da kommt einer runter

Carl Ottos Ausbildung zum Rettungshund

7. Juni 2015

Wuff wuff,

Die Krönung eines Hundelebens besteht wohl scheinbar darin, ein Blindenhund, ein Polizeihund oder ein Rettungshund zu werden, zumindest, wenn man Euch Menschen fragt.
Zumindest als Rettungshund habe ich die ersten Ausbildungsschritte jetzt gemacht. Als ich mit Herrchen gestern den zweiten Spaziergang machte, kam uns plötzlich mitten im Wald und unwegsamen Gelände ein Mann mit Helm entgegen.
Die Gleitschirmflieger tragen ja alle einen Helm auf dem Kopf, damit sie sich nicht gefährlich am Kopf verletzen, wenn sie mal unsanft landen sollten.
Das war auch Herrchens erster Verdacht, als der Mann sagte, er wäre gestürzt. Gestürzt und abgestürzt sind schon unterschiedliche Dinge, und siehe da, er war tatsächlich nicht mit einem Gleitschirm abgestürzt, sondern mit einem Quad gestürzt.
Das ist ein komisches Gerät mit vier Rädern und einem Motor, mit dem Menschen scheinbar gerne durch die Gegend fahren. Allerdings sollten Terrain, Fahrzeug und Fahrkünste in einem harmonischen und ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.
Außer dem Förster und der Polizei, die am Blauen Haufen beide als „Symbole des Leinenzwangs“ stehen beziehungsweise fahren, habe ich dort noch nie ein Fahrzeug mit Motor gesehen.
Nahezu reflexartig hat mich Herrchen dann auch an die Leine genommen, um dem Mann anschließend zu helfen. Er meinte zwar, er wolle vermeiden, dass dieser eher hilflose Mensch seinen Hund (also mich) überfahre, aber ich vermute, dass er meine Hilfsbereitschaft richtig eingeschätzt hat. Denn überall, wo sich was bewegt, knattert oder stinkt, möchte ich an vorderster Front mit dabei sein.
Die letzten Worte des Unbekannten waren: „Sie sind mein Retter!“, bevor er mit seinem seltsamen Vehikel den Blauen Haufen entlang donnerte.
Herrchen erlöste mich erst dann von der Leine, als die Frage nach Verfolgung oder Leckerli eindeutig mit letzterem beantwortet werden konnte.

Doch dann sahen wir plötzlich blaue Blinklichter am oberen Rand des Blauen Haufens.
Herrchen wurde neugierig, während ich lieber noch ein bisschen in alten Hundezeitungen geschmökert hätte. Aber an einer Leine kann eigentlich immer nur einer die Richtung angeben, sonst sprecht Ihr Menschen gerne von „Tauziehen“.
Was genau passiert war, werden wir wohl noch aus der Zeitung erfahren, aber ein Gleitschirmflieger hatte den Blauen Haufen scheinbar nicht erreicht und für die Landung provisorisch einen Baumwipfel gewählt. So kann man natürlich auch vermeiden, in einem braunen Haufen zu landen.

Während sich die ca. 30 potentiellen Retter noch mit Blaulicht und Martinshorn organisierten, habe ich mich mit Herrchen bereits auf den Weg gemacht, um den Wald bis zum Startplatz nach einem baumelnden Gleitschirmflieger abzusuchen. Herrchen hat ganz dabei schön geschwitzt, und ich fand das cool.
Gefunden haben wir allerdings nicht ihn, sondern schlussendlich nur die Männer von der Feuerwehr, die den Paraglider errettet (vom Baum gepflückt) hatten und bereits dabei waren, sich auf den Rückweg zu machen.
Rettungshund
Ihr seht, mein Leben als Hund ist bewegend und spannend, auch wenn ich mich nicht so schnell bewegen kann wie Alma.
Trotzdem möchte ich mich nächstes Wochenende mit Herrchen in Richtung Köln und Bonn aufmachen, um meinen Horizont zusammen mit Julia aus Brasilien zu erweitern.
Herrchen plant ein paar verrückte Sachen, damit wir unseren Spaß haben.
Da darf man doch irgendwie gespannt sein, wo wir da landen!?
Nein Herrchen, ein kleiner Hund sollte nicht so viele Treppen steigen und muss nicht zwingend auf dem Kölner Dom gewesen sein! Das könnt Ihr alleine machen!
Das mit dem Wasserski und Schwimmen dagegen finde ich allerdings höchst interessant.
Mal sehen, was die Woche so bringt, denn seit einer Stunde sind Herrchen und ich Strohwitwer.
Frauchen hat uns gegen 60 Schüler einer 8. Klasse eingetauscht, was nicht nur nach Ruhe und Erholung klingt. Nun sind gleich alle Kinder in der Schule und nur Benny lauscht noch an seinem Kopfkissen und träumt vom Studium.
Los Herrchen, nun ist Bewegung angesagt.
Auf geht’s zur großen Runde.
Oh halt, Frau K., unsere Haushaltshilfe, hat soeben geklingelt und braucht bestimmt meine Hilfe.
Herrchen, geh doch mal arbeiten.

Wuff wuff

Euer Carl Otto

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