Ochsenziemer

29. April 2015

Wuff wuff,

immer wenn Carlotta mit Herrchen einkaufen geht, versucht sie, dabei auch an mich zu denken. „Wir müssen Carl Otto noch was mitbringen“, so lautet meist die Einleitung zu einer Diskussion über Sinn oder Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln oder Spielzeug für mich. Neben der Sinnfrage gibt es oft Budgetdiskussionen, aber Carlotta erweist sich im Austausch von Argumenten als äußerst durchsetzungsstark und gewieft.
Nicht immer kommen aus meiner Sicht zufriedenstellende Ergebnisse heraus, aber was zählt ist ja schließlich auch die gute Absicht.
Natürlich bleiben mir Herrchens Nebensätze und Sticheleien nicht verborgen. Wenn er beispielsweise erzählt, dass unser Kater Findus mit einer Dose Trockenfutter für 89 Cent einen Monat lang auskommen kann und sich seine Nahrungsergänzungsmittel selbst aus dem Unterholz besorgt, geht mir das schon nah.
Ein Blick auf die Rechnung für mein Hundefutter verwandelt mein ach so bewunderswertes fox-red schnell in Schamesröte, denn Frauchen ordert für mich immer nur das beste Futter aus dem Internet. Ist ja (mit Herrchens Kreditkarte) auch so herrlich einfach und funktioniert bei Kleidung und Schuhen ebenso gut. Das finden auch die Töchter.
Herrchen vertritt eigentlich die Ansicht, dass ein Hund lieb sein sollte; ich bin halt lieb und teuer.
Was wird denn so gekauft?
Carlotta: „Otto braucht ein Quietsche-Spielzeug!“
Herrchen: „Das nervt doch nur!“
Ergebnis: sie kaufen zwei, weil man sich nicht einigen kann.
Hier das von Carlotta:
Quietsche-Spielzeug
Sagt jetzt bitte nichts und denkt Euch Euren Teil.
Das gilt auch für das nächste Foto mit dem Quietsche-Spielzeug von Herrchen.
K-Frage
Herrchen möchte das Foto wohl einsetzen, falls meine K-Frage mal wieder akut werden sollte.

In der Regel wird so ein Einkauf aber nicht nur für Spielzeug verwendet, sondern auch für den Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln, angefangen vom „Leckerli“ für den schnellen Genuss (Belohnung) bis hin zum „Dauerkauer“, wenn man uns Hunde auf längere Zeit beschäftigen möchte.

Heute wurde das Repertoire um eine Leberwurst aus der Tube und einen Ochsenziemer für 8 Euro erweitert.
„Alma liebt die und hat schon 5 Stück davon verputzt“ war das entscheidende Argument von Carlotta, was Herrchen zu der Anschaffung eines Ochsenziemers veranlasste. Sollte es die kleine „Prinzessin Alma vom Aussichtsreich“ so viel besser haben als sein kleiner Carl Otto?
Da lässt er sich doch nicht lumpen, zumal Carlotta sonst noch Geiz an seinem Kragen feststellen könnte, oder wie nennt Ihr Menschen das, wenn man nicht alle Wünsche seiner Tochter erfüllt?

Nun habe ich den ersten Teil vom Ochsenziemer verknuspert, wobei dieses Wort eigentlich nicht so richtig passt, denn er ist eher zäh und knorpelig. Aber ich gebe zu, Alma hat recht, das schmeckt uns Hunden gut. Herrchen bemerkt zwar einen etwas strengen Geruch und stellt mit Recht die Frage, von welchem Körperteil eines Ochsen denn dieses ca. 90 Zentimeter lange, knorpelige Stück überhaupt stamme. Der Schwanz kann es ja wohl kaum sein, denn der landet bekanntermaßen in „menschlichen Suppen“.

Das Internet bringt es an den Tag: wir Hunde bekommen von Euch Menschen „männliche Fortpflanzungsorgane von Rindern, bei denen die K-Frage bereits frühzeitig geklärt wurde“ als Knabberstangen angeboten.
Alma, hast Du das gewusst!?
Ich werde mich mit dem Thema Hundenahrung wohl mal ausführlicher beschäftigen müssen.
Nun knabbere ich aber erst mal weiter und muss darüber nachdenken, ob Ethik und leckeres Essen einander beeinflussen sollten.
Schwierige Frage!
Gibt es bei Hunden eigentlich Vegetarier?

Es gibt noch so viel zu entdecken!

Wuff wuff

Euer Carl Otto

PS: wusstet Ihr eigentlich, dass Ihr Menschen diese Ochsenziemer seit Jahrhunderten als beliebte Folterinstrumente zum Auspeitschen missbraucht?
Das schockiert mich schon! Euch nicht?

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