunde“ zur Welt, sondern man sucht gezielt nach geeigneten Exemplaren, die man gezielt zu „Soldaten“ macht.
Wie wäre es, wenn man die Steuern für alle Soldaten hoch setzt, bis ein Wesenstest zeigt, dass sie „friedliche Kameraden“ sind. Wenn man das weltweit machen würde, dann…
Ach, was versteht so ein „selbsternannter Politik-Kritiker“ schon von den wirklich wichtigen Fragen, die die Politik lösen muss.

Aber ich kann mich dennoch nicht so ganz von dem Eindruck befreien, dass sich Eure Politiker an weniger wichtigen Fragen abarbeiten, weil sie für die drängenden Probleme keine Lösungen haben und von ihrer Hilflosigkeit ablenken wollen.
Aber nun bin ich wieder abgeschweift und wollte auf prägende Erlebnisse und Erziehung zu sprechen kommen.
Frage: Kann man so zu einem Kampfhund werden?

Schoßhündchen-Erziehung
Schoßhündchen-Erziehung

Ihr Menschen habt es in der Hand, was aus uns wird, denn wir möchten Euch gefallen!

Grüße vom „Schoßhündchen“

Carl Otto

Die Party-Nacht

11. April 2015

Wuff wuff,

Ich hatte ja inmitten der Geschehnisse von Paulines Geburtstag mit meinem Schreiben begonnen.
Nun möchte ich dieses Ereignis aber auch in einer Nachschau betrachten.
Pauline ist heute immer noch ganz happy, bis auf einen klitzekleinen Punkt: sie hat nichts von ihrer Patentante aus Bonn gehört oder gelesen.
Danach hatte sie heute Herrchen gefragt und der wusste auch keine Antwort.

Rein quantitativ spielte dieses Fehlen aber keine Rolle, da alleine heute Mittag 18 Danke-Emails in Paulines Postfach rauschten und sie scheinbar ihren Ruf als ultimative „Party-Queen von Goslar“ hat festigen können.
Zunächst ging es bei uns im Garten mit ausgewählten Freunden los, die ich an meinen Pfoten gar nicht abzählen konnte.

Das Motto lautete „Schatzsuche“ oder auch „Schnapssuche“, da bin ich mir nicht ganz sicher. Ich glaube, es war von beidem etwas, denn irgendwie hatte Benny da seine Finger im Spiel. Wo sollen denn sonst 17-jährige Schnaps herbekommen?

Um 21 Uhr ging dann die große Party in Maltes Garten los. Da hatte Herrchen ein Feuer gemacht und den Garten mit Teelichtern beleuchtet.
Warum es der bisher wärmste und sonnigste Tag in diesem Jahr war?
Glück gehörte wohl dazu, und der Glaube, dass es klappen könnte!
Herrchen hat eine Weile den „Oberaufseher“ gemacht, aber das war eigentlich nicht nötig. Später, nachdem Herrchen die Engländer und Carlotta nach Hause gebracht hat, durfte ich dann auch mal den „Anstands-Wauwau“ spielen, obwohl ich ja noch gar nicht so richtig weiß, was Anstand bedeutet.
Aber da wurde anständig gefeiert, denn alle hatten Spaß. Benny und seine Kumpels, die sonst bei uns ihre „Nachtschicht“ verbringen, waren inzwischen auch da, und Icaro und sein brasilianischer Freund Victor auch. Der hatte allerdings die Gitarre, die Herrchen für ihn mitgebracht hatte, noch gar nicht benutzt, weil er wohl sehr durstig war und immer eine Flasche in der Hand halten musste.
Herrchen war sehr schnell der Ansicht, dass unsere Anwesenheit nicht notwendig sei.

Carlotta hatte Herrchen auch schon mit übelsten Vorwürfen bedacht, weil er mich in die „Party-Szene“ einführen wollte. Dreck, Scherben, Lärm, Dunkelheit, das waren ihre Argumente. Herrchen vertrat die Ansicht, dass „erweiterte Erfahrungen“ auch wichtig für den Werdegang eines jungen Hundes in der Familie S. seien.
Nun war ich ja schon recht enttäuscht, dass „erweiterte Erfahrungen“ von einer solch kurzen Dauer sein sollten. Laute Musik, fröhliche Menschen, spannende Dunkelheit in Abwechslung mit Feuerschein, da sollte ich gleich wieder weg!?

Die 250 Hundelängen bis zum Auto wird Herrchen so schnell nicht vergessen, denn ich habe ganz tief in meine „Hunde-Trickkiste“ gegriffen.
Wirklich alles habe ich versucht: langsames Bremsen, Ausweichen nach links oder rechts, Vollbremsung, Knurren, Röcheln, Springen… das volle Programm eben.
Herrchen hat natürlich auch in seine Trickkiste gegriffen: Lob, Tadel, Verlockungen, Drohungen und was den Menschen in ihrer Verzweiflung noch so einfällt, wenn ein Hund nicht so will wie sie möchten … oder auch umgekehrt.
Dann kam der ultimative Trick, mit dem er glaubte, einen Junghund wie mich austricksen zu können. Er ließ die Leine fallen und stolzierte mit großen Schritten in Richtung Auto.
Ich glaube, er hatte mit ernster Stimme „Fuß“ oder „Komm mit“ gerufen, aber leider konnte ich es kaum verstehen, da ich in Rekordzeit wieder zur Party gestürmt bin.
Nach einer halben Stunde sind wir dann gemeinsam zum Auto gegangen, damit Herrchen auch ein gutes Gefühl mit ins Bett nehmen durfte.
Ich bin halt gerne „mittendrin“.
Das ist auch der Grund, warum ich jetzt Schluss machen muss.
Plötzlich sind hier Vincent und Thadäus, die Engländer, Benny und seine Kumpels. Aika ist auch gerade gekommen.
Das Nachtleben hat hier schon wieder begonnen, jetzt ich muss mich nur noch entscheiden, wo man heute am besten „mittendrin“ ist.

Aber das finde ich jetzt heraus!

Wuff wuff
Euer Carl Otto

Geld, Freunde und Geburtstage

10. April 2015

Wuff wuff,

nun habe ich in meinem kleinen Hundeleben schon ein Paar Geburtstage in der Familie mitbekommen.
Bei Carlotta fand eigentlich gar kein Geburtstag statt, weil sie nie so richtig weiß, ob und wie man ihn feiern soll. Vielleicht war ich an Ihrem Geburtstag aber auch noch zu klein und kann mich nicht so richtig daran erinnern, denn da war ich erst 9 Wochen alt.
Der Geburtstag von Maxi ist mir jedoch schon eher in Erinnerung geblieben, denn da war es laut und hektisch wie auf einem Bahnhof und Maxis laute Stimme und frohe Stimmung wusste mich schon damals zu beeindrucken.
Da kann man sich ja heute schon ausmalen, was dann bei seinem nächsten Geburtstag auf dem Burgberg los sein wird.
Benny hat seinen Geburtstag, wie Ihr Euch denken könnt, natürlich in der ersten Sekunde mit seinen Kumpels und uns feiern können, um ihn am Abend in ähnlicher Runde wieder ausklingen zu lassen.
Bei Herrchen ging es deutlich ruhiger zu und man feierte in vertrauter Runde. Ab einem gewissen Alter gibt es wohl nichts mehr zu feiern.
Ganz im Gegenteil zu Frauchen, wo sich halb Goslar in unserer Küche zu einem köstlichen Essen versammelte.
Natürlich hatte Frauchen, geplagt von der Sorge, es könnten nicht alle satt werden, an ihrem Geburtstag nochmal sämtliche Vorräte aufgestockt und zusätzliche Suppen gekocht. Sie hätte ganz Goslar einladen können, woraufhin die Familie noch eine Woche lang Suppe geschlürft hätte, bevor man für die Reste den Sperrmüll ruft.
Das war jetzt leicht geschwindelt, damit meine Beine nicht so lang werden, denn ich bin jetzt schon so groß wie Aika. (Oh, schon wieder geschwindelt, aber ”fast”!)

Nun komme ich aber zum heutigen Geburtstagskind Pauline.
Eigentlich, so erzählt man sich hier manchmal, sollte sie ja in der französischen Schweiz sein. Aber so lange ich denken kann, ist sie immer in Goslar gewesen.
Daher kann ich mir auch ein Urteil über ihr Wesen erlauben.
Pauline hat ein recht ausgeprägtes soziales Netzwerk, so nennt man das wohl heute.
Früher sagte man wohl „einen Haufen Freunde“.
Es gibt bei den Menschen scheinbar Möglichkeiten, über kleine Geräte miteinander zu kommunizieren. Dabei kann man wohl schreiben oder sprechen, und so mit anderen Menschen in Kontakt treten, die sich nicht in der Nähe befinden.
Das wirkt auf einen kleinen Hund schon ganz schön befremdlich, wenn mehrere Menschen in einem Raum sitzen und sich mit den kleinen Dingern mehr beschäftigen als mit den Menschen im Raum oder mit mir.
Es gibt bei Freunden scheinbar einige kleine, aber feine Unterschiede. Unterscheiden wir mal zwischen analogen und digitalen oder echten und virtuellen Freunde. Da mag es sicherlich Zwischenstufen geben, aber so ganz verstehe ich das noch nicht mit meinem kleinen Hundehirn.
Es scheint mir aber so zu sein, dass sich die Menschen immer mehr mit den Freunden im virtuellen Raum beschäftigen, und die in unmittelbarer Nähe vernachlässigen. Wie muss man sich das aber dann vorstellen, wenn sie mit den virtuellen Freunden in einem Raum sitzen? Dann sind ja plötzlich die heute „analogen Freunde“ die virtuellen. Ihr versteht?! Der Gedanke verwirrt mich immer mehr.

Herrchen hat ja auch so ein etwas größeres digitales Ding. Er nennt das „Ei-Ped“, obwohl es eher eckig als rund oder Ei-förmig ist. Er behauptet immer, dass er damit arbeite, doch die Tatsache, dass ich darauf schreiben darf, zeigt ja, dass er scheinbar nicht viel arbeiten muss.
Er faselt da gerne was von „virtueller Arbeit“, aber das nimmt ihm hier keiner so richtig ab. Er verweist zwar auch gerne auf die Tatsache, dass das Futter für mich ja irgendwie verdient werden müsse, aber mit einem Ei-Ped?
Na ja, und die anderen Familienmitglieder haben ja scheinbar auch noch Wünsche, die Geld kosten. Geld ist ja auch so eine Sache, an die sich ein kleiner Hund erst gewöhnen muss.
„pecuniam non olet“ (Geld stinkt nicht), das haben die alten Römer schon gewusst, und, das kann ich bestätigen, es schmeckt auch nicht. Für so ein paar Papierstücke mit Zahlen bekommt man sogar einen jungen Hund oder ein Auto.

So gesehen finde ich solche Gegenstände deutlich besser als Geld und meine Familie scheinbar auch, denn sonst hätten sie mich nicht (und auch nicht so viele Autos).

Beim Geld scheint es ähnlich zu sein, wie bei den Freunden, denn auch da gibt es virtuelles Geld. Statt Scheinen gibt es auch noch „scheinbares Geld“, unter volkswirtschaftlicher Betrachtungsweise auch “Schulden” genannt.
Aber das scheinen einige Menschen nicht zu verstehen, so hat es zumindest für mich den „An-Schein“. Besonders Griechen und Neurömer können schein-bar nicht mit Geld umgehen, was wiederum anderen Nationen stinkt.
Aber was weiß schon ein kleiner Hund von der Welt… und wieder bin ich von Hölzchen auf Stöckchen gekommen, was man einem kleinen Hund nachsehen darf, der tagtäglich solchen Gegenständen hinterher rennen soll.

Eigentlich wollte ich doch von Pauline und Geburtstagen schreiben, obwohl das doch irgendwie auch mit Geldscheinen zusammen hängt.
Das findet zumindest Herrchen, nachdem er die Einkaufsliste für die Party gelesen hat.
7 Kisten Bier, 2 Kisten Biermischgetränke, 3 Kisten Cola, Fanta, Sprite, das sind die Dinge, die ich mir merken konnte. Wobei einem doch sofort auffällt, dass Wasser auf der Liste fehlt.
Herrchens Ohnmacht ist zum Glück schnell abgeklungen, denn er war ja vorgewarnt, als Pauline die erwartete Gästezahl nannte.
Wenn man überlegt, dass um Mitternacht schon jede Menge Leute in den Geburtstag hinein gefeiert und sich beim Frühstück ebenfalls circa 15 Personen um Pauline versammelt haben, muss man kein Prophet sein, um festzustellen, dass auch ihr Geburtstag hier in Goslar höchsten Stellenwert genießt.
Apropos Genuss, heute wurde beschlossen, im Beisein des Geburtstagskindes auf Fleischgenuss zu verzichten. Bei mir wurde da zum Glück eine Ausnahme gemacht.
So ist es doch erstmal verständlich, wenn Icaro den Geburtstag von Pauline zunächst eher „Käse“ findet.

Nun habe ich mal wieder das Thema verfehlt oder den Faden verloren, obwohl hier „Leinenpflicht“ herrscht, aber das ist hier ja Interpretationssache.

Wuff wuff

Euer Carl Otto

PS: Bei uns ist am 24. April „Familienfest“, wo ich mich mit meinen Geschwistern treffe (eine Art Konfirmation, wo wir uns gemeinsam zum Labrador-Tum bekennen).
Klar, dass ich dabei bin. Hey, wisst ihr eigentlich, was ein Zaunpfahl ist?
Wir Hunde pinkeln dran, aber Menschen winken „buchstäblich“ damit.

Nomen est Omen

8. April 2015

Wuff wuff,

Nomen est omen – das ist wohl lateinisch und kann scheinbar vielseitig interpretiert werden. „Der Name ist Programm“ wäre eine Deutung.
Warum heiße ich Otto?
Otto als Name
Nun laufe ich schon eine ganze Zeit hier durch die Gegend und habe noch keinen anderen Hund getroffen, der auch Otto heißt. Otto scheint also kein bekannter Hundename zu sein, sondern eher ein „Menschenname“.
Zwei Menschen wohnen zwei Häuser weiter von hier und hören zumindest auf den Namen, wenn man „Frau“ oder „Herr“ davor sagt. Das klingt schon lustig, wenn ich mit denen unterwegs bin und an meine Lauscher ein „Da kommen die Ottos mit dem Otto!“ dringt.
Aber auch viele Mülltonnen tragen meinen Namen, was mich nicht unbedingt mit Stolz erfüllt.
Wie das nun einmal so ist, hat man bei seiner eigenen Namenswahl keinerlei Mitspracherecht und meinen Züchter trifft quasi die Schuld. Dabei muss ich den Mann in Schutz nehmen, denn wer kann sich schon 12 Namen auf einmal ausdenken, wenn 12 kleine Welpen das Licht der Welt erblicken (nun ja, bei uns war es ein Kellerlicht).
Alma wurde ja noch umgetauft und ich habe schon vergessen, welchen Namen sie vorher hatte. Das erweckt irgendwie den Eindruck, als ob Namen nur Schall und Rauch wären.
Bei einer Familie, die eine Katze weiblichen Geschlechts „Uwe“ nennt, hätte ein Umtaufen meines Namens auch noch viel verheerendere Folgen haben können. Somit behalte ich lieber meinen menschlichen Namen Carl Otto. Bei einem Herrchen, der auf den Namen Mockel hört, kann man ja auch nicht viel erwarten, und da seine jüngste Tochter Carlotta heißt, war es für ihn mit dem Merken des Namens wohl am einfachsten.
Zu Bennys Leidwesen hatte Herrchen immerhin vereiteln können, dass ich für den Rest meines Lebens auf Namen wie Django oder Vortex hätte hören müssen.
Wenn mein Herrchen mich anderen Leuten vorstellt, haben die immer so ein Lächeln im Gesicht. Ich bin mir allerdings nicht so ganz klar, ob ich Ironie schon gut erkennen kann. Dafür kennt mich jeder sofort mit Namen.

Aika und Alma starten da in einer ganz anderen Klasse, weil man sich da keine Eselsbrücken bauen kann. Ihr wisst doch was das ist? Zum Beispiel ein „Name wie eine Mülltonne“ oder “ein Name, der vorwärts genau so geschrieben wird, wie rückwärts”.
Mit den beiden Hundedamen komme ich immer besser zurecht. Alma war jetzt bald eine Woche nicht da, weil sie eine OP hatte. Das muss wohl was Blödes („Irgend-so-eine Frauengeschichte“) gewesen sein. „Die hat es hinter sich“ habe ich irgendwo gehört, bin mir aber nicht ganz sicher, ob Alma oder Wilma gemeint war, die jetzt im Hundehimmel ist.
Alma hat jetzt aber ganz sicher einiges „vor sich“, denn ich habe mir gestern das neue „Zuhause“ auf dem Burgberg angesehen. Das ist noch so geheim, dass es kaum jemand weiß. Gestern wurde allerdings schon mit Sekt angestoßen und ich kann Alma nur gratulieren. Ob Maxi sich wohl auch Gedanken darüber gemacht hat, wie Almas Haufen wieder vom Burgberg verschwinden?
Spätestens wenn der erste Gast Almas Tretminen an der Sohle ins Aussichtsreich trägt, könnte das Thema Brisanz entwickeln.

Aber besser ein „Haufen-Problem“ als einen Haufen Probleme.
Oder: Lieber im Aussichtsreich, als aussichtsarm.

Es wufft Euer kleiner „Hunde-Philosoph“

Carl Otto