„Der will doch nur spielen…“

24. April 2015

Wuff wuff,

da bin ich wieder, die Menschen haben beim Fußballgucken große Freude gehabt und Icaro hat seinen 18. Geburtstag gefeiert.
„Der will doch nur spielen“ ist ein beliebter, von Hilflosigkeit geprägter Satz, den die Menschen gerne verwenden, wenn sie uns nicht mehr unter Kontrolle haben.
Dabei wissen die meisten Menschen gar nicht, wo und wie wir spielen möchten.
Wir Labradore bevorzugen (angeblich) als Spielstätten Orte, wo es möglichst nass, dreckig oder laut ist. Das werde ich morgen beim Familientreffen mal kritisch überprüfen.
Man sagt ja, dass das Fell bei einem Labrador selbstreinigend sei – das ist natürlich physikalisch betrachtet völliger Blödsinn.
Trocknung
Es ist somit ein besonderes Vergnügen, wenn wir von draußen ins Haus kommen und die Menschen an unserer Spielfreude teilhaben lassen. Dann werden alle plötzlich sehr hektisch und kommen mit Tüchern und Lappen, um die „Dokumente des freudvollen Spielens“ zu beseitigen oder Schlimmeres zu vermeiden.

Aber, liebe Menschen, wer sich einen Hund anschafft, handelt doch auch ein wenig nach dem Motto „zurück zur Natur“. Wenn wir einige „Erinnerungs-Stücke“ aus der Natur mit ins Haus bringen, wird unsere „Experimentierfreudigkeit“ nicht immer geteilt.
Vorgestern hatte ich auf meinem „Speiseplan der Natur“ Hirschlosung gewählt und mit großem Appetit verschlungen. Später im Wohnzimmer habe ich Herrchen noch mal meinen gesamten Mageninhalt gezeigt, damit er sehen kann, wie ausgewogen die Ernährung eines Labradors ist.
Man sagt ja, dass ein Labrador ein Vielfraß ist.
Ich finde das zwar übertrieben, möchte diese These allerdings nicht ganz abstreiten.
Man nimmt halt, was einem vor der Nase liegt.

Da ist zum Beispiel diese Sache mit Icaros Geburtstagskuchen, einer imposanten Ansammlung von Geschmacksschichten mit einem Herzen aus Wassermelone, die Benny als Überraschung geschaffen hat. Das war eigentlich auch kein richtiger Kuchen, denn er wurde in der Garage eingelagert. Wie dumm und unaufmerksam von Icaro, mich in die Garage zu lassen und dort sogar einzuschließen.
Erst nach 30 Minuten hatte man mich vermisst und wiedergefunden.
So lange benötigt natürlich kein Labrador, um sich auf Krisenzeiten einzustellen und Präventivmaßnahmen gegen eine “mögliche Hungersnot” einzuleiten.
Frauchen war natürlich etwas traurig, dass ein hand-gemalter antiker Teller dabei zu Bruch gegangen ist, aber solche Teller gehören doch auch nicht in eine Garage!

Aber nun bin ich wieder von Hölzchen zum Stöckchen gekommen, (beziehungsweise von Hirschlosung zum Geburtstagskuchen) dabei wollte ich doch eigentlich erzählen, was wir Hunde gerne spielen.
Das eine Spiel trägt den simplen, aber treffenden Titel „Hol’s dir doch „.
Zunächst gilt es, ein „Objekt der Begierde“ zu finden, das der Spielpartner auch wirklich gerne haben möchte. Wir Hunde sind da ja oft mit einem Hölzchen oder Stöckchen zufrieden.
Aika und Otto spielen Hols Dir doch
Was macht Ihr Menschen? Ihr spielt Eure eigenen Spiele und lasst „die dummen Hunde“ sich um Stöckchen zanken.
Daher wechseln wir auch gerne mal das Objekt der Begierde, um Euch in unser Spiel mit einzubeziehen.
Qualitätstest2

Dabei leisten wir einen wertvollen Beitrag zur Qualitätsverbesserung z.B. bei Puppen und Schuhen. Dieser kleine Stoffelch beispielsweise ist bei unserem Qualitätstest eiskalt durchgefallen!
Der Stoff-Elch in seinen letzten Sekunden
Der Stoff-Hund bekam von uns Qualitäts-Testern dagegen Höchstnoten.
Qualitätstest

Der ist eigentlich schon so etwas wie ein Freund, wenn sonst keiner da ist.
mein Freund aus Stoff
Das hat Herrchen natürlich erkannt und veranstaltet mit meinem „Objekt der Begierde“ Suchspiele. Ich muss mich dann still hinsetzen und Herrchen versteckt den Hund in einem anderen Zimmer. Wenn ich ihn gefunden habe, bekomme ich meist lobende Worte und/oder ein Leckerli. Herrchen macht dieses Suchspiel immer komplizierter.
Jetzt soll ich schon einen Schuh, den er mir vorher vor die Nase gehalten hat, aus einem Schuh-Haufen im Eingangsbereich heraus suchen.
Das kann ich wirklich recht gut, die ganze Angelegenheit hat jedoch einen klitzekleinen Haken:
Liebe Menschen, habt Ihr mal selbst an Euren Füßen und Schuhen gerochen? Das hat die Natur schon gut eingerichtet, dass Eure Nasen von Euren Füßen so weit entfernt sind. Wir Hunde haben ja recht feine Nasen und bewegen uns leider oft in Euren Problemzonen. Suchspiele sind ja eher Menschenspiele, es sei denn es geht um „Futtersuche“.

Zurück zu den Hundespielen.
Das zweite Spiel heißt: „Fang mich doch“.
Das spielen wir Hunde mit großer Freude. Wenn ich mit Herrchen auf die Hundewiese gehe, ist das eigentlich unser Lieblingsspiel. Leider sind meine Kumpels oft noch flinker als ich, aber ich übe und wachse ja noch.
Oft wird die Frage, wer schneller ist, auch kombiniert mit der Frage, wer stärker ist.
Die Kunst des Spielens besteht darin ,Antworten auf diese Fragen zu finden, ohne den Anderen zu verletzen. Es reicht ja auch schon, wenn der Stolz verletzt ist, dass die anderen Hunde schneller oder stärker sind.
Dann gibt es noch die „Spielverderber“, die es natürlich bei Euch Menschen, aber auch bei den Hunden gibt. Die könnte man auch gemeinsam als „blöde Hunde“ bezeichnen.
Die echten „blöden Hunde“ knurren manchmal genervt oder wollen richtig beißen. Die blöden Menschen mischen sich in unsere Spiele ein und rufen irgendwelche sinnlosen Kommandos. Haben menschliche Forscher denn noch nicht festgestellt, dass bei richtigen Hundespielen die Ohren eines Hundes nicht vollständig durchblutet werden, wodurch die allgemeine Hörfähigkeit für den Frequenzbereich der menschlichen Stimmen beinahe ausgeschaltet ist?
Das ist jedenfalls meine persönliche Wahrnehmung.
Überhaupt habe ich das Gefühl, dass Ihr Menschen das Spiel „Fang mich doch“ nicht so gerne spielt. Nur der kleine Leo ist da die große Ausnahme!
Ihr Menschen seid oft zu faul und kompensiert Eure Bewegungsfaulheit mit „Kommandos der Unterdrückung des freien Hundewillens“.
Ihr seid Hunde-Spielmuffel!
Stattdessen sollen wir Hunde lahme Jogger auf ihrem Fitness-Trip begleiten. Wie öde und langweilig ist das denn?!
Dann werft Ihr Stöckchen und andere sinnlose Gegenstände durch die Gegend, damit wir uns abhetzen und Ihr verschnaufen könnt?!
So, das musste hier mal gesagt und erklärt werden.
Ich muss jetzt mit Herrchen auf die Hundewiese zum Spielen und freue mich schon auf das morgige Treffen mit Mama und den Geschwistern.
Die meisten Menschen sagen, ich komme optisch nach der Mama. Da bin ich wirklich mal gespannt!
Und Alma durfte ich ja auch drei Wochen lang nicht sehen, da werden wir wohl mal richtig loslegen.

Wuff wuff

Euer Carl Otto

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