02A231AB-54A5-46E1-A9B9-D0A990083353

Hilfe, Alma kommt …

Wuff wuff,

schon damals in der Wurfkiste von Pollhagen war Alma eine kleine ‚Wuseltante‘, die den kleinen Carl Otto auf Trab hielt.
Immer wenn wir uns sehen, machen wir das, was menschliche Geschwister auch gerne tun: Wir spielen und ZANKEN.
Uns würde etwas fehlen, wenn wir dies nicht tun können.
In unserem ersten Lebensjahr wurde diese Art von Zusammenspiel eigentlich immer von Euch Menschen unterbrochen, in dem man die Gegenseite bat, das heimische Areal zu verlassen, oder einer von uns beiden wurde weggesperrt.
Wisst Ihr eigentlich, wie erniedrigend sich das anfühlt, wenn man im eigenen Reich weggesperrt wird? Na gut, ich gebe zu, dass im Aussichtsreich oft Alma in den Kerker musste.

Herrchen vertritt die Ansicht, dass man an dem Zustand zwischen Alma und mir doch etwas verbessern könnte, in dem man uns einfach mal länger zusammen sein lässt (er hat wohl ‚Geschwister-Alzheimer‘ oder wie kommt er auf diese Idee?!)
Er wollte dabei die Rolle des Dompteurs und Mediators einnehmen, in dem er sich um uns viel kümmern möchte.
Heute sollte (notgedrungen) dieser Tag sein, da Sophie und Maxi ihr Aussichtsreich mit einer schönen Aussicht auf Gran Canaria tauschen wollten. Da kein Freiwilliger in Aussicht war, Alma heute zu hüten, traf Herrchen und mich diese Aufgabe.
Erst für den Rest der Urlaubszeit gab es Freiwillige, die Alma eine Urlaubsbleibe geben wollen. Bei uns ist nämlich Aika die nächste Woche zu Gast und das klappt eigentlich immer prima.
Aika kann übrigens Türen öffnen, aber diese (ausbruchs-) Kunst habe ich mir heute nacht selbst beigebracht.
Benni hat es allerdings am frühen Morgen bereits entdeckt, weil ich dem Zeitungsboten morgens um 5 Uhr eine lautstarke Begrüßung geboten habe. Somit wurde meine nächtliche Freiheit um 5 Uhr beendet.
Leider wurden im Familienkreis schon heute Gegenmaßnahmen festgelegt, so dass der nächste Ausflug mit einer menschlichen Unaufmerksamkeit in Verbindung stehen muss. Ich bin jedoch guter Hoffnung zu weiteren Ausflügen und lasse mich durch solche theoretischen Beschlüsse nicht verunsichern.
Ich kenne doch meine Familie inzwischen recht gut.

Aber nun zum heutigen ‚Alma-Beziehungs-Experiment‘.
Um 6:30 Uhr wurde Alma einem verschlafenen Herrchen übergeben mit den Worten: “ um 9 Uhr wird Alma abgeholt!“ Während die Beiden eiligst das Haus verließen kam mit einem hämischen Grinsen der Ergänzungssatz: „aber erst heute Abend.
Das Stichwort übergeben ist übrigens ein passendes Wortspiel, da Alma noch während sich Herrchen die Frage stellte, ob Alma schon etwas zu fressen bekommen hatte, eine recht eindeutige Antwort in der Küche gab.
War das die geheimnisvolle Alma-Diät?
Leidet meine Schwester heimlich unter Bulimie?
Ich bin mir aber sicher, dass sie sich keine Pfote in den Hals gesteckt hat.
Wollte sie nonverbal zum Ausdruck bringen, wie sie es findet, mit ihrem Bruder 15 Stunden lang zusammen zu sein?
Das glaube ich nicht, denn wir haben doch unsere Wurfkiste 8 Wochen lang gemeinsam bewohnt. Dann tippe ich doch eher auf die Tatsache, dass Frauchen und Herrchen sie einfach verlassen haben.
Meinem Herrchen war diese Fragestellung recht egal, denn eine nicht unerhebliche Menge von Mageninhalt musste nun im Beisein von zwei tobenden Hunden möglichst elegant und sauber beseitigt werden.
Man sollte nicht glauben, dass ein solch eruptiver Moment bei Alma aufs Gemüt schlägt. Nein, sie wirkte eher wie entfesselt und befreit.
Als Herrchen die sorgsam gesammelten Mageninhaltsstoffe zur Mülltonne bringen wollte, bekam sein eher wohlwollendes Gemüt einen negativen Ausschlag, weil nämlich die Mülltonne mit ‚irgendwelchem Scheiß‘ ( das waren seine Gedanken und Worte) bis oben hin gefüllt war und Almas Hinterlassenschaft dort keine Bleibe finden konnte.

Nun kann man sich vorstellen, dass Herrchen an diesem Morgen sich nicht unbedingt als der glücklichste Mensch auf Erden ansah. Als er dann aber auch noch sah, wie Alma aus unserer Toilette trank, obwohl in meinem Trinknapf Wasser war, zweifelte er an der Erziehung in Bad Harzburg und hatte plötzlich eine Idee, wie man sich als Hund eine Magen-Darm-Infektion holen kann.
Ich muss Alma aber auch wenig in Schutz nehmen, denn Ihr könnt Euch vielleicht denken, wie Herrchen sein Entsorgungsproblem gelöst hatte.
Es roch wohl noch vertraut?!

Nach diesem etwas verunglückten Start versuchte Herrchen dann seine Hunde-pädagogischen Pläne mit uns umzusetzen und hat mit uns einen wirklich langen Spaziergang gemacht.
Das hat auch wirklich prima geklappt, bis wir dann die ersten Begegnungen mit Menschen hatten.
Alma hat einfach etwas besonderes, was speziell bei Begrüßungen mit Menschen zum Ausdruck kommt. (Den ‚Alma-Begrüßungs-Jump‘.). Aber als ‚Foxred-Labrador-Doppelpack‘ bekommt man von vielen Menschen einen Sympathie- oder Wohlwollens-Bonus.

Nach einem ausgedehnten Spaziergang hat Herrchen uns dann ein Gemeinsames Frühstück gegönnt, was aber auch zunächst mit Hunde-pädagogischen Vorübungen verbunden war.
Meine liebe Schwester ist geprägt von einer großen Ungeduld.
Bei mir gibt es das Fressen erst nach einem ‚Gehorsams-Programm‘, das schon fast zu einem Ritual geworden ist. ‚ Kein Fressen ohne Kommando‘ könnte der Leitsatz sein. Ich sehe es fast positiv, da ich das Gefühl habe, mir das Fressen redlich verdient zu haben. Manchmal werde ich dabei ungeduldig und reihe einfach die bisher dummsinnigsten Kommandos hintereinander, so dass mein Kommandeur meist lachend das Signal zum Fressen gibt.
Bei meiner Schwester Alma läuft das daheim wohl anders.
Sie hat Herrchens Regelwerk jedoch schnell begriffen, auch wenn sie einige Kommandos doch recht eigenartig interpretierte, hatte sie verstanden, dass es Fressen nur auf Kommando gibt.
Leider hat sie dieses zweite Frühstück auch ohne Kommando später wieder von sich gegeben. Nun könnte man aus dem Verhalten eine gewisse Abneigung gegenüber Herrchen interpretieren, aber ich würde mal eher auf ein klassisches ‚Magen-Darm-Problem‘ tippen, was mich später auch noch ereilte.
Während ich jedoch die Botanik im Garten mit meiner Magenintoleranz aufsuchte, hatte Alma noch mal Herrchens Haushalts-Künste getestet.
Neben diesen speziellen Problemen, hat Alma aber noch ein zusätzliches Hobby, was einer ambitionierten Hausfrau Sorgenfalten bereiten kann, aber bei Herrchen einen mittelschweren Blutsturz auslösen kann.
Egal, wie die Wetterlage ist, hat Alma die Neigung, bei uns im Garten ein Vollbad zu nehmen. Am Anfang des Jahres war dieses kleine Biotop die Heimat von Molchen, Kröten und Moder, der sich im Laufe der letzten Jahre gesammelt hatte.
Niemand störte sich bisher an diesem eher unbeachteten Biotop, das ohne jede Beachtung durch Mensch und Tier einfach nur existent war.
Bis eines Tages Alma dieses seichte Gewässer für sich entdeckte.
Das Ergebnis war im wahrsten Sinne atemberaubend, denn Alma hinterließ nach dem ersten Vollbad nicht nur sichtbare Spuren im Wohnzimmer und in der Küche, sondern roch auch recht eigentümlich, was aber weniger sie sondern mehr die Menschen störte. Gemeine Menschen wähnten sogar ein Brennen in den Augen in der Nähe von Alma. Auf jeden Fall war allen klar, dass Herrchen Abhilfe schaffen sollte. Als Herrchen sich an sein Werk machte, die Wasserqualität zu verbessern, hatten die Molche das Gewässer schon verlassen und auch die letzte Kröte zog es vor, sich freiwillig auf den Weg in ein Exil zu machen.
So konnte Herrchen sich darauf konzentrieren, den Moder zu beseitigen und die Wasserqualität zu verbessern.
Diese gute Tat wird von Alma inzwischen so interpretiert, dass sie sich quasi verpflichtet fühlt, bei uns im Garten ein Vollbad zu nehmen.
Diese Pflichtgefühl hat sie heute drei Mal gehabt.
Es ist ja wohl jedem klar, dass ein Hund im Oktober nicht so schnell trocknet und entsprechende feuchte Dokumente der Badetätigkeit ins Haus trägt.
Aber das war ja nicht mein Problem, sondern eher das von Herrchen.
Herrchens Problem bestand ja auch darin, dass die Heizungsbauer im Haus waren, die neben uns Hunden auch seine Aufmerksamkeit erforderten.
Kaum waren die weg, klingelte gleich der Schornsteinfeger, und während der Herrchens. Aufmerksamkeit beanspruchte, waren. wir plötzlich weg. Herrchen fand uns zwar ganz schnell und für mich brachte der Tag eine Wende, da ich zum ersten Mal den Duft der Liebe wahr nahm und Alma irgendwie vergaß.
Als Alma dann abends weg war, wurde es Zeit, ein Fazit zu ziehen.
Ich fand es ‚ganz schön‘ und Herrchen ‚ganz schön anstrengend‘.

Wuff wuff

Euer Carl Otto

PS: Gerade kommt ein Anruf: morgen um 7 Uhr wird Alma hier abgegeben und bleibt den ganzen Tag;. Das hätte Maxi doch so abgesprochen…
Herrchen?.. bleib doch hier ….weg ist er…

Carl Otto teilen?
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *