Archiv für den Monat: Oktober 2015

Carl Otto sabbert

Carl Otto, ein Auslaufmodell?!

Wuff wuff Ihr Lieben,

Ein tiefer Seufzer ging scheinbar durch die Leserschaft meines Blogs, als ich meine (vorläufigen) Abschlussgedanken formuliert hatte.
Das ist eigentlich schon im Sommer gewesen, so dass sich in meinem Hundekopf doch so einiges gesammelt hat, was ich Euch schreiben sollte, bevor ich es vergesse.
Erlebnisse, Gedanken, Einfälle, was halt mein kleines Hundegemüt so bewegt und mein Hundehirn verarbeiten muss.
Wahrscheinlich seufzt jetzt meine Familie wieder, weil man dort immer glaubt, sich in meinen Erzählungen wieder zu erkennen.

Daher hier mein wichtiger Satz: außer Alma, Herrchen und mir ist alles nur erfunden und entspringt meinem phantasievollen Hundehirn!
Ihr sagt dazu ‚Hirngespinste‘.

Was aber bitte ist ein Auslaufmodell?
Ist es ein Hund, der viel freien Auslauf benötigt?
Ist es ein inkontinenter Hund?
Nein, man bezeichnet als Auslaufmodelle die letzten Produkte einer Modellreihe.
Nehmen wir den C-Wurf der Labradore in Pollhagen, da waren Carl Heinz und ich quasi die Auslaufmodelle, wobei weniger die Reihenfolge der Produktion eine Rolle spielt, sondern auch der Verkaufszeitpunkt wichtig ist.
Unserem Züchter Holger sei Dank, dass er uns nicht wie im Schlussverkauf verramscht hat, sondern mein Kaufpreis genau so hoch war wie der von meiner Schwester Alma.
Das gibt einem Hund irgendwie einen guten Start ins Leben, zumindest, wenn man ein Denker wie ich ist. Carl Heinz habe ich ja nie wieder gesehen, so dass ich seine Einstellung nicht kenne.
Aber meine Schwester Alma rammelt mich, obwohl sie eigentlich alles hinter sich hat, was ihr Geschlecht ausmacht. Möchte sie mir damit etwa zeigen, dass ich ein Auslaufmodell bin?
Das glaube ich nicht, denn ich erkenne ja jetzt schon neidlos an, dass sie schneller laufen kann als ich.
Herrchen hat ja auch schon einen zweiten Makel an mir ausgemacht. Mir läuft einfach in bestimmten Situationen quasi das Wasser im Mund zusammen. Mein Maul ist aber anders als bei Alma geformt. Ich habe einfach deutlich mehr Haut im Gesicht. Irgendwie logisch, dass es auf dieser Welt eine Kraft gibt, die Ihr als Schwerkraft bezeichnet.
Wenn ich aufrecht stehe, dann wirkt diese Kraft nach unten, so dass die Teile von denen man zu viel hat, dem Trend der Schwerkraft folgen möchten. Ihr Menschen redet dann gerne bei Euch von Tränensäcken, Hängebäuchen und Hänget…,die Älteren Semester wissen, wo von ich hier schreibe.
Bei mir bildet sich im Bereich des Mauls, Ihr würdet von der hinteren Unterlippe sprechen auf beiden Seiten eine Aussparung. Eine Rinne wäre die Falsche Bezeichnung, den die hätte ja die Funktion, die überzähligen Flüssigkeiten in die gewünschte Richtung abzuleiten.
Bei mir ist in bestimmten Situationen genau das Gegenteil der Fall. Ich lebe in solchen Momenten buchstäblich im Überfluss.
Menschen die mich nicht so mögen, behaupten dann: „Carl Otto sabbert oder sabbelt“

Mir läuft das Wasser im Munde zusammen aber auch raus.
Mir läuft das Wasser im Munde zusammen aber auch raus.

Bei Euch Menschen verwendet man diese Begriffe doppeldeutig und sie könnten bestenfalls bedeuten, dass ein Mensch zu viel redet.
Bei einem Hund ist es eindeutig: Speichel tropft aus seinem Maul und dieses Phänomen ist bei Euch Menschen eher negativ besetzt.
Auch die Konsistenz trifft eher nicht Euer ästhetisches Gefühl, denn Ihr fühlt Euch an Klebstofftuben erinnert. Dieser Vergleich ist auch garnicht ganz so weit her geholt, denn Hundespeichel hat auf menschlichen Kleidungsstücken nicht unähnliche Fähigkeiten.
Es gibt ja den Satz bei Euch Menschen: „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“.
Dazu fällt mir zum Abschluss folgende Geschichte ein, die dazu passt wie ein Sabbelfaden zu Herrchens Hose.

Es ging mir vor einiger Zeit wirklich schlecht. Hundehusten ist etwas, womit man schleunigst zum Arzt gehen sollte. Selbst mein sparsames Herrchen war aufgrund der ungewöhnlichen Geräusche, die meinem Maul entwichen in echter Sorge und suchte den Tierarzt seines Vertrauens mit mir auf.
Der verordnete mir das, was Ärzte tun müssen, um ihre Praxis lukrativ betreiben zu können und gab meinem besorgten Herrchen den Gewinn bringenden Rat, nach fünf Tagen noch mal vorbei zu kommen.
Beim zweiten Besuch war Herrchen inzwischen wieder entspannter und machte lustige Anspielungen auf meinen temporären Speichelfluss. Ob der wohl eine Berechtigung für eine Reklamation oder Rückgabe beim Züchter sei? Ich sei doch noch innerhalb der Garantiezeit.
„Nö, das geht leider nicht“, meinte der Arzt, „Ihr Hund ist leider ein Auslaufmodell!“
Beide klopften sich vor Lachen auf die Schenkel.

So soll ich durch's Haus laufen?
So soll ich durch’s Haus laufen?

Was soll man da sagen?

Bleibt mir gewogen.

Wuff wuff

Carl Otto

(vorläufige) Abschluss-Gedanken

Wuff wuff,

wenn ich die Fotos von meiner ersten großen Reise betrachte und darüber nachdenke, dass Herrchen nun schon Druckerpatronen bei Euch ersetzen soll, weil ich so viele Seiten verfasst habe, komme ich doch zu dem Schluss, dass nun Schluss sein muss mit Post-von-Carl-Otto.

Nun habt Ihr mich ja alle mal direkt kennen gelernt und konntet Euch ein eigenes Bild von mir machen.
Natürlich werde ich nicht aufhören, die Welt der Hunde und Menschen zu vergleichen und zu hinterfragen.
Aber das ist dann schon ‚höhere Hunde-Philosophie‘.
Da tun sich wirklich interessante Aspekte auf, wenn man überlegt, dass Ihr Menschen ja vom Affen abstammt und wir Hunde vom Wolf.

  • Wie viel Affe steckt noch im Menschen und wie viel Wolf in uns Hunden?
  • Wie kommt es eigentlich, dass Ihr ‚Oberaffen‘ aus Wölfen uns Hunde gemacht habt?
  • Wo liegen die wesentlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Hund?
  • Da gibt es bestimmt noch viele spannende Fragen zu überlegen und eine Menge Punkte zu hinterfragen.
    Diese Fragestellungen suchen aber eher nach einer ernsthaften Antwort und werden vermutlich nicht so kurzweilig und erlebnisreich zu lesen sein wie Post-von-Carl-Otto.

    Heute wurde Herrchen am blauen Haufen von einem anderen Herrchen gefragt, ob er denn Vorträge an der TU halten würde.
    Diese Frage bezog sich sicherlich auf die Vergangenheit, aber Herrchen erinnerte sich nun daran, dass er genau das eigentlich in diesem Jahr vorhatte.
    Dann kam ich in sein Leben und die Post-von-Carl-Otto entstand.
    Herrchen sagt ja immer: „Machen ist besser als nicht machen, solange es niemanden schadet!“

    Also mache ich hier nun Schluss und hoffe, dass es keinem schadet.
    Danke, dass Ihr einige Episoden von Carl Otto gelesen habt, und ich hoffe, dass es Euch um die eingesetzte Zeit nicht leid tut.

    Bleibt mir gewogen

    Wuff wuff

    Euer Carl Otto

    PS: ich habe nun auch mal gesehen, wo eigentlich Erdbeeren wachsen.
    Meine ersten selbst gepflückten Erdbeeren
    Köstlich, und fast so gut wie auf Frauchens Erdbeertorte!

    Mitten im Rheinland

    Wuff wuff,

    meine erste lange Reise ins Rheinland ging gestern zu Ende, und ich möchte nun eine Nachlese veranstalten, damit auch ich später mal nachlesen kann, was ich für Gedanken hatte.
    Ihr könnt Euch vielleicht gar nicht so vorstellen, was jeden Tag an neuen Eindrücken auf einen kleinen jungen Hund einstürzen.
    Um es gleich richtig zu stellen, alles, was ich erleben durfte, war schön und interessant und somit wichtig, um ein großer Hund zu werden.
    Ob eine Handsignierung meines neuesten Buches zu den Erfahrungen zählt, die man machen sollte, wage ich eher zu bezweifeln, aber wenn man etwas nie gemacht hat, sollte man sich lieber ein Urteil verkneifen.

    Signierung Carl Otto DAS BUCH

    Ich habe es heute auch eher Herrchen zuliebe gemacht, der plötzlich die Idee hatte, dem ‚Werk‘ eine gewisse Einzigartigkeit zu verschaffen. Carlottas Sorge bestand ja schon darin, dass nun IHR BUCH nicht mehr einzigartig sei. Da kann sie eigentlich beruhigt sein, denn ihr Buch hat den wenigsten Text und die meisten Fehler und ist somit Carl Ottos Ur-Faust oder Ur-Pfote.
    In Köln habe ich mich gefreut, das meine Freundin Luna inzwischen in der Familie Otto zur ‚Prinzessin‘ geworden ist.

    Prinzessin Luna

    Ich habe für mich erkannt, das Bodenhaltung und Bodenständigkeit durchaus Tugenden sein können, die einem Hund einen gewissen Grad an Wertschätzung bereiten können. Man kann so die Rolle als echter Kerl im Wertbild der Menschen verkörpern.

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    Auf dem Bild seht Ihr mich mit einer Freundin des Hauses, die von Fell und Optik durchaus Alma ähnelt. Im Gegensatz zu Alma ist dieses arme Wesen jedoch mit schlechten Hüftgelenken auf die Welt gekommen, was die Beweglichkeit und die Bewegungsfreude doch einschränkt.
    Hat mich das gestört?
    Nein, weil wir Hunde die Gabe haben, unserer Gegenüber so zu nehmen, wie er ist.
    Daher haben wir auch keine Probleme, blinden oder hilflosen Menschen unsere Sinne als Hilfe anzubieten, oder einfach mit Menschen glücklich zu sein, die in Euerem Schubladendenken in der ‚Untersten dieser Art‘ stecken. Diese Menschen geben uns nämlich oft etwas anderes: Wertschätzung auf der Ebene von Gleichwertigkeit und Schätzung unserer besonderen Fähigkeiten. Das Geheimnis liegt aus meiner Sicht darin, den Anderen kennen lernen zu wollen und sich Zeit füreinander zu nehmen.
    Lässt sich daraus nicht auch etwas auf das menschliche Miteinander ableiten?

    Ich habe aber auch gemerkt, dass ich in Köln und Bonn scheinbar irgendwie etwas Besonderes bin, weil mir die erwachsenen Menschen recht viel Aufmerksamkeit geschenkt haben.
    Aber eigentlich möchte man als junger Hund einfach nur spielen und Spaß haben.
    Und da ist mein ‚Kölner Kumpel Emil‘ einfach der Hammer!
    Herrchen mag ja im Alltag das eine oder andere Problem mit ihm haben, aber für mich ist seine Gegenwart ‚Freude pur‘!
    Nahezu alles bei ihm kommt nach dem Motto “ unverhofft kommt oft“ und Gewohnheit ist bei ihm eher ungewöhnlich. Aber alles macht er irgendwie mit Power und Intensität.
    Der kann mich daher ganz schön müde machen, dieser Emil.
    Aber für mich gilt: „nach dem Emil ist vor dem Emil“, und Ihr glaubt gar nicht, wie gut der auf dem Trampolin springen kann. Aber er glaubte wohl auch nicht, dass ich es kann.
    Die haben übrigens bei sich im Garten einen coolen Swimmingpool. Zuerst wollte ich über den 3-er hinein rutschen, aber als kluger Hund sollte man sich ja auch Gedanken machen, wie man da wieder raus kommt. An diesem Punkt unterscheide ich mich vielleicht deutlich von Emil, was aber nichts daran ändert, dass er mein ‚Super-Kumpel‘ ist.
    Vernunft ist das Eine, und Spaß das Andere!
    „Yin und Yang“ würde ein Chinese sagen, „et hät noch emma jot gejange“ der Kölner!

    ein wenig trübe das Wasser

    Die Wasserqualität war noch ein wenig trübe, so dass auch die Tiefe dieses Gewässers von mir nur vermutet werden konnte. Stille Wasser sollen nach menschlicher Weisheit ja bekanntlich tief sein. Warum eigentlich?

    Meine nächste besondere Erfahrung war eine neue Begegnung mit Musik. Klar, bei uns wurde auch schon Weihnachten musiziert, aber das war schön schnell vorbei und man konnte sich zwanglos an anderen Dingen erfreuen.
    Nun aber habe ich in Bonn mein erstes Live-Konzert verfolgt, ‚Open-Air‘ und ‚unplugged ‚, wenn man mal davon absieht, dass da ein Klavier mit einem Stecker war.
    Otto von Bismark soll gesagt haben: „wenn ich Beethoven höre, werde ich tapfer“ und so habe ich beschlossen, in Beethovens Geburtsstadt es ihm gleich zu tun.
    Allerdings hatte ich auch keine Alternative, denn ich war von der Leine und der Musik gefesselt. Zudem ließ ich mir gemütlich die Abendsonne auf den Pelz scheinen. So konnte ich gemütlich über Musik im Allgemeinen nachdenken, während Sängerinnen und Flöten gegen den Lärm von Flugzeugen und Autos ihr Bestes gaben. Musik ist ja eigentlich wie ‚Sprache ohne Worte‘ und sie geht (wenn sie gut ist) direkt vom Ohr in Herz und Seele. Leider wurde die Musik immer wieder durch Ansagen und Applaus unterbrochen, so dass Herrchen neben meiner Seele auch mein leibliches Wohl im Auge hatte.
    Als Herrchen mir eine getrocknete Rinderblase als kleinen Pausen-Snack gab, um meine Laune hoch zu halten, wurden die Zuhörer in meinem Umfeld bei der neu einsetzenden Musik doch etwas nervös. Die rhythmischen Knackgeräusche aus meinem Maul waren wohl noch im falschen Takt. Da muss ich wohl doch noch mehr Taktgefühl lernen.
    Apropos Taktgefühl, haben Taktik und Takt miteinander zu tun? Während der erste Begriff doch eher strategische Bedeutung hat, bestimmt der zweite die Rhythmisierung der Töne. Meine Taktik bestand für die Folgetage, mich mehr von Kulturstätten fern zu halten und der Natur den Vorzug zu geben. Aus dem Grund zeigte ich auch kein Interesse, Beethovens Geburtshaus zu besichtigen und bin lieber mit Luna im Park und in einer Hundeschule gewesen. Wenn ich gewusst hätte, dass Herrchen das Beethovenhaus gegen einen Aquariumbesuch getauscht hat, wäre ich vielleicht doch mitgekommen, aber eigentlich macht es mir mehr Spaß, den Kopf lieber selbst unter Wasser zu halten.
    Am Sonntag-Nachmittag gab es dann noch die ‚kleine Otto-Show‘ in Bonn, wo ich einen Teil der Bonner Sippe kennen lernen durfte.
    Da werden wohl meine Schreiben recht intensiv und genau gelesen, denn man hatte eine Menge Leckerlies dabei, die etwa dem entspricht, was ich mir im Laufe einer Woche mühsam verdienen muss.
    Herrchen hat dann auch prompt das Abend(fr)essen ausfallen lassen und Frauchen hat heute meine gute Figur gelobt.

    Meine Oma auf zwei Beinen brauchte übrigens etwas Zeit, um zu verstehen, dass ich nicht reden kann sondern nur schreiben und lesen. Dafür haben wir uns aber gut verstanden.
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    Man bekommt ja schon fast ‚Star-Allüren‘ , wenn man von einem so großen Fankreis verabschiedet wird. (König Otto der II in seiner Sänfte)
    Am Ende meiner Erlebnisreise bin ich in Goslar aus dem Auto zur Haustür gestürmt und habe herzhaft gebellt, um dann ebenso herzhaft und stürmisch empfangen zu werden.
    War das eine Freude!

    Heute hat Benni seinen ‚Hunde-Computer‘ mit mir getestet. Irgendwie blöd und einfach, die Hebel zu bewegen, um an ein Leckerli zu kommen. Zum Glück hat er sein Klacker-Ding nicht dabei gehabt, denn eigentlich ist die Belohnung mit Leckerlies doch selbsterklärend.

    Nach der Reise ist bekanntlich vor der Reise, denn bald soll es mal mit dem Wohnmobil nach Schweden gehen. Alter Schwede…

    Wuff wuff

    Euer Carl Otto