Archiv für den Monat: August 2015

Carl Otto und Luna saufen

Tierische Begriffe und Reiseerlebisse

Wuff wuff,

auf der Reise nach Köln habe ich ja während der Fahrt reichlich Zeit gehabt, zum Beobachten und Nachdenken.
Ich hatte mich ja schon mal mit Kommunikation und Sprache beschäftigt. So ist mir heute in den Sinn gekommen, wie Ihr Menschen tierische Begriffe verwendet und mit uns Tieren in Zusammenhang bringt.
Da könnt Ihr Euch ja oft „tierisch“ aufregen, oder es geht Euch entsprechend auf den Wecker.
Es könnte aber auch tierisch kalt gewesen sein, oder war es eher schweinekalt.
Ein Schwein kann scheinbar aber auch Glück bedeuten, Zumindest die weiblichen Schweine erscheinen Euch besonders stark, oder was meint Ihr mit saustark?
Noch mehr Schweine sind ja auch die Meerschweine, die ich hier gerade in Köln kennen gelernt habe. Mir läuft irgendwie der Sabber, und ich bin nicht sicher, ob die sicher sind.

Meer- oder Weniger-Schweinchen?
Meer- oder Weniger-Schweinchen?

Hinterher sind es wohlmöglich nur noch „Wenigerschweine“

Eine ‚Schweinerei‘ kann wohl auf moralischer oder hygienischer Ebene stattfinden.
Bei uns Hunden habt Ihr ja auch einige Redewendungen, egal ob Ihr einen anderen Menschen als ‚armen‘ oder ‚blöden Hund‘ bezeichnet. Beim Schweinehund handelt es sich scheinbar um eine Kreuzung, die sich durch Trägheit und Beharrungsvermögen hervor tut. Die ‚Hundstage‘ sind im Sommer besonders heiß. ‚ Auf den Hund gekommen‘ ist eine Umschreibung, wenn es einem Menschen gesundheitlich oder materiell schlecht geht. Herrchen ist aber auch irgendwie auf den Hund gekommen und der heißt Carl Otto. Falls Ihr ihn darauf ansprecht, kann er sicherlich den finanziellen Unterschied zwischen Findus und mir in Worte fassen, aber da wären wir auch gleich beim Stichwort, wie Katzen in Eurem Sprachgebrauch weg- und vorkommen. “ Drei mal schwarzer Kater“ am Ende eines Zauberspruchs klingt schon irgendwie verhext. Ein Katzenjammer ist ebenfalls nicht gerade positiv belegt und kein Mensch mag am sogenannten Katzentisch sitzen.
Da wird ein ‚raffinierter Hund‘ oder ein ’schlauer Hund‘ unter Euch Menschen doch eher bewundert. Der ’sture Hund‘ ist allerdings eher als Symbol mangelnder Kompromissfähigkeit bekannt.
Einen ‚grässlichen Kater‘ nach einer durchzechten Nacht zu haben, ist natürlich auch nicht gerade positiv für die Welt der Katzen. Vom Katzenjammer möchte ich gar nicht reden und kein Mensch möchte in einem Raum am sogenannten ‚Katzentisch‘ sitzen.
Aber auch andere Tiere bekommen ihr Fett weg, nicht nur die ‚fetten Schweine‘.
‚Du Rindvieh‘ ist ein Oberbegriff für ‚dummer Ochse‘ oder ‚blöde Kuh‘.
Auch so ein Gedanke: Eine Kuh, die macht Muh, viele Kühe machen Mühe!
Unter diesem Gesichtspunkt möchte ich meine gedanklichen Bemühungen einstellen, denn Euch fallen bestimmt noch viel mehr Beispiele ein.

Heute habe ich während der Reise nach Köln aber neben den Meerschweinchen auch noch andere Tiere kennen gelernt.

Altes Pony und junger Dackel
Altes Pony und junger Dackel

Ein Pony mit dem Namen Jonas und einem buchstäblich biblischen Alter, sowie mehrere Dackel, von denen einer erst 9 Wochen alt war. Unter den Dackeln ist der kleine Carl Otto ein Riese und sonderlich schnell sind die auch nicht. Da haben wir es wieder, denn Glücksgefühle entstehen meist, wenn man sich die richtigen Bezugspunkte sucht!

Im Ort gab es da tatsächlich auch ein Lama, das sich aber nicht sonderlich für mich interessiert hat. Das war vorher in einem Circus beschäftigt und blieb im Ort aufgrund einer Bierlaune vom alten Herrchen und wohl auch dem neuen Herrchen. Was man mit einem Lama machen soll? Das fragt sich das neue Herrchen vermutlich nun auch. So ein Lama soll ja recht zielgenau spucken können, und ich bin froh, dass ich hier nicht aus Erfahrung schreiben muss.

Apropos Lama, Carl Otto ist lahmer als Luna! Mit Luna hatte ich heute in Köln viel Spaß, während Herrchen mit ‚Katastrophen-Emil‘ in Köln auf dem Kölner Dom war, um sein Nerven-Kostüm auszuprobieren. Herrchen könnte dazu viel erzählen, zieht es aber vor zu schweigen.
Julia fragte nur interessiert, ob der immer so sei?!
Herrchen murmelte nur etwas von ‚heute durchschnittlich‘, was einen ungläubigen Gesichtsausdruck auf ihrem schönen Gesicht erzeugte.

Am Abend bin ich dann noch mit Herrchen und Julia an einen See gefahren, wo Menschen an Seilen gezogen auf Brettern über das Wasser zischten. Da es sich um deutsche Meisterschaften handelte, müssen die recht gut gewesen sein. Julia zog es vor, als Landratte dem Geschehen zuzusehen, während Herrchen und ich zu Wasserratten wurden.
Herrchen musste erkennen, dass ich inzwischen verdammt schnell schwimmen kann. Es ist aber auch etwas leichter, jemanden hinterher zu schwimmen, der einen Halbkreis schwimmt, weil man ja doch etwas abkürzen kann.
Meine Landgänge mit nassem Fell waren aber nicht bei allen Badegästen gleichermaßen beliebt, da diejenigen in meiner ‚Fell-Schüttel-Zone‘ doch etwas mehr Wasserkontakt bekamen, als es ihren natürlichen Wünschen entsprach.
Herrchen musste daher etwas ‚diplomatischen Dienst‘ verrichten und erinnerte sich auch plötzlich daran, dass es in NRW bestimmt eine Leinenpflicht gibt.
Irgendwie sind aber heute alle auf ihren Spaß gekommen und Herrchen muss nun noch dafür sorgen, dass das Wort Schweinehund nicht in den Zusammenhang mit mir und den Meerschweinchen gebracht wird.
Auf Luna könnte ich auch keine Schuld abwälzen, da die in den oberen Gemächern in einem echten Bett schlafen darf.
Prinzessin Luna
Von wegen Pusta-Hund, die ist hier eine ‚umhätschelte Prinzessin‘! Aber das sei ihr gegönnt, denn sie benimmt sich inzwischen immer mehr wie ein normaler Hund. Vielleicht bin ich ja nur ein ‚lahmer Otto‘ weil ich nicht in einem richtigen Bett schlafen darf. War ich nicht deutlich flinker auf den Beinen, als ich mit Benny das Bett geteilt habe?
Erfahrene Hundehalter raten jedoch davon ab, und Ihr wisst ja, der Weg des geringsten Widerstandes ist in der Pädagogik nur am Anfang asphaltiert.
Dem kann ich eigentlich nichts hinzufügen. Soeben kommt Lunas Frauchen und möchte mit Prinzessin ‚Abend-Pippi‘ machen gehen. Beide Damen sind jedoch erfolglos geblieben und nun in die oberen Gemächer verschwunden.
Herrchen und ich haben nun im Keller unser Quartier. Herrchen hat ein frisch duftendes Doppelbett und im Erdgeschoss duften die Meerschweinchen und andere erreichbare kulinarisch interessante Gerüche.
Los Herrchen, mach das Licht aus und schlaf endlich.
Lass Dich mal vom kleinen Carl Otto überraschen.

Wuff wuff

Gute Nacht

Euer Carl Otto