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Prolog

Wuff wuff,

ich heiße ‚Carl Otto von der Uhlenburg‘ und bin in einem kleinen Nest namens Pollhagen beim Schein einer Neonröhre zusammen mit 11 Geschwistern ans Licht der Welt gekommen.
Unsere Mama hatte es bestimmt nicht leicht mit uns, denn ständig gab es Gedränge an den Zitzen, die uns mit Energie zum „Wachsen und Gedeihen“ versorgen sollten.
Wäre nicht ab und zu eine hilfreiche Hand von Holger da gewesen, die den kleinen Carl Otto an die „Quellen der Kraft“ geschoben hätten, wäre ich vermutlich noch kleiner und mickriger gewesen als ich schon war.
Nach und nach kamen immer wieder neue Menschen zu unserer Kiste, um den Einen oder Anderen heraus zu nehmen und mit Entzücken zu begutachten. Wir Geschwister dachten uns zu nächst noch nichts dabei, aber der kleine Carl Otto fing nun doch an, mehr und mehr nachzudenken. Hunde machen sich ja eigentlich keine Gedanken um die Zukunft, aber ich beschloss, ein besonderer Hund zu sein und zu werden, der sich so seine Gedanken über viele Dinge macht, die Euch Menschen und uns Hunde bewegen.
Mein Horizont sollte nicht am Rand einer Wurfkiste enden, sondern der kleine Otto nahm sich nun vor, die Dinge in größeren Zusammenhängen zu sehen und die Welt der Hunde und der Menschen als kleiner „Hunde-Forscher“ oder „Forscher-Hund“ zu begreifen.
Auch wenn es ein permanentes Gewusel und konkurrierendes Gedränge unter uns Geschwistern gab, ist es natürlich toll und kuschelig, wenn man Einer von so Vielen sein kann.
Nun hatte ich nun bald herausgefunden, dass immer neue Menschen zu uns kamen, um IHREN Hund zu finden. “ Den möchten wir gerne haben“ war wohl die Zauberformel, dass unser Holger dann den nächsten Menschen sagte, dass dieser Welpe weg sei.
Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, wie viele Menschen letztendlich an unserer Wurfkiste waren, bis wir alle weg waren.

Trubel in der Wurfkiste: Bitte nimm mich mit.
Wer möchte einen Hund kaufen.! Bitte nimm mich?

Eines Tages kamen ein junger Mann und seine Freundin, die in meinem Beisein telefonierten und dabei lachend erzählten, dass ein Carl Otto noch zu haben sei und der Name doch prima zu Carlotta passen würde.
Diese Beiden hatten sich für meine Schwester Alma entschieden, mit der ich in der Wurfkiste immer besonders gerne gespielt habe.
Zwei Tage später wurde eine Familie in unseren Keller geführt, und die wollte gerne Carl Otto ansehen.

Carl Otto schläft, obwohl Kundschaft wartet.
Carl Otto schläft, obwohl Kundschaft wartet.

Dummerweise in einem Moment, wo ich meinen zahlreichen Gedanken nachhing und nachging. Mein Züchter meinte, ich würde schlafen, aber er konnte von meinen „schlummernden Talenten“ ja noch nichts ahnen.
Die Familie suchte zu meinem Glück auch eher einen ruhigen Hund, womit ich ja scheinbar schon den ersten Pluspunkt gesammelt hatte. Zunächst wurden meine Geschwister auf den Arm genommen, bis ich mich etwas unbeholfen in der Wurfkiste auf den Weg zu meinen Interessenten machte. Nun musste mir der große Wurf gelingen, denn es gab nur noch denn dicken Carl Heinz und mich, den tapsigen kleinen Carl Otto.
Alle durften mich auf den Arm nehmen und ich merkte, dass die meisten Herzen für mich schlugen. Der Mann sagte gleich: „den nehmen wir, der ist schön ruhig und der Name passt zu uns“ Auch alle Kinder hatten mich gleich in ihr Herz geschlossen.

Stilles Bewerbungsgespräch mit dem zukünftigen Frauchen.
Stilles Bewerbungsgespräch mit dem zukünftigen Frauchen.

Bliebe da nur noch die Frau und Mutter von den Kindern, die mich zwar niedlich fand, aber es für eine Entscheidung auch noch viel zu früh fand.
Immerhin war Carl Heinz von vornherein aus ihrer Gunst gefallen, da sie keinesfalls einen zu dicken Hund haben wollte.
Oh bitte, lass diese Frau zu einer Entscheidung finden, waren meine flehenden Gedanken, aber die erlösenden Worte kamen nicht über ihre Lippen.

So hieß es für mich weiterhin „Hoffen und Harren“. Sollte ich gar der Letzte sein?!
Ich hörte auch schon wie Holger, unser Züchter am Telefon den Namen Carl Heinz aussprach. Was für ein dummes Gefühl, als Letzter ausgewählt zu werden.
Es gibt zwar bei den Menschen den tröstenden Spruch “ Die Letzten werden die Ersten sein“ , aber man muss nur mal in Ruhe nachdenken, wie der Spruch weitergehen könnte. „… die vom Löwen gefressen werden, oder die überholt werden“
Habt Ihr schon mal davon gehört, das ein Letzter glücklich und zufrieden war.
Vielleicht kann ich das auch noch nicht so richtig einschätzen als kleiner Welpe, aber zumindest beim Zahnarzt glauben Menschen, dass sie glücklicher sind, wenn sie als Letzte dran sind. Das könnte man aber auch umgekehrt sehen, und zumindest ich wollte nicht der Letzte sein.
Zwei Tage später hörte ich, dass ich nun reserviert sei. Was für eine Spannung.
Endlich war der ‚Tag der Entscheidungen‘ gekommen, denn auch Interessenten für Carl Heinz schien gefunden.
Wer würde nun die „rote Laterne des Losers“ in unserer Wurfkiste als schweres Los zum Start ins Leben tragen müssen?
Zum Glück kam meine neue Familie mit leichtem Vorsprung, aber aus der Sicht von Carl Heinz wurde ich nur Vorletzter und er Zweiter.
Das kann ich schon mal als Sichtweise fürs Lebens übernehmen: es kommt jeweils auf den Betrachtungswinkel an.
Aus meiner Sicht hatte ich mit meiner neuen Familie einen Volltreffer gelandet, denn ich musste eigentlich nur die Anzahl der Hunde in meinem Umfeld gegen Menschen tauschen.
Bei der Abholung war ich schon längst nicht mehr der Letzte, sondern war einer der Ersten, der zusammen mit Alma abgeholt wurden.
Das gibt doch gleich bessere Gefühle.

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Hier habe ich noch mal von meiner Mama verabschiedet, die sich auch strikt weigerte, mir einen letzten Schluck zu geben. So wurde ich zusammen mit Alma in ein grünes großes Auto geladen, um meine Zukunft in einer neuen Familie aber auch in Almas Nähe zu leben.

Alma und Otto gemeinsam in der neuen Fremde
Über dieses Leben und meine Sichtweisen dazu werde ich nun hier berichten.
Da ich festgestellt habe, dass mein Kaufpreis nicht von „meiner Familie“ bezahlt wurde, sondern von der “ Mutter von Herrchen“ habe ich mich entschlossen, als Dank mich bei ihr immer wieder mit einer Nachricht zu melden.
Früher gab es Briefe, die per Post kamen.
Heute nennt man jede Information, die über das Internet gepostet wird, einen Post.

So entsteht und entstand hier „Post-von-Carl-Otto“

Ich freue mich, wenn nicht nur die Mutter von Herrchen Freude an meine(r)m Post haben“

Euer Carl Otto

PS: alle weiteren Beiträge sind „Post von Carl Otto“

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