Carl Otto sabbert

Carl Otto, ein Auslaufmodell?!

Wuff wuff Ihr Lieben,

Ein tiefer Seufzer ging scheinbar durch die Leserschaft meines Blogs, als ich meine (vorläufigen) Abschlussgedanken formuliert hatte.
Das ist eigentlich schon im Sommer gewesen, so dass sich in meinem Hundekopf doch so einiges gesammelt hat, was ich Euch schreiben sollte, bevor ich es vergesse.
Erlebnisse, Gedanken, Einfälle, was halt mein kleines Hundegemüt so bewegt und mein Hundehirn verarbeiten muss.
Wahrscheinlich seufzt jetzt meine Familie wieder, weil man dort immer glaubt, sich in meinen Erzählungen wieder zu erkennen.

Daher hier mein wichtiger Satz: außer Alma, Herrchen und mir ist alles nur erfunden und entspringt meinem phantasievollen Hundehirn!
Ihr sagt dazu ‚Hirngespinste‘.

Was aber bitte ist ein Auslaufmodell?
Ist es ein Hund, der viel freien Auslauf benötigt?
Ist es ein inkontinenter Hund?
Nein, man bezeichnet als Auslaufmodelle die letzten Produkte einer Modellreihe.
Nehmen wir den C-Wurf der Labradore in Pollhagen, da waren Carl Heinz und ich quasi die Auslaufmodelle, wobei weniger die Reihenfolge der Produktion eine Rolle spielt, sondern auch der Verkaufszeitpunkt wichtig ist.
Unserem Züchter Holger sei Dank, dass er uns nicht wie im Schlussverkauf verramscht hat, sondern mein Kaufpreis genau so hoch war wie der von meiner Schwester Alma.
Das gibt einem Hund irgendwie einen guten Start ins Leben, zumindest, wenn man ein Denker wie ich ist. Carl Heinz habe ich ja nie wieder gesehen, so dass ich seine Einstellung nicht kenne.
Aber meine Schwester Alma rammelt mich, obwohl sie eigentlich alles hinter sich hat, was ihr Geschlecht ausmacht. Möchte sie mir damit etwa zeigen, dass ich ein Auslaufmodell bin?
Das glaube ich nicht, denn ich erkenne ja jetzt schon neidlos an, dass sie schneller laufen kann als ich.
Herrchen hat ja auch schon einen zweiten Makel an mir ausgemacht. Mir läuft einfach in bestimmten Situationen quasi das Wasser im Mund zusammen. Mein Maul ist aber anders als bei Alma geformt. Ich habe einfach deutlich mehr Haut im Gesicht. Irgendwie logisch, dass es auf dieser Welt eine Kraft gibt, die Ihr als Schwerkraft bezeichnet.
Wenn ich aufrecht stehe, dann wirkt diese Kraft nach unten, so dass die Teile von denen man zu viel hat, dem Trend der Schwerkraft folgen möchten. Ihr Menschen redet dann gerne bei Euch von Tränensäcken, Hängebäuchen und Hänget…,die Älteren Semester wissen, wo von ich hier schreibe.
Bei mir bildet sich im Bereich des Mauls, Ihr würdet von der hinteren Unterlippe sprechen auf beiden Seiten eine Aussparung. Eine Rinne wäre die Falsche Bezeichnung, den die hätte ja die Funktion, die überzähligen Flüssigkeiten in die gewünschte Richtung abzuleiten.
Bei mir ist in bestimmten Situationen genau das Gegenteil der Fall. Ich lebe in solchen Momenten buchstäblich im Überfluss.
Menschen die mich nicht so mögen, behaupten dann: „Carl Otto sabbert oder sabbelt“

Mir läuft das Wasser im Munde zusammen aber auch raus.
Mir läuft das Wasser im Munde zusammen aber auch raus.

Bei Euch Menschen verwendet man diese Begriffe doppeldeutig und sie könnten bestenfalls bedeuten, dass ein Mensch zu viel redet.
Bei einem Hund ist es eindeutig: Speichel tropft aus seinem Maul und dieses Phänomen ist bei Euch Menschen eher negativ besetzt.
Auch die Konsistenz trifft eher nicht Euer ästhetisches Gefühl, denn Ihr fühlt Euch an Klebstofftuben erinnert. Dieser Vergleich ist auch garnicht ganz so weit her geholt, denn Hundespeichel hat auf menschlichen Kleidungsstücken nicht unähnliche Fähigkeiten.
Es gibt ja den Satz bei Euch Menschen: „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“.
Dazu fällt mir zum Abschluss folgende Geschichte ein, die dazu passt wie ein Sabbelfaden zu Herrchens Hose.

Es ging mir vor einiger Zeit wirklich schlecht. Hundehusten ist etwas, womit man schleunigst zum Arzt gehen sollte. Selbst mein sparsames Herrchen war aufgrund der ungewöhnlichen Geräusche, die meinem Maul entwichen in echter Sorge und suchte den Tierarzt seines Vertrauens mit mir auf.
Der verordnete mir das, was Ärzte tun müssen, um ihre Praxis lukrativ betreiben zu können und gab meinem besorgten Herrchen den Gewinn bringenden Rat, nach fünf Tagen noch mal vorbei zu kommen.
Beim zweiten Besuch war Herrchen inzwischen wieder entspannter und machte lustige Anspielungen auf meinen temporären Speichelfluss. Ob der wohl eine Berechtigung für eine Reklamation oder Rückgabe beim Züchter sei? Ich sei doch noch innerhalb der Garantiezeit.
„Nö, das geht leider nicht“, meinte der Arzt, „Ihr Hund ist leider ein Auslaufmodell!“
Beide klopften sich vor Lachen auf die Schenkel.

So soll ich durch's Haus laufen?
So soll ich durch’s Haus laufen?

Was soll man da sagen?

Bleibt mir gewogen.

Wuff wuff

Carl Otto

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