Ordnung – angeboren oder nicht…

27. April 2015

Wuff wuff,

Ihr kennt ja inzwischen meine Einstellung zu Züchtungen und Rassen, aber trotzdem lässt es sich nicht leugnen, dass es gewisse Dinge gibt, die scheinbar angeboren sind.
Wir Labradore scheinen dabei eine gewisse Affinität zu Wasser zu haben, was ich als kleiner Hund als „Pitsche-Patsche-in-der-Matsche“ getauft habe.
Bei dem Treffen mit meinen Geschwistern zeigte sich recht schnell, dass wir das alle lieben und nur ein bis zwei ihr Fell lieber sauber lassen. Alma ist wirklich eine echte „Matsche-Patsche-Tante“ und verhielt sich wirklich nicht wie die Prinzessin vom Aussichtsreich, die ihr Fellchen nicht schmutzig machen möchte. Das imponiert mir!
Matschen und Patschen

Bei den Menschen in unserer Familie ist das mit der Ordnung so eine Sache, wo ich mir Gedanken mache, ob etwas angeboren ist, oder einfach nicht gelernt wurde.
„Wer Ordnung hält, ist zu faul zum Suchen“, so lautet die Hauptausrede aller Messis. (So nennt man die „Ordnungs-Chaoten“ bei Menschen.)
Herrchen ist nach meiner Einschätzung ein geborener Messi, der aber trotz Chaos weiß, wo sich seine Dinge beim letzten Kontakt befunden haben. Um so mehr rastet er förmlich aus, wenn sein Nachwuchs, ich, oder sogenannte Freunde des Hauses „seine Ordnung“ durcheinander bringen.
Die Familienmitglieder haben nämlich erkannt, dass man bestimmte Utensilien im Chaos von Herrchen immer am gewohnten Platz finden kann.
„Wo ist mein …“, dann folgen Gegenstände wie Ladegerät, Werkzeug, Telefon, Schlüssel, Bier … gefolgt von großem Wehklagen. Herrchen ist nämlich zu faul zum Suchen und möchte eigentlich lieber das Übel an der Wurzel packen und damit den Täter finden!
Aus allen Zimmern und in jeder Tonhöhe hört man dann: „Ich war es nicht!“, dem Frauchen noch ein „Stell Dich nicht so an!“ folgen lässt.
Ihr gut gemeinter Rat, die Dinge unmissverständlich zu beschriften, führt zu recht skurrilen Erscheinungen. Aber selbst die schriftliche Androhung der Todesstrafe führt bei den Missetätern zu keinerlei Hemmungen, diese Teile für eigene Zwecke zu gebrauchen.
Es ist also für Herrchen eher hoffnungslos, so dass er sein Chaos quasi zur Abschreckung immer größer werden lässt.
Die Frage, die sich mir nun stellt, lautet: „anerzogen oder angeboren!?“
In beiden Fällen trifft Herrchen daher eine Mitschuld, wovon ich Frauchen aber auch nicht freisprechen kann. Denn wenn Herrchen seine Kinder dazu drängt, mehr Ordnung zu halten und zu schaffen, ist der Satz „Fang doch erst mal selbst damit an“ aus pädagogischer Sicht nicht ohne Brisanz.
Man könnte fast meinen, dass seine Rolle als „Erziehungsberechtigter im Hinblick auf Ordnung“ deutlich geschwächt wird und ihn in eine Form von „Ordnungs-Resignation“ treibt.
Das bringt Frauchen in die Rolle der „erziehungsberechtigten Ordnungshüterin mit Richtlinienkompetenz“.
Diese Rolle interpretiert sie jedoch eher einseitig, denn sie scheut den mühsamen Prozess der Erziehung zur Ordnung, und die Appelle an Herrchen sind eher halbherzig, da sie einsehen muss, in 30 Jahren kaum Fortschritte gemacht zu haben, was die „Theorie des Angeborenen“ unterstützt.
Man könnte in unserer Familie den Eindruck gewinnen, dass jeder in seinem Zimmer den Harz nachbauen möchte. Bei Herrchen sind es Aktenberge, bei Benni Flaschenberge und bei Pauline Klamottenberge und man bekommt fast den Eindruck, dass es einen unausgesprochenen Wettkampf gibt, wer die höchsten Berge schafft.
Pauline aber hat gestern ihr Zimmer aufgeräumt, so dass nur noch die Zimmer von Herrchen und Benni Lawinengefahr bergen.
Vielleicht verfolgt Frauchen ja die „Strategie des guten Vorbildes“ und hofft auf ein Abfärben auf die Kinder. Die Aussicht auf Einsicht ist aber höchst spekulativ.
„Ordnung ist das halbe Leben“, wie man bei euch Menschen sagt, leider kann ich das als kleiner Hund und großer Beobachter hier nicht bestätigen, sondern eher ein kleiner Bruchteil.

Manchmal benötigt es ja einen Anstoß zur Einsicht, so wie vorhin.
Kater Findus hat sein „Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom“ wohl gestern zum Ausdruck gebracht, indem er auf die Matte vor der Terrassentür einen Haufen gesetzt hat.
Ich möchte die Tat des Kollegen nicht kommentieren, aber Benny war gestern Tatzeuge, sah sich jedoch nicht genötigt, „ordnungspolitisch“ eingreifen zu müssen. Im Gegenteil, er versuchte die buchstäblich „beschissene Situation“ politisch korrekt auszusitzen.
Vorhin traf ihn der Moment der Reue und Einsicht, da er barfuß in die „Katzenschitte“ getreten ist.

Ob ihm das eine Lehre ist?
Ich werde weiter beobachten und berichten!

Ein geordnetes Wuff wuff

Carl Otto

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