Wuff wuff,

„Mariechen, lass ma‘ riechen“, sagte Mariechen. Da ließ Mariechen Mariechen ma‘ riechen!…
… zum Thema Geruchssinn habe ich ja schon mal etwas sinnvoller mein Wissen und meine Erkenntnisse Euch verdeutlicht und dabei festgestellt, dass Ihr ‚Nasen-Technisch ‚eher Auslaufmodelle der Evolution seid und keinen Grund habt, über das Auslaufmodell Carl Otto zu lachen.
Trotzdem staune ich, wie unterschiedlich Menschen duften können und möchten. Besonders weibliche Wesen geben gerne große Geldbeträge dafür aus, um in kleinen Fläschchen verschieden Düfte zu erwerben.
Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie viele Fläschchen, Tiegel und Tuben sich ansammeln, wenn man mit drei weiblichen Wesen unter einem Dach wohnt.
Da fragt man sich als kleiner Hund: wo für benötigt man soooo viele unterschiedlich Düfte?
Carl Otto testet Düfte und Verduften

Aber eigentlich wollte ich ja hier von den eigenen Erfahrungen schreiben, obwohl diese dominanten menschlichen Parfums durchaus zu meinen Erfahrungen zählen.

Ich bin ja nun ein Jahr alt und somit ein Jungspund oder gar ein Heißsporn. Manche Menschen sprechen auch von einem ‚Spring-ins-Feld‘, ohne dass ich die leiseste Ahnung davon habe, was das wohl sein soll.
Carl Otto der Spring-ins_Feld
Ich frage mich dabei gerade, wie man bei Alma diese Lebensphase bezeichnen würde?

Mit zunehmendem Alter interessiert man sich plötzlich für ganz andere Dinge, denen man vorher nur am Rande Beachtung geschenkt hat.
Dazu zählen bei mir zum Beispiel neue Düfte, aber auch das Verduften, eine Begrifflichkeit, die dafür steht, sich möglichst umbemerkt aus seinem gewohnten Umfeld zu entfernen und in der Entfernung möglichst zahlreichen Eigenmächtigkeiten nachzugehen.
Es ist dabei naheliegend, das die Angehörigen des Verdufteten das nicht unbedingt dufte finden.
Bei den Menschen ist der Satz: “ Schatz, ich geh‘ mal eben Zigaretten holen…“ der Klassiker, wenn Männer verduften wollen. Nichtraucher erfinden ein entsprechendes Teil, um diesen Klassiker für sich zu nutzen.
Wir Hunde verzichten auf verbale Erklärungen, wenn es nach Freiheit, Liebe oder Abenteuer duftet und verduften still, heimlich aber unglaublich schnell, um möglichst außer Hörweite zu sein. Menschen müssen im Zustand des Verduftens ihr geliebtes Handy ausschalten oder ignorieren.
Im Zustand des Verduftens ist die Hörfähigkeit bei Menschen und Hunden erwiesenermaßen eingeschränkt.
Keine Rehe in der Nähe
Nach so viel Theorie nun mal konkrete Beispiele über Düfte und Verduften:
Bei uns hinter dem Haus steht in den Abendstunden Wild auf der Bergwiese und geniest äsend scheinbar den Ausblick auf die Stadt.
Bisher hatte ich mich damit abgefunden, dass Hirschlosung zu meinen Nahrungsergänzungsmitteln zählte. Die Erzeuger dieser Nahrungsform waren für mich jedoch eher abstrakte Wesen.
Das hat sich nun neulich geändert, seit ich mit Herrchen im Sommer einen Besuch in Bad Harzburg gemacht habe. Die besuchte Dame hatte einen schönen Garten direkt am Wildgehege. Ein stabiler hoher Zaun trennte die Rehe und Carl Otto voneinander, so dass Herrchen keine Berührungsängste hegte. (dieser Satz steht nicht in einem Zusammenhang mit der Dame!)
Die Rehe schauten auch sicher und zufrieden, wohl wissend oder eher glaubend, dass dieser Zaun zu ihrem Schutz errichtet wurde und nicht nur, damit sie nicht verduften.
Also dufteten sie zufrieden vor sich hin, und Herrchen unterhielt sich angeregt und zufrieden in der untergehenden Abendsonne.
Während seine Nase nichts von dem köstlichen Rehduft wahrnahm, erkannten seine Augen jedoch einen Seitenwechsel, den sein Hirn schnell als ’nicht korrekt‘ interpretierte. Ich konnte Herrchens verdutztes Gesicht nämlich von der anderen Seite des Wildgatters aus deutlich sehen, da ich zwischenzeitlich den Garten gegen das Gehege getauscht hatte (von wegen dicker Otto!).
Nicht nur Herrchen, sondern auch die Rehe hatten inzwischen realisiert, dass die Perspektiven zwischen sicher und unsicher zu ihren Ungunsten verschoben hatten und beschlossen, nun gemeinsam zu verduften, denn sie konnten ja nicht ahnen, dass ich lediglich an Düften interessiert war. Ich wollte aber auch nicht den Ruf als ‚lahmer Otto‘ haben, so dass wir das Wildgehege mehrmals im Kreis gemeinsam im Schnelldurchgang erkundet haben. Herrchen hatte inzwischen einen recht hektischen Gesichtsausdruck und seine Stimme überschlug sich förmlich, als er meinen Namen rief. Irgendwie schien ihm das alles wohl recht ernst (die alte Spaßbremse!) zu sein, und er stand an der Stelle, die ich als Fluchttunnel geschaffen hatte.
Es sollte ja schließlich ein harmonischer Abend bleiben, so dass ich brav zurück gekrochen bin. Als Lohn bekam ich allerdings Leinenzwang, was natürlich die allgemeine Frage aufwirft: „wie geht man mit einem reuigen Rückkehrer um? “
Meckert man, bestraft man ihn, oder gibt man seine Freude zur Wiederkehr zum Ausdruck?
Irgendwie ist alles nicht richtig, somit erscheint mir ‚eisiges Schweigen‘ und finsterer Blick der geeignete Weg.
Ich hatte so oder so meine Lektion gelernt. Reh riecht lecker und lässt sich prima jagen! Herrchen hätte ja gerne auf diese Lektion verzichtet, aber wer sich einen Jagdhund anschafft, muss mit dieser Leidenschaft irgendwann rechnen.Das gilt auch, wenn man sich einen Rüden anschafft, der noch all seine Kräfte besitzt. Denn wenn der ‚Duft der Liebe‘ eine männliche Hundenase betört, dann ist ein Verduften scheinbar vorprogrammiert. Obwohl,ich gestern mit Alma und Herrchen einen schönen Spaziergang gemacht habe, hatte ich auf einmal an Alma überhaupt kein Interesse mehr, denn ich wurde plötzlich von einem Duft betört, wie ich ihn vorher noch nicht bewusst wahr genommen hatte.
Herrchen hatte weder Leckerlies noch Leine bei sich, was er sehr schnell als fatalen Fehler einsah. Während Alma sich bereitwillig von Herrchen kommandieren lies, war ich nicht mehr ansprechbar oder zu stoppen.
Diesem Duft war ich verfallen, es war um mich geschehen, und ich sage Euch, kein Leckerli dieser Welt hätte mich zurück halten können, diesem Duft zu folgen. Ein Herrchen ohne Leine natürlich erst recht nicht.

Ist das eigentlich der Grund, warum bei Euch Menschen die Frauen so gerne ein Parfum nehmen? Die Natur hat Euch scheinbar benachteiligt.
Bleibt auch die Frage: Mit welchem Parfum lockt man den richtigen Mann?
Falsch gewählt hat man scheinbar, wenn der Mann sagt: “ Schatz, ich geh‘ mal eben …“

In diesem Sinne verdufte ich aus dieser Episode

Bleibt mir gewogen

Wuff wuff

Carl Otto

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