Archiv für den Monat: Juli 2015

Alkohol?

Die kleinen kulinarischen Sünden

27. Mai 2015

Wuff wuff,

inzwischen läuft ja schon seit einigen Tagen meine ‚Alma-Diät‘ mit Kalorienreduzierung, und das bei gleichzeitiger gefühlter körperlicher Beanspruchung eines Marathon-Läufers.
Falls Kalorienzufuhr und -verbrauch nicht synchron sind, dann wird man entweder dicker, oder es werden im umgekehrten Fall die Sinne geschärft und Raffinessen ersonen, mithilfe derer man sich die fehlenden Kalorien aus eigener Kraft besorgen kann.
Carl Otto hungrig

Bei solchen Anlässen kann man seine Sinne wunderbar erweitern und kommt zu der Erkenntnis, dass in Hundefutter Zutaten sind, die längst nicht so intensive Geschmackserlebnisse ermöglichen.
Wenn ich jetzt behaupten würde, meine heutige Nahrungsergänzung musste weg, dann könnte mich das Haltbarkeitsdatum entlarven.
So ist es wohl klüger, als selbsternannter „Gourmet und Kenner der menschlichen Koch- und Backkunst“ das Geschmackserlebnis zu preisen.
Ich bin mir aber noch nicht ganz sicher, ob Frauchens Kuchen nicht doch besser sind. Dazu müsste ich wohl oder übel einige weitere Verkostungen vornehmen.
Vor sechs Monaten ist man mit mir noch zum Tierarzt gefahren, nachdem ich eine Tafel Schokolade verputzt hatte (Die (blöde) Sache mit der Schokolade) , und heute lobt Herrchen meine gute Nase und meinen guten Geschmack.

Zutaten

Die Nährwerte lässt der echte Genießer außer Acht und wirft einen Blick auf die Zutaten.
„Einige Spezialitäten enthalten Alkohol.“
Ach so, deswegen fühle ich mich so müde!?
Mein Kopf ist so seltsam schwer, Zeit für einen satten Mittagsschlaf!

Zzzzz…

Ich fühle mich so anders…

Alkohol?

Den Löffel abgeben

27. Mai 2015

Wuff wuff,

die offenen Fragen im letzten Post wurden dahingehend beantwortet, dass Herrchen & Co nach Hamburg fuhren und Benny und ich das Haus hüteten.
Inzwischen habe ich mich an diese Zeitverschiebungen gewöhnt wie ein transatlantischer Business-Reisender und zeige auch keine Verhaltens-Auffälligkeiten mehr.
Herrchen meinte übrigens gerade, ich solle nicht so grundlos rumbellen.
Grundloses Bellen – ha, Herrchen, der „selbsternannte Hundeversteher“, hat mich wohl nicht richtig verstanden, denn mein Bellen war ein Ultimatum.
Entweder wir gehen jetzt raus, oder ich zerbeiße einen Löffel!
Carl Otto Löffel

Knacks, zu spät!
Herrchen wollte mir das abgebissene Stück noch mithilfe eines Leckerlis entlocken, aber ich habe dann einfach beide Teile in Richtung Magensäfte geschickt.
Jetzt gehen wir eine Runde…
Geht doch!

Wuff wuff

Euer Carl Otto

PS: Carlotta wird vielleicht wieder gleich glauben, dass ich nun den Löffel abgeben muss, aber da beiß ich jetzt doch lieber draußen ins Gras.

Irrungen und Wirrungen in der Nacht.

25. Mai 2015

Wuff wuff,

nun musste ich vorhin von der Existenz einer tiefen Besorgnis hören, dass es vielleicht langweilig bei uns in Goslar oder mir gar etwas zugestoßen sei?
Oh nein, hier herrscht (wie immer) kunterbuntes Treiben.
Seit einer Woche wohnt „Julia aus Brasilien“ bei uns. Sie sagte bereits am zweiten Tag, es käme ihr so vor, als sei sie schon immer hier gewesen.
Das Gefühl kenne ich.
Gerade wollte ich gemeinsam mit Herrchen zur Garage gehen, um dort einen letzten ‚Schlummertrunk auf Hopfenbasis‘ (nur für ihn!) zu holen.
Plötzlich kommen, kurz vor Mitternacht, zahlreiche Lichter und Stimmen in Richtung Haus gezogen. Für einen winzigen Moment wähnte Herrchen gedanklich naiv oder hegte die absurde Hoffnung, dass diese nächtliche Ansammlung von Menschen nichts mit uns zu tun haben könnte.
Weit gefehlt!
Das erkannte auch Herrchen, nachdem immer mehr junge Menschen ihr Zweirad vor unserem Haus abstellten und anschlossen, was auf einen langfristigen oder gar dauerhaften Aufenthalt in unserer unmittelbaren Nähe schließen ließ.
Herrchen schätzte schon die vermutlich geeigneten Brötchenmengen für den nächsten Morgen ab, bevor er auf die Idee kam, zu fragen, wer denn der Auslöser für diese nächtliche Menschen-Lawine sei.
Der Name von Pauline (unserem ‚Familien-Magneten für soziale Kontakte‘) wurde genannt, aber wo war sie überhaupt!?
Herrchen und ich hatten sie seit einigen Stunden aus den Augen und der Nase verloren.
Julia und Carlotta waren gerade in ihre Schlafräume verschwunden.
Herrchen machte einen eher hilflosen Eindruck, weil Frauchen nicht da war, die sonst eigentlich immer alles weiß und geregelt bekommt.
Herrchen konnte durch intensive Recherche herausfinden, dass Pauline bei einer Freundin war und ihren „Fankreis“ scheinbar missverständlich eingeladen hatte.
„Kommt alle her!“, das ist wohl ein eher fragwürdiges Kommando, wenn keiner weiß, wo man ist.
Liebe Hundebesitzer, denkt mal darüber nach!

Herrchen konnte somit erleichtert darüber nachdenken, wie viele Brötchen er für das nächste Frühstück einsparen konnte, denn die jungen Leute schickten sich an, unser Haus nicht zu belagern und schmiedeten neue Aktionspläne.
Apropos Frühstück; das soll vielleicht morgen „spontan“ in Hamburg stattfinden, wo wir mit Herrchens Auto hinfahren wollen, welches Benny gestern mit seinen Kumpels für eine „Spritztour nach Halle“ genutzt hatte, von der sie vorhin zurückgekommen sind.
Ob Pauline davon schon weiß? Wohl eher nicht!
Ob Benny mitkommen möchte? Wer weiß!
Ob das alles klappt?
Wir werden sehen!
…und auch ich werde später vielleicht irgendwann berichten, denn der Tag war irgendwie anstrengend.
Wo Frauchen ist?
Bei den ca. 15 Franzosen, die gestern unseren Garten bevölkert haben (und dabei unsere gemeinsame „Erziehungs-Show“ filmten).
Aber bitte fragt mich nicht danach, denn ich habe kein Wort verstanden und bin jetzt wirklich müde!
Mein Frauchen ist scheinbar nie müde.
Ich schon….
Jetzt ist Frauchen plötzlich da und fragt, warum noch so viele Fahrräder vorm Haus stehen.
Wir wissen es nicht!
Alles wird nun immer verwirrender, und jetzt kommt auch noch Kater Findus hereingeschneit, den ich nun eigentlich gerne auf die für Vierbeiner geltende hierarchische Ordnung hier in der Küche aufmerksam machen würde.
Das sieht Frauchen allerdings wieder ganz anders, und bin ich noch mehr verwirrt.
Findus war noch nie in der Küche, seit ich hier wohne.
Herrchen ist jetzt auch noch mehr verwirrt, weil just in diesem Moment Pauline anruft und von überhaupt nichts weiß, aber ca. 15 Kilometer entfernt mit einem Taxi nach Hause kommen möchte.
Also Herrchen, stell Dich mal nicht so bei einem Hunde-Seilbahn-Ticket ins Aussichtsreich das nächste Mal nicht so an!
Alles irrt und wirrt…
Die vielen Fahrräder vorm Haus?
Keine Ahnung.
Der Keller scheint jedoch ruhig zu sein,
…und ich bin es auch.

Mir reicht es nun.
Euch hoffentlich auch…

…Gute Nacht.

Wuff wuff

Gehorsam

Neues von der Erziehungs-Front

20. Mai 2015

Wuff wuff,

irgendwie ziehen hier Wolken auf, denn in den Gesprächen von Herrchen & Co fällt immer häufiger der Begriff „Erziehung“ im Zusammenhang mit dem Namen Carl Otto.
Frauchen benutzte am Telefon schon die Worte „Hundeschule“ und „ein paar wichtige Dinge lernen.“
Seit gestern liegt hier wieder „Das Buch“; nein, nicht mein Buch, sondern ein Buch über Hundeerziehung, wo auf Seite 109 das „Training mit dem Junghund“ beginnt.
Wenn die wüssten, dass ich auch schon lesen kann!
Da stolpere ich nun also über Wörter, die meiner „Schreibkunst“ entstammen könnten, wie Tatendrang, Entdeckungslust und Sturm- und Drangzeit.
Ein Satz geht mir runter wie Öl: „Der Junghund entdeckt zunehmend seine Eigeninteressen und neigt dazu, Kommandos zu überhören.“
Da habt Ihr es schwarz auf weiß!
Bei einem anderen Satz läuft mir ein Schauder über den Rücken: „Jetzt sind Strategie und Taktik besonders gefragt – vermeiden Sie auf jeden Fall, dass Ihr Hund unerwünschte Erfolge einfährt.“
Ist das etwa gleichzusetzen mit einer „Kriegserklärung an der Erziehungsfront“?!
Ticken die Uhren hier ab heute anders?

Was macht eigentlich Benny so früh am Morgen hier. Es ist 8 Uhr!
Sollte ich mir Sorgen um seinen geistigen Gesundheitszustand machen?
Er leidet unter Jetlag und möchte zur Uni; das hat er in meinem Beisein noch nie gesagt. Damit verschwindet ein (V)Erzieher.
Könnt Ihr Euch vorstellen, was der gestern mit mir geübt hat?
„Otto, schäm Dich!“ Dieses ganz und gar niederträchtige Kommando geht so, dass der Hund seine Pfote in einer eher „hilflosen Geste“ über seine Schnauze wischt.
Otto schäm Dich

Auf dem Foto könnt Ihr vielleicht erkennen, mit was für Methoden er das erreichen möchte?
Mit Tesa-Film auf meiner Nase, den ich natürlich als nicht natürlich empfinde und instinktiv mit meiner Pfote wegwischen möchte.

Muss ein „selbsternannter Hunde-Philosoph, Blogger und Buch-Autor“ das können?
Ich habe soeben meine Meinung zu den aus heiterem Himmel aus dem Boden sprießenden Erziehungsmethoden nonverbal zum Ausdruck gebracht, indem ich die spärlich gesäten Bestandteile meiner „quantitativ reduzierten Alma-Diät“ noch einmal mit Magensäure vermischt zur Begutachtung im Flur verteilt habe.
„Otto hat den Flur voll gekotzt“, so lauteten Bennys wohlüberlegte Worte des Abschieds, bevor er mit Herrchens Cabriolet eiligst die heimatliche Erziehungsfront verließ.
Herrchen murmelte noch irgendetwas von „Schlamassel“ und „schon immer geahnt“.
Während er sich den praktischen Problemen der Haushygiene widmet, kann ich noch ein wenig im Hunde-Erzieher schmökern.
Da ist auch gleich zu lesen, was Herrchen & Co bei mir so falsch gemacht haben, aber auch, mit welchen Tricks Ihr Menschen uns Hunde zum Gehorsam erziehen wollt.
Man sollte die Gedanken seines Gegenübers kennen, um das Richtige zu tun!
Es hat schon seine Vorteile, dass sich keiner aus meiner Familie für die „Post von Carl Otto“ interessiert, und Ihr werdet doch einem kleinen Hund nicht in den Rücken fallen.
Gehorsam
Oh, jetzt kommt Herrchen die Treppe runter, mit Sportklamotten. Auf seinem Shirt steht was von Marathon und New York (und zum Glück 2011).
Na, das kann ja was werden. Wenn man dem Buch Glauben schenken darf, dann ist Hunde-Erziehung mit einem Marathon vergleichbar, quasi ein langer, zäher Kampf mit dem (Schweine-)Hund.
Irgendein schlauer pädagogischer Mensch hat mal gesagt: „der Weg des geringsten Widerstandes ist nur am Anfang asphaltiert!“

Das kann man als Hund aber auch von der anderen Seite sehen.
Freiheiten wollen erkämpft sein!
Auf in den Kampf gegen menschliche Willkür und Unterdrückung!
Sei ein Entdecker und Freigeist, Carl Otto!
Tschaka, ich werde berichten.
Herrchen zieht gerade seine Sportschuhe an.

Wuff wuff

Carl Otto

Otto wird zu fett – Die ‚Alma-Diät‘

19. Mai 2015

Wuff wuff,

gestern sind neben der Erkenntnis meiner Erziehungsproblematik noch so einige Dinge geschehen, die ich zumindest kurz schildern möchte.
Maxi ist gestern mit Alma zu uns gekommen, und wir haben den ganzen Nachmittag im Garten spielen können.
Wenn Alma und ich spielen, bleibt kein Stein auf dem anderen, und wir testen nach wie vor jedes Mal die Qualität von Gegenständen und Spielzeug.
Das Dynamit (Ihr erinnert Euch sicher an die „sinnlose Anschaffung von Herrchen“) hat den Test nicht bestanden und kann höchstens als Welpen-Spielzeug oder für Einzelgänger eine Existenzberechtigung aufweisen.
Dynamittest
Alma hatte bei unserem Spiel „Hol’s Dir doch“ am Ende die Zündschnur und ich den „Sprengstoff“ im Maul.
Bei „Fang mich doch“ musste sich leider der Grill unserem Qualitätstest unterziehen. Potzblitz, was hat das gestaubt, und der Rumms war auch recht laut.
Muss ich erwähnen, dass Benny uns dabei mit einer Hunde-Leine zusammen gebunden hatte?!
Wenn sein Tag beginnt (es war gegen 14 Uhr), ist er immer zu lustigen Dingen aufgelegt. Maxi hatte neben Alma auch die Botschaft mitgebracht, dass in Bad Harzburg jede Menge Kartons für uns angekommen seien.
Unsere neuen Gartenmöbel, auf denen die Konfirmationsgäste vor zwei Wochen sitzen sollten. Eigentlich hatte sie niemand vermisst.
Nachdem Herrchen & Co alles aufgebaut hatten, konnte man meinen, dass wir nun ein Gartenlokal betreiben möchten. Herrchen hatte schon wieder eine leicht „unrhythmische Schnappatmung“, was wohl weniger mit dem Aufbau der Möbel, sondern mit dem Gedanken an die Bezahlung zu tun hatte.

Habe ich Euch Menschen eigentlich schon mal geschrieben, dass Vergleiche die Wurzel von viel Unglück und Neid sind?
„Oh guck nur, wie schön die Zwei spielen“ (Ein guter Satz mit viel Wahrheitsgehalt).
„Ich finde, Otto ist inzwischen etwas größer und kräftiger als Alma“ (Naja, was kann die arme Alma dafür).
„Ich glaube, Otto ist im Vergleich zu Alma zu fett“, „Alma ist viel schneller als Otto!“

…!!?!?!?!?!?!?

Als Alma das Kommando „Otto hier!“ auch noch mit sattem Vorsprung in die Tat umsetzte (ich zog es vor, meinem ausgeprägten Entdeckungstrieb zu folgen), war mein Desaster perfekt.
Der „lahme Otto“, der „dicke Otto“ mit „renitentem Verhalten“ und „unmotiviertem Bellen“, das war wohl nicht mein Tag!
Nun darf man Alma keinen Vorwurf machen, denn es ist klar, dass sie vor mir beim Kommandeur sein möchte, wenn der ein Leckerli in Aussicht stellt.
Sie läuft auch recht motiviert jedem Ball oder Stöckchen hinterher, während ich mehr so der Stratege und Denker bin und mich für die Welt der Menschen interessiere.
Inzwischen habe ich aber auch erkannt, dass die ganze Welt ein riesiger Hort mehr oder weniger verborgener Nahrungsergänzungsmittel ist, was mir am Konfirmationstag mit der Erdbeertorte quasi symbolisch bewusst wurde.
Man muss nur etwas kreativ sein. Ich weiß nun auch, wie der Mülleimer zu öffnen ist, und es ist mir ein Rätsel, was für Köstlichkeiten Ihr Menschen wegwerft. Das gilt aber auch für all die Gaumenschmäuse, die einfach völlig unbeachtet am Wegesrand liegen.
Kann es sein, dass es Menschen gibt, die „vergiftete Köder“ für uns hungrige Hunde auslegen?
Ich bin doch manchmal erstaunt, was mir Herrchen da so weismachen möchte, um meinen ungezügelten Appetit zu bremsen.

Gestern kam aber auch ans Tageslicht, dass Frauchen & Co (Herrchen hält sich da raus) bei der Umstellung von drei auf zwei Mahlzeiten wohl ein kleiner Rechenfehler unterlaufen ist, denn Alma bekommt einfach jeden Tag weniger zu fressen als ich.
Ich wurde hier also systematisch gemästet!
Seit heute bin ich nun auf ‚Alma-Diät‘, und das unmotivierte Knurren entstammt nicht meiner Kehle, sondern meinem Bauch.
Doch auch wenn ich als „selbsternannter Hunde-Philosoph“ geschrieben habe, dass Vergleiche Unglück bedeuten, weiß ich doch, dass ich ein vergleichsweise gutes Hundeleben genieße.
Man darf eben aus dem Vergleichen keinen Neid oder Missgunst ableiten, sondern lieber Demut und Dankbarkeit.
Das gilt für uns Hunde wohl genau wie für Euch Menschen.
Jeder Tag hält neues Glück bereit, man muss es nur finden wollen.

Es grüßt Euch der selbsternannte Lebens-Philosoph

Carl Otto

PS: Frauchen hat vorhin gesagt: “Otto war ganz lieb!”
PPS: Heute ist mein Tag, Tschaka, kleiner Otto!

Carl Otto mit Bier

Weitere Gründe für Erziehungsprobleme?

19. Mai 2015

Wuff wuff,

Herrchen war heute recht hartnäckig im Hinblick auf die allmählich aus dem Ruder laufende Hunde-Erziehung und wollte gerne herausfinden, was denn so an neuen Impulsen auf mich eingewirkt haben könnte.
Ich hatte ja zuvor schon einmal angedeutet, dass das Zusammenleben mit Benny in trauter Zweisamkeit den Anforderungen eines Fernreisenden nach Amerika entspräche und durchaus mit einem Jetlag vergleichbar sei. Ganz abgesehen von den emotionalen Momenten im konkreten Fall, stellt das Thema Zeitverschiebung für uns Tiere eine echte Belastung dar.
Eure Zeitungen berichten ja nicht nur gerne über die Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit und vice versa, sondern auch über die Schwierigkeiten, welche für uns Tiere dabei entstehen, da wir eine biologische Uhr und einen dementsprechenden Rhythmus haben. Was aber bedeutet es für einen kleinen Hund, wenn plötzlich der Morgen erst um 13 Uhr oder später beginnt?! Wir reden dann ja locker von einer bis zu siebenstündigen Zeitverschiebung.
Benny ist ja ein guter Kumpel von mir, welcher mich zu meinen Zeiten als Welpe in so mancher Nacht vorm Platzen meiner Blase gerettet hat, indem er noch mal um 4 Uhr morgens mit mir vors Haus ging. Mit ihm habe ich auch immer viel Spaß, wenn er wach ist.
Aber inzwischen habe ich mir angewöhnt, mit Herrchen & Co morgens ab 6 oder 7 Uhr aufzustehen.
Dieser Rhythmus ist nach der Abreise von Herrchen & Co allerdings aus dem selbigen geraten, denn Benni hegte keinerlei Absicht, für mich Änderungen an seinem Lebensstil vorzunehmen.
Auch hier zeichnete sich eigentlich ein Interessenkonflikt ab, hätte mir Benny nicht einen Kompromiss angeboten, den kein Hund der Erde hätte ablehnen können.
Ich durfte mit ihm in seinem Bett schlafen, auf einem duftenden Bettlaken, umgeben von weichen Kissen und Decken. Hatte ich euch Menschen nicht neulich schon mal in den Bereich des „Göttlichen“ gehoben? Dann könnt Ihr sicherlich verstehen, dass ich mich in seinem Bett wie im ’siebten Himmel‘ (was auch immer Ihr Menschen darunter versteht) gefühlt habe.
Was für ein Deal: der Nachteil der Zeitverschiebung wird ersetzt durch ‚himmlische Gefühle‘!!
Über Details der Alltagsgestaltung beziehungsweise Festtagsgestaltung möchte ich hier nichts preisgeben, aber die Sache mit dem Bett hat Herrchen heute durch bohrendes Fragen bei Benny herausgefunden.
Dass Benny mir immer den Rest von seinem Cappuccino abgibt (natürlich nur, um meine Verdauung zu fördern und fiese Zecken fernzuhalten), gehört weiterhin zu unseren kleinen Geheimnissen, die Ihr ja gewiss für Euch behalten könnt.
Und dann wäre da noch die Sache mit dem Bier!
Das finden die Kumpels natürlich auch lustig, wenn so ein kleiner Hund wie ich, also ein ’selbsternannter Anthroposoph,‘ sich nicht nur für menschliche Betten, sondern auch für menschliche Getränke interessiert. Schon länger hat mich die Frage bewegt, was Herrchen da häufiger abends neben seinem iPad in einer braunen Flasche stehen hat: Bier!

Logisch, dass ein bekennender Entdecker und kleiner Forscher wie auch diese Domäne, die scheinbar eigentlich den Menschen vorbehalten ist, kennen lernen möchte.
Praktischerweise fällt bei einer sturmfreien Bude schon mal die eine oder andere Flasche oder Dose um, so dass mein gut ausgeprägter Geruchsinn durch geschmackliche Impressionen ergänzt werden konnte.
Es schmeckt irgendwie komisch und prickelnd, aber man fühlt sich plötzlich ganz anders (irgendwie ähnlich wie bei Benny im Bett).
Seit heute ticken die Uhren ja nun endlich (?) wieder anders, und die ‚Benny-Zeitverschiebung‘ ist wieder auf Normalzeit zurück. Ist es da nun fair, nach einer solchen Ausnahmesituation zu behaupten, “Carl Otto gehorche nicht mehr” !?
Warten wir erst mal ab, ob da was dran ist, denn ich möchte nicht bestreiten, dass mich die letzten Tage etwas beeinflusst oder gar geprägt haben könnten.
Ihr konntet aber sicherlich auch erkennen, dass ich weder Einfluss auf meine Pubertät, noch auf die Zeitverschiebung hatte, und hoffe somit auf Euer Verständnis und Wohlwollen.

Bleibt mir gewogen…

Wuff wuff

Euer Carl Otto

PS: Habe ich schon erwähnt, dass ich vorhin im Rahmen einer archäologischen Ausgrabung ein aus der Zeit der sturmfreien Bude stammendes Relikt in Form einer Bierdose im Garten gefunden habe?
Sie war noch nicht so ganz leer….. vorher….
Nun bin ich müde…. irgendwie…

Carl Otto mit Bier

König Otto

Puber-Tier Otto gehorcht nicht mehr!

18. Mai 2015

Wuff wuff,

schon am gestrigen Tage, unmittelbar nach der Rückkehr von Herrchen & Co, war vonseiten der Kinder leichte Kritik an meinem Verhalten zu vernehmen, doch als Herrchen sich heute an den Frühstückstisch setzte, formulierte Frauchen es unmissverständlich: „Carl Otto gehorcht nicht mehr!“
Herrchen mochte es nicht glauben, schwebten seine verklärten Erinnerungen doch noch beim letzten Unterrichtstag, von dem ich Euch berichtet habe.
Nun ja, liebe Familie; 4 Tage „sturmfreie Bude“ verbunden mit einem „Himmelfahrtskommando“ gehen an einem kleinen Hund und Freigeist wie mir nicht spurlos vorüber. Ihr habt mich nun vier Tage lang recht frei an den Verlockungen dieser Welt schnuppern lassen.
Folgendes ist mir dabei klar geworden: ich will kein „Beamten-Hund“ sein oder werden, sondern ein „Unternehmer-Hund“.
Nun werdet Ihr vielleicht sagen: “Du bist doch der Hund eines Unternehmers!”
Nein, ich meine es natürlich anders. Ich möchte ein Entdecker sein, ein Eroberer, ein Verführer, aber kein Langweiler, der nur das macht, was Herrchen & Co wollen.
Der ‚König vom Blauen Haufen‘ zu werden, das ist doch mal eine Herausforderung.
Natürlich möchte ich in meiner Familie beliebt sein und tue mein Möglichstes, um jedem zu gefallen, aber da stelle ich doch allgemeine Interessenkonflikte fest, wenn sich meine Wünsche und Eure Erwartungen überlagern.
Gerade komme ich vom Spaziergang mit Herrchen zurück, wo diese „konträre Überlagerung signifikant verifizierbar“ war.
Herrchen kam etwas deutlicher auf den Punkt, als er sich eingestand, dass Frauchen recht habe, was er eher selten zugibt.
Immerhin hatte ein anderes Frauchen heute ein entscheidendes, entlastendes Argument parat: „Guckt mal, Carl Otto hebt ja jetzt auch immer das Bein!“ Das hatte sie fein beobachtet, und die logische Konsequenz dürfte allen Hunde-Pädagogen klar sein:
Die Pubertät ist angebrochen, ich bin jetzt ein „Puber-Tier“!
Tja, Ihr Lieben, bei Euch liegt diese Phase in den meisten Fällen ja schon recht lange zurück. Auch wenn Ihr mit einer gewissen Altersverklärtheit zurückschaut und nur die guten Momente in Eurem Langzeitgedächtnis abgespeichert habt, gibt es meist Dokumente oder Zeitzeugen, die etwas anderes sagen.
Oder wolltet Ihr gleich „Beamten-Kinder“ werden!?
In der Pubertät werden Synapsen zu den Treppen aus Hogwarts, sie werden nach nicht zu durchleuchtenden Schemata voneinander getrennt und neu verknüpft, im verwirrten Wirsing wüten tosende Stürme und brachiale Gewitter, die Hormone tanzen Tango und alles, was gestern noch galt, wird heute in Frage gestellt!
Und ausgerechnet in einer solch lebenswichtigen Phase lassen mich Herrchen & Co am Vatertag mit „postpubertären Pseudo-Studenten und Möchtegern-Vätern“ zurück, die alles mögliche im Kopf haben, aber sicherlich nicht die konsequente Erziehung eines heranwachsenden Hundes, der sich in seiner entscheidenden Lebensphase befindet.
Die „Sturm- und Drangzeit“ eines Junghundes verbunden mit „sturmfreier Bude“, das muss ja zwangsläufig zu einem pädagogischen Tiefdruckgebiet führen, dessen Folgen sich nun in unmotiviertem Bellen und auf Durchzug geschalteten Ohren äußern.
Ich denke, ich habe Euch heute gut aufzeigen können, dass ich zum Spielball „extrinsischer Einflussfaktoren“ geworden bin, also quasi unschuldig.
Frauchen meint, Herrchen & Co sollten mal wieder einen Blick in schlaue Hunde-Bücher werfen. Sie selbst stellt sich das bei Hunden einfacher vor, als bei den eigenen Kindern.
Wie kommt Ihr Menschen darauf, dass es einfacher sei?
Als Hund steht es mir ja tendenziell eher nicht zu, den Erziehungsstand von Frauchens Nachwuchs zu beurteilen, doch die Kinder in unserer Familie werden gewiss keine Beamten.
Das sagt doch schon eine Menge aus, oder?

Oh, jetzt muss ich mal gehorchen und auf meinen Hundeplatz.
Gehorsam ist irgendwie anstrengend, langweilig und ermüdend.
Daher träume ich jetzt davon, wie ich am Blauen Haufen von meinen Kumpels zu „König Otto vom Blauen Haufen“ gekrönt werde.
Träume Dein Leben und lebe Deine Träume!
König Otto

Wuff wuff

Euer selbsterträumter „König Otto vom Blauen Haufen“, das ungehorsame Pubertier.

Otto als Name

Nachdenkliche Stunden

15. Mai 2015

Wuff wuff,

während sich Benny & Co scheinbar noch von ihrem Himmelfahrtskommando erholen müssen, habe ich in meinem Ausweichquartier etwas Zeit, mir meine Gedanken zu machen.
Euer Internet gibt einem kleinen Hund wie mir ja stetig neue Impulse.
Hier mal ein paar Zeilen, die mich und vielleicht auch Euch nachdenklich machen.
Ich habe sie aus der Erinnerung geschrieben, so dass ich sie nicht großen Menschen-Namen zuordnen kann oder muss…

Wenn man…
Wenn man jeden Morgen freudvoll den Tag und die Menschen begrüßt,
wenn man täglich das gleiche Essen bekommt und sich freut,
wenn man weder Rasse, Größe, Farbe oder Gewicht als Kriterium für Freundschaft wertet,
wenn eine Religion oder die Staatszugehörigkeit keine Rolle spielt,
wenn man ohne Täuschungen und Lügen sein Leben lebt,
wenn man bedingungslos Zuneigung und Liebe zu Menschen empfindet,
dann ist man vermutlich ein Hund!

Kaltschnäuzigkeit
Die kalte Schnauze eines Hundes ist meist recht warm im Vergleich zur Kaltschnäuzigkeit der Menschen.

Gutes Geschäft
Menschen schenken ihren Hunden kaum Zeit und nur den Rest ihrer Liebe und Aufmerksamkeit.
Dafür schenken Hunde restlos alles, was sie zu bieten haben.
Das ist vermutlich das beste Geschäft, was ein Mensch je machen kann!

Treue
Dass mir der Hund das Liebste sei,
sagst Du, oh Mensch, sei Sünde?
Im Sturm blieb mir der Hund stets treu,
die Menschen kaum im Winde.

Leben ohne Hund
Natürlich kann man ohne Hund leben,
es lohnt sich nur nicht.

Tierschutz
Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit.

Napoleon
Für einen Hund ist jeder ein Napoleon,
deshalb sind sie so beliebt.

Bellen
Ein Hund, der bellt, ist mehr wert
als ein Mensch, der lügt.

Gefühle
Ein Hund drückt mit seinem Schweif mehr Gefühle aus,
als der Mensch mit dem Mund.

Seelentröster
Ein Hund, der das traurige Gesicht eines Menschen leckt,
bewirkt deutlich mehr als ein Psychiater.

Raubtier
Hunde sind egoistische, undemokratische, triebgesteuerte naive Raubtiere,
aber in diesem Bewusstsein lieben die Menschen sie trotzdem.

An Himmelfahrt scheinen einige Männer allerdings auch zu triebgesteuerten Tieren zu werden, vielleicht ist das eine Art von „Liebestest“?!

Das scheint bei Herrchen & Co doch ganz anders zu sein, denn die sitzen auf Juist scheinbar in einem riesigen Sandkasten (Strand), hören Live-Musik und lassen es sich offensichtlich gut gehen.
Dort dürfen Hunde nur an der Leine gehen – und es ist für uns Hunde scheinbar alles mögliche verboten, was für einen „Freigeist“ wie mich doch eine Lebenseinschränkung wäre.
Mal sehen, wann die abyssisch tiefen Wunden, welche die Gefechte am Tage des Himmelfahrtskommandos an Körper und Geiste von Benny hinterlassen haben, genesen werden. Das wird wohl erst dann der Fall sein, sobald er von einem Kater spricht und damit Findus meint.
Ich vermisse meine Carlotta, aber vielleicht habe ich ja Glück und Alma kommt mich besuchen.

Drückt mir Eure Pfoten

Euer Carl Otto

DAS BUCH wurde gesichtet!

14. Mai 2015

Wuff wuff,

das Buch der Bücher, die „Blaue Mauritius der Tier-Literatur“, das Meisterwerk mit dem Namen „Post von Carl Otto“, welches nach der Konfirmation spurlos verschwunden war, ist gesichtet worden. Die in Bonn gebildete SOKO „Dicker Otto“ kann den wohlverdienten Kurzurlaub antreten, und das in Immenrode angesetzte Benefiz-Konzert „Tango für traumatisierte Hunde“ kann unter einem neuen Motto starten.
Auch eine Open-Air-Trauer-Veranstaltung auf Juist unter dem Motto „Die verlorenen Memoiren des Carl Otto“, zu der „Herrchen & Co“ gestern anreisten, wurde kurzfristig wieder abgesagt.
Es liegt ein Geständnis von Almas Frauchen vor, die als ‚Königin des Aussichtsreichs‘ Immunität genießt und zweifellos stets in guter Absicht handelte.
Da ihr Königreich nur über eine Seilbahn oder mühsamen Fußmarsch erreichbar ist, blieb die Fahndung zunächst erfolglos, da sie es am Folgetag versäumte, Ihren Fund bei der „Konfirmations-Frühstücksgesellschaft“ zu melden.

Ob sie mir an dem Tag vielleicht böse war, weil die Lampe im Garten umgekippt ist?
Das waren Alma und ich aber gemeinsam, weil wir mit unseren blöden Leinen ein wenig „gewuselt“ und dabei die Lampe aus der vertikalen in eine horizontale Position transformiert haben.
Herrchen musste zunächst den „Gordischen Knoten“ lösen, indem er uns von der Leine ließ, was sich ebenfalls als Fehlentscheidung erwies, denn Alma zeigte mir sofort den Weg zum Würstchenstand. Den hätte allerdings auch die verstopfteste Hundenase alleine gefunden. Als Betreiber einer Würstchenbude sollte man aber auch die Tür zum “Allerheiligsten” schließen, um sich nicht der Mittäterschaft schuldig zu machen.
Das Aussichtsreich wartet scheinbar noch auf die eine oder andere Regelung , obwohl mir der Status quo eigentlich ganz gut gefällt.
Gut gefallen ist ein gutes Stichwort, denn als ich wieder bei unserer Frühstücks-Gesellschaft war (aufgrund des Vorfalls an der Würstchenbude leider wieder angeleint), ist ein Herr recht sportlich über die besagte Lampe gefallen, was ihm wohl nicht gefallen hat, denn seine Beule am Kopf musste mit Eis aus dem Sektkühler gekühlt werden.

Aber ist das ein Grund, ein Konfirmationsgeschenk zurückzuhalten?
Wohl kaum.
Ob meine Bemerkungen zu und über Alma ein Grund sein könnten?
Gibt es hier etwa eine Form von Einflussnahme auf die Pressefreiheit vonseiten des Aussichtsreichs!?

Benny hat mich heute im ‚Hunde-Asylantenheim‘ bei Nana und Bupa abgegeben, um mit anderen ‚Nicht-Vätern‘ den Vatertag zu begießen.
Laut Zeitungsberichten ist sogar der Blaue Haufen für diesen blauen Haufen umhertorkelnder Nicht-Väter gesperrt, weil die an einem solchen Tag immer ihre guten Manieren vergessen und den „gezielten Kontrollverlust“ anstreben. Wollen wir hoffen, dass Benny & Co eine polizeiliche Kontrolle vermeiden können, so dass auch ich irgendwann wieder in meine eigenen vier Wände zurückkehren kann.
Mit Benny alleine zu sein, ist übrigens in etwa so, als würdet Ihr nach Amerika fliegen, da sein Morgen immer erst mittags beginnt. Ihr Menschen redet dann immer von Jetlag, wenn sich Eure Zeitzonen verschieben. Den werde ich nun auch haben, bis die Urlaubsreisenden aus Juist wieder nach Goslar zurückkehren.

Benny irrt übrigens mit seinen Kumpels durch den Wald und sucht dabei eine Drachenflieger-Startrampe, die bereits vor ca. 15 Jahren abgerissen wurde. Am heutigen Tag und in Anbetracht seines angestrebten Kontrollverlustes würde ich sagen: zum Glück!

Drückt mir die Pfoten

Wuff wuff

Euer Carl Otto

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Private Hundeschule – Unterrichtsbeispiele

12. Mai 2015

Wuff wuff,

da ich ja nicht zur Hunde-Schule gehen darf, muss ich mich privat weiterbilden oder bekomme Hausunterricht.
Heute gab es bei der ‚Affenhitze‘ hitzefrei und der Unterricht fand zunächst im Freien statt.
1. Stunde: allgemeine Ballkunde und Ball-Theorie.

Ball-Theorie

Ballistische Flugkurvenberechnung unter Einbeziehung von Wind- und Wetterelementen. Ganz schön langweilig, so „Theorie-Kram“.
Da kommt dann irgendwann so ein unglaublicher Bewegungsdrang, dass man buchstäblich vom Stuhl fetzt.

Pause - Bewegung muss sein
Pause – Bewegung muss sein

Meine Lehrerin zeigte allerdings ein wohlwollendes Verständnis für meinen Bewegungsdrang in der Pause.
Somit wurde die zweite Stunde spontan zum Anfängerschwimmen und zur Wassergewöhnung in einem Teich genutzt.

Ab ins kühle Nass
Ab ins kühle Nass

Zunächst war freies Planschen angesagt, bis meine beiden Schwimmlehrer Ole und Nike mit Ihren Schwimmbojen kamen.
Die machten das nicht zum ersten Mal, während mein erster Schwimmversuch wohl eher als Tauchgang gewertet werden könnte. Dementsprechend stufte ich mich aus militär-strategischer Sicht eher beim Heer ein und schnappte Ole und Nike die Bojen einfach beim Landgang weg.

Her mit der Boje
Her mit der Boje

Man muss halt seine Stärken kennen und nutzen. Auf echte Schwimmversuche wollte ich daher erst mal verzichten.

Schütteln des nassen Fell

Mit nassem Fell und ausgiebigem Schütteln kann man sich übrigens bei Menschen unbeliebt machen oder sie sich vom Leib halten, was man auch als Lernzuwachs werten kann.

Nach dem Schwimmen gab es in der dritten Stunde „Schnüffeln“ und „Polizei-Arbeit“.
Ich bin ja schon fast ein Suchhund, dem man eine Polizei-Karriere vorhersagen könnte, und die Fahndung nach meinem Buch hat ja noch keinen Erfolg aufzuweisen.

Polizeiarbeit
So ein Polizist muss schon mal ein ‚Bisschen‘ abkönnen, wobei wir Labradore ja ein sogenanntes weiches Maul haben. Wir können beispielsweise eine Ente im Maul transportieren, ohne dass auch nur ein einziger Nackenwirbel bricht. Dumm für die Ente ist jedoch meist, dass sie bereits vorher vom Jäger mit Schrot gestopft worden und an den Folgen der Bleivergiftung gestorben ist.

In der vorletzten Stunde stand ungewöhnliche „Tier-Literatur“ auf dem Lehrplan, die interpretiert werden sollte.

Kack-Literatur
Kack-Literatur

Diese Geschichte handelt von einem wahrhaft beschissenen Thema, wo es einen kleinen Maulwurf recht unglücklich auf den Kopf getroffen hat.
Er macht sich sogleich an die Fahndung nach dem Täter und verdächtigt nacheinander eine Reihe von unterschiedlichen Tieren, die sich zu ihrer Entlastung im Beisein des Maulwurfs lösen müssen, um ihre Unschuld zu beweisen.
Wie peinlich ist das denn, und welcher Mensch denkt sich so eine „Fäkal-Literatur“ aus?! Ihr werdet es nicht glauben, Frauchen hat dieses Buch auch noch auf Holländisch gekauft.
Das Buch wurde wohl von einem Hundehasser verfasst, denn der Täter war (natürlich) ein Hund.
Aber das eigentliche Problem liegt doch wieder am anderen Ende der Leine, denn Ihr Menschen habt doch den Job, unsere geschäftlichen Erfolge zu beseitigen und notfalls auch den Papierkram zu erledigen.
Stattdessen muss sich der arme Hund demütigen und schlussendlich bildhaft für alle Hunde dieser Welt auf den Kopf kacken lassen!?
Ihr Menschen findet das wohl komisch, wenn dem besten Freund des Menschen solch Schmach passiert, obwohl Ihr Euren Job nicht gemacht habt.
Würdet Ihr auch lachen, wenn als Moral der Geschichte ein Hund Euren Kopf so krönt?
Nun verstehe ich erst, warum das einzigartige „Otto-Buch“ bei der Konfirmation verschwunden ist, denn das ist gegenüber diesem „Kackbuch“ gehobene Tier-Literatur.

Die letzte Stunde findet wieder im Freien statt, denn nun gibt es allgemeine Gewitterkunde, mit Blitz, Donner und Hagel.
Hagelkunde
Blitz und Donner sind ja schon seit Silvester meine „Freunde“, aber Hagel tut etwas weh, zumindest, wenn man keinen Schirm wie Carlotta bei sich hat.
Da lasse ich meine Lehrerin gerne mal im Regen stehen und breche den Unterricht für heute ab.

Aber mal ehrlich, kann man in einer normalen Hunde-Schule an einem Tag genau so viel lernen?
Ich denke, meine „Schule des Lebens“ ist irgendwie besser!

Wuff wuff

Euer Musterschüler

Carl Otto

PS: Ab morgen verlässt mich meine Familie Richtung ‚Nordseeurlaub ohne Hund‘ und ich übe mit Benny „sturmfreie Bude“. Der ist die kommenden Tage dann Gastdozent in der „Schule des Lotterlebens“, denn der sogenannte ‚Vatertag‘ soll in hiesigen Gegenden wohl heftigst von Nichtvätern gefeiert werden.