Die Party-Nacht

11. April 2015

Wuff wuff,

Ich hatte ja inmitten der Geschehnisse von Paulines Geburtstag mit meinem Schreiben begonnen.
Nun möchte ich dieses Ereignis aber auch in einer Nachschau betrachten.
Pauline ist heute immer noch ganz happy, bis auf einen klitzekleinen Punkt: sie hat nichts von ihrer Patentante aus Bonn gehört oder gelesen.
Danach hatte sie heute Herrchen gefragt und der wusste auch keine Antwort.

Rein quantitativ spielte dieses Fehlen aber keine Rolle, da alleine heute Mittag 18 Danke-Emails in Paulines Postfach rauschten und sie scheinbar ihren Ruf als ultimative „Party-Queen von Goslar“ hat festigen können.
Zunächst ging es bei uns im Garten mit ausgewählten Freunden los, die ich an meinen Pfoten gar nicht abzählen konnte.

Das Motto lautete „Schatzsuche“ oder auch „Schnapssuche“, da bin ich mir nicht ganz sicher. Ich glaube, es war von beidem etwas, denn irgendwie hatte Benny da seine Finger im Spiel. Wo sollen denn sonst 17-jährige Schnaps herbekommen?

Um 21 Uhr ging dann die große Party in Maltes Garten los. Da hatte Herrchen ein Feuer gemacht und den Garten mit Teelichtern beleuchtet.
Warum es der bisher wärmste und sonnigste Tag in diesem Jahr war?
Glück gehörte wohl dazu, und der Glaube, dass es klappen könnte!
Herrchen hat eine Weile den „Oberaufseher“ gemacht, aber das war eigentlich nicht nötig. Später, nachdem Herrchen die Engländer und Carlotta nach Hause gebracht hat, durfte ich dann auch mal den „Anstands-Wauwau“ spielen, obwohl ich ja noch gar nicht so richtig weiß, was Anstand bedeutet.
Aber da wurde anständig gefeiert, denn alle hatten Spaß. Benny und seine Kumpels, die sonst bei uns ihre „Nachtschicht“ verbringen, waren inzwischen auch da, und Icaro und sein brasilianischer Freund Victor auch. Der hatte allerdings die Gitarre, die Herrchen für ihn mitgebracht hatte, noch gar nicht benutzt, weil er wohl sehr durstig war und immer eine Flasche in der Hand halten musste.
Herrchen war sehr schnell der Ansicht, dass unsere Anwesenheit nicht notwendig sei.

Carlotta hatte Herrchen auch schon mit übelsten Vorwürfen bedacht, weil er mich in die „Party-Szene“ einführen wollte. Dreck, Scherben, Lärm, Dunkelheit, das waren ihre Argumente. Herrchen vertrat die Ansicht, dass „erweiterte Erfahrungen“ auch wichtig für den Werdegang eines jungen Hundes in der Familie S. seien.
Nun war ich ja schon recht enttäuscht, dass „erweiterte Erfahrungen“ von einer solch kurzen Dauer sein sollten. Laute Musik, fröhliche Menschen, spannende Dunkelheit in Abwechslung mit Feuerschein, da sollte ich gleich wieder weg!?

Die 250 Hundelängen bis zum Auto wird Herrchen so schnell nicht vergessen, denn ich habe ganz tief in meine „Hunde-Trickkiste“ gegriffen.
Wirklich alles habe ich versucht: langsames Bremsen, Ausweichen nach links oder rechts, Vollbremsung, Knurren, Röcheln, Springen… das volle Programm eben.
Herrchen hat natürlich auch in seine Trickkiste gegriffen: Lob, Tadel, Verlockungen, Drohungen und was den Menschen in ihrer Verzweiflung noch so einfällt, wenn ein Hund nicht so will wie sie möchten … oder auch umgekehrt.
Dann kam der ultimative Trick, mit dem er glaubte, einen Junghund wie mich austricksen zu können. Er ließ die Leine fallen und stolzierte mit großen Schritten in Richtung Auto.
Ich glaube, er hatte mit ernster Stimme „Fuß“ oder „Komm mit“ gerufen, aber leider konnte ich es kaum verstehen, da ich in Rekordzeit wieder zur Party gestürmt bin.
Nach einer halben Stunde sind wir dann gemeinsam zum Auto gegangen, damit Herrchen auch ein gutes Gefühl mit ins Bett nehmen durfte.
Ich bin halt gerne „mittendrin“.
Das ist auch der Grund, warum ich jetzt Schluss machen muss.
Plötzlich sind hier Vincent und Thadäus, die Engländer, Benny und seine Kumpels. Aika ist auch gerade gekommen.
Das Nachtleben hat hier schon wieder begonnen, jetzt ich muss mich nur noch entscheiden, wo man heute am besten „mittendrin“ ist.

Aber das finde ich jetzt heraus!

Wuff wuff
Euer Carl Otto

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