Mitten im Rheinland

Wuff wuff,

meine erste lange Reise ins Rheinland ging gestern zu Ende, und ich möchte nun eine Nachlese veranstalten, damit auch ich später mal nachlesen kann, was ich für Gedanken hatte.
Ihr könnt Euch vielleicht gar nicht so vorstellen, was jeden Tag an neuen Eindrücken auf einen kleinen jungen Hund einstürzen.
Um es gleich richtig zu stellen, alles, was ich erleben durfte, war schön und interessant und somit wichtig, um ein großer Hund zu werden.
Ob eine Handsignierung meines neuesten Buches zu den Erfahrungen zählt, die man machen sollte, wage ich eher zu bezweifeln, aber wenn man etwas nie gemacht hat, sollte man sich lieber ein Urteil verkneifen.

Signierung Carl Otto DAS BUCH

Ich habe es heute auch eher Herrchen zuliebe gemacht, der plötzlich die Idee hatte, dem ‚Werk‘ eine gewisse Einzigartigkeit zu verschaffen. Carlottas Sorge bestand ja schon darin, dass nun IHR BUCH nicht mehr einzigartig sei. Da kann sie eigentlich beruhigt sein, denn ihr Buch hat den wenigsten Text und die meisten Fehler und ist somit Carl Ottos Ur-Faust oder Ur-Pfote.
In Köln habe ich mich gefreut, das meine Freundin Luna inzwischen in der Familie Otto zur ‚Prinzessin‘ geworden ist.

Prinzessin Luna

Ich habe für mich erkannt, das Bodenhaltung und Bodenständigkeit durchaus Tugenden sein können, die einem Hund einen gewissen Grad an Wertschätzung bereiten können. Man kann so die Rolle als echter Kerl im Wertbild der Menschen verkörpern.

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Auf dem Bild seht Ihr mich mit einer Freundin des Hauses, die von Fell und Optik durchaus Alma ähnelt. Im Gegensatz zu Alma ist dieses arme Wesen jedoch mit schlechten Hüftgelenken auf die Welt gekommen, was die Beweglichkeit und die Bewegungsfreude doch einschränkt.
Hat mich das gestört?
Nein, weil wir Hunde die Gabe haben, unserer Gegenüber so zu nehmen, wie er ist.
Daher haben wir auch keine Probleme, blinden oder hilflosen Menschen unsere Sinne als Hilfe anzubieten, oder einfach mit Menschen glücklich zu sein, die in Euerem Schubladendenken in der ‚Untersten dieser Art‘ stecken. Diese Menschen geben uns nämlich oft etwas anderes: Wertschätzung auf der Ebene von Gleichwertigkeit und Schätzung unserer besonderen Fähigkeiten. Das Geheimnis liegt aus meiner Sicht darin, den Anderen kennen lernen zu wollen und sich Zeit füreinander zu nehmen.
Lässt sich daraus nicht auch etwas auf das menschliche Miteinander ableiten?

Ich habe aber auch gemerkt, dass ich in Köln und Bonn scheinbar irgendwie etwas Besonderes bin, weil mir die erwachsenen Menschen recht viel Aufmerksamkeit geschenkt haben.
Aber eigentlich möchte man als junger Hund einfach nur spielen und Spaß haben.
Und da ist mein ‚Kölner Kumpel Emil‘ einfach der Hammer!
Herrchen mag ja im Alltag das eine oder andere Problem mit ihm haben, aber für mich ist seine Gegenwart ‚Freude pur‘!
Nahezu alles bei ihm kommt nach dem Motto “ unverhofft kommt oft“ und Gewohnheit ist bei ihm eher ungewöhnlich. Aber alles macht er irgendwie mit Power und Intensität.
Der kann mich daher ganz schön müde machen, dieser Emil.
Aber für mich gilt: „nach dem Emil ist vor dem Emil“, und Ihr glaubt gar nicht, wie gut der auf dem Trampolin springen kann. Aber er glaubte wohl auch nicht, dass ich es kann.
Die haben übrigens bei sich im Garten einen coolen Swimmingpool. Zuerst wollte ich über den 3-er hinein rutschen, aber als kluger Hund sollte man sich ja auch Gedanken machen, wie man da wieder raus kommt. An diesem Punkt unterscheide ich mich vielleicht deutlich von Emil, was aber nichts daran ändert, dass er mein ‚Super-Kumpel‘ ist.
Vernunft ist das Eine, und Spaß das Andere!
„Yin und Yang“ würde ein Chinese sagen, „et hät noch emma jot gejange“ der Kölner!

ein wenig trübe das Wasser

Die Wasserqualität war noch ein wenig trübe, so dass auch die Tiefe dieses Gewässers von mir nur vermutet werden konnte. Stille Wasser sollen nach menschlicher Weisheit ja bekanntlich tief sein. Warum eigentlich?

Meine nächste besondere Erfahrung war eine neue Begegnung mit Musik. Klar, bei uns wurde auch schon Weihnachten musiziert, aber das war schön schnell vorbei und man konnte sich zwanglos an anderen Dingen erfreuen.
Nun aber habe ich in Bonn mein erstes Live-Konzert verfolgt, ‚Open-Air‘ und ‚unplugged ‚, wenn man mal davon absieht, dass da ein Klavier mit einem Stecker war.
Otto von Bismark soll gesagt haben: „wenn ich Beethoven höre, werde ich tapfer“ und so habe ich beschlossen, in Beethovens Geburtsstadt es ihm gleich zu tun.
Allerdings hatte ich auch keine Alternative, denn ich war von der Leine und der Musik gefesselt. Zudem ließ ich mir gemütlich die Abendsonne auf den Pelz scheinen. So konnte ich gemütlich über Musik im Allgemeinen nachdenken, während Sängerinnen und Flöten gegen den Lärm von Flugzeugen und Autos ihr Bestes gaben. Musik ist ja eigentlich wie ‚Sprache ohne Worte‘ und sie geht (wenn sie gut ist) direkt vom Ohr in Herz und Seele. Leider wurde die Musik immer wieder durch Ansagen und Applaus unterbrochen, so dass Herrchen neben meiner Seele auch mein leibliches Wohl im Auge hatte.
Als Herrchen mir eine getrocknete Rinderblase als kleinen Pausen-Snack gab, um meine Laune hoch zu halten, wurden die Zuhörer in meinem Umfeld bei der neu einsetzenden Musik doch etwas nervös. Die rhythmischen Knackgeräusche aus meinem Maul waren wohl noch im falschen Takt. Da muss ich wohl doch noch mehr Taktgefühl lernen.
Apropos Taktgefühl, haben Taktik und Takt miteinander zu tun? Während der erste Begriff doch eher strategische Bedeutung hat, bestimmt der zweite die Rhythmisierung der Töne. Meine Taktik bestand für die Folgetage, mich mehr von Kulturstätten fern zu halten und der Natur den Vorzug zu geben. Aus dem Grund zeigte ich auch kein Interesse, Beethovens Geburtshaus zu besichtigen und bin lieber mit Luna im Park und in einer Hundeschule gewesen. Wenn ich gewusst hätte, dass Herrchen das Beethovenhaus gegen einen Aquariumbesuch getauscht hat, wäre ich vielleicht doch mitgekommen, aber eigentlich macht es mir mehr Spaß, den Kopf lieber selbst unter Wasser zu halten.
Am Sonntag-Nachmittag gab es dann noch die ‚kleine Otto-Show‘ in Bonn, wo ich einen Teil der Bonner Sippe kennen lernen durfte.
Da werden wohl meine Schreiben recht intensiv und genau gelesen, denn man hatte eine Menge Leckerlies dabei, die etwa dem entspricht, was ich mir im Laufe einer Woche mühsam verdienen muss.
Herrchen hat dann auch prompt das Abend(fr)essen ausfallen lassen und Frauchen hat heute meine gute Figur gelobt.

Meine Oma auf zwei Beinen brauchte übrigens etwas Zeit, um zu verstehen, dass ich nicht reden kann sondern nur schreiben und lesen. Dafür haben wir uns aber gut verstanden.
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Man bekommt ja schon fast ‚Star-Allüren‘ , wenn man von einem so großen Fankreis verabschiedet wird. (König Otto der II in seiner Sänfte)
Am Ende meiner Erlebnisreise bin ich in Goslar aus dem Auto zur Haustür gestürmt und habe herzhaft gebellt, um dann ebenso herzhaft und stürmisch empfangen zu werden.
War das eine Freude!

Heute hat Benni seinen ‚Hunde-Computer‘ mit mir getestet. Irgendwie blöd und einfach, die Hebel zu bewegen, um an ein Leckerli zu kommen. Zum Glück hat er sein Klacker-Ding nicht dabei gehabt, denn eigentlich ist die Belohnung mit Leckerlies doch selbsterklärend.

Nach der Reise ist bekanntlich vor der Reise, denn bald soll es mal mit dem Wohnmobil nach Schweden gehen. Alter Schwede…

Wuff wuff

Euer Carl Otto

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