Geld stinkt nicht?

Lizenz zum Gassi-Gehen; pecunia non olet!?

Wuff wuff,

„Pecunia non olet,“ (Geld stinkt nicht).

Das war eine Erkenntnis, die schon den alten Römern in den Sinn gekommen ist.
Es ist ein wahrhaft anrüchiges Thema, wo ich als Hunde-Philosoph in die Niederungen der Fäkalsprache abgleiten muss, um dem Thema gerecht zu werden.
Wie Ihr seht, habe ich die ‚römische Behauptung‘ mit meiner feinen Nase überprüft und stelle fest, dass an dieser Aussage etwas dran ist. Sollte dieses Geld durch Beschiss verdient worden sein, oder mit einem beschissenen Job, es riecht trotzdem nur nach bedrucktem Papier und unterschiedlichen Menschenfingern.
Herrchen wollte auf dem Foto scheinbar aus mir einen ‚Schein-Heiligen‘ machen ? Etwa, weil er jetzt nur noch mein ‚Schein-Herrchen‘ ist? Aber dazu später!

Als die alten Römer quasi mit ihrem Latein am Ende waren, wie sie den Bürgern Geld aus der Nase ziehen können, um ihren öffentlichen Bedarf an Steuern und Gebühren zu befriedigen, kam die eher anrüchige Idee auf, öffentliche Bedürfnisse zu besteuern, also im wahrsten Sinne aus Sch..ße Geld zu machen.
In Goslar gab es im Sommer das Musical ‚ Pinkelstadt‘, wo man einen ähnlichen Gedanken verfolgte, um die Not oder Notdurft der Menschen zu versilbern.

Die Städte und Kommunen machen es ja bei der Hundesteuer ähnlich, die früher wohl auch als ‚Hundekack-Steuer‘ bezeichnet wurde.
Damit man in Goslar über diesen Verdacht erhaben ist, hat man wohl jetzt hier die Extrasteuer für Kampfhundrassen eingeführt. Darüber habe ich ja vor ein paar Wochen schon mal meine Meinung gesagt.
Eigentlich finde ich es aber erstaunlich, dass das Steuerrecht bei Hunden bis auf diese Ausnahme noch so unkompliziert ist.
Irgendwie hätte man nun erwarten können, dass Kleintier-Hundebesitzer nach der Einführung der Kampfhundesteuer nach Gerechtigkeit rufen, weil ein Schäferhund deutlich größere Haufen macht als ein Rehpinscher. Man könnte ja auch nach der Beisskraft von Kiefermuskeln besteuern oder wie bei Autos von einem geringeren Schadstoffausstoß ausgehen. (aber das ist ja scheinbar der größte Beschiss!) Vielleicht helfen ja auch Hubraumbetrachtungen bei Hunden weiter, um der weltbekannten ‚deutschen Steuerkomplexität und Steuergerechtigkeit‘ näher zu kommen.
Die Hundesteuer gab es ja schon zu Zeiten, wo sich Frauchen und Herrchen noch nicht so intensiv um die Notdurft ihre vierbeinigen Fellnasen gekümmert haben. Damals war das Rasenmähen in städtischen Parks noch ein wahrhaft beschissener Job.
Man darf gespannt sein, welche feinen Abstufungen den Politikern und städtischen Beamten noch einfallen, um einen Nachweis für ihre Daseinsberechtigung zu liefern.
Es gibt ja noch zahlreiche andere Haustiere. Was ist eigentlich mit Pferden, die kämen ja als Haustier oder gar als Fahrzeug in Betracht. Es gibt doch noch zahlreiche Möglichkeiten, den Menschen Geld aus der Nase zu ziehen
Mal sehen, wann Herr Schäuble mein Facebookfreund wird und meine fisikale Kreativität aktiv umsetzen möchte. Aber dann werde ich wohl noch ein Beamten-Hund.
Nun, auf Landesebene ist man in Niedersachsen den örtlichen Beamten einen großen Schritt voraus und hat sich eine Art ‚Hundeführerschein‘ einfallen lassen.
Ein Meilenstein der hiesigen Landespolitik, ein politisches Leuchtfeuer gegen die Schreckensmeldungen, die man im Zusammenhang mit Hundehaltung und Beissattacken lesen muss.
Man könnte es aber auch etwas boshaft als ‚Lizenz zum Gassi-Gehen‘ bezeichnen. Für diejenigen unter Euch, die es nicht glauben können: man muss in Niedersachsen nun als Hundehalter diesen Nachweis erbringen, sofern mann nicht nachweisen kann, in den letzten fünf Jahren mindestens zwei Jahre als Hundehalter tätig gewesen zu sein.
Herrchen hat sich verweigert, diesen ‚bürokratischen Akt‘ mit mir zu machen. Da nun eine behördliche Abschiebung für einen ‚politisch ambitionierten Hunde-Philosophen‘ (also mich) drohte, hatte es also Benni getroffen, der sich als Student für solche Prüfungen geeignet ansah. Doch siehe da, bei der theoretischen Prüfung ist er leider über eine Frage mit Scheinschwangerschaft gestolpert ( er sagte, er habe verkackt ), und er musste sein fehlendes Wissen mit 60 Euro bezahlen. (und fühlte sich im doppelten Sinne beschi…n)
Wem nütz das?
Derjenige, der das Geld kassiert hat, wird es mit den oben zitierten Römern halten, obwohl es Benni ziemlich gestunken hat, dort nochmals zum Test antreten zu müssen.
Inzwischen hat er den Schein, und für mich stellt sich nun scheinbar die Frage, ob Herrchen ab nun nur noch mein ‚Schein-Herrchen‘ ist oder Benni mit seinem ‚Hunde-Führerschein‘. Ist das ein Trend zum ‚Zweit-Herrchen‘?
Aber da geht noch was!
Hat in der Politik auch schon mal jemand weiter gedacht, als bis zum nächsten Hundehaufen?
In jeder Familie und in jedem Wolfsrudel herrscht Arbeitsteilung. Hunde können nicht immer nur mit Frauchen oder Herrchen Gassi gehen, sondern andere Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn übernehmen den Job.
Streng genommen brauchen doch diese Personen erst Recht eine Lizenz, weil sie viel weniger Routine mit Hunden haben. Bei unserer Familie wären auf die Art und Weise noch mal 500 Euro zu holen.
Liebe Kommune, liebe Landesregierung, der kleine Carl Otto eröffnet neue Geldquellen und erschließt neue gedankliche Dimensionen. Liebe Hundehalter: zieht Euch warm an!

Aber, eine ernsthafte Frage bleibt mir doch.
Warum lässt man nicht einfach die Besitzer von sogenannten Kampfhund-Rassen den Hunde-Führerschein machen?
Da würde man zwar weniger Geld verdienen, aber viele mögliche Probleme lösen. Jeder Hund, der sich nicht benehmen kann, muss mit seinem Herrchen zur Prüfung und darf auch nur mit geprüften Personen und/oder Maulkorb in die Öffentlichkeit.

Klingt irgendwie einfach und durchdacht und dauert eigentlich nur fünf Minuten.
Bestimmt ist es sinnvoll, wenn Menschen mit viel Erfahrung und Kompetenz ( wie Tierärzte und Politiker) überdenken, aber ich befürchte, dass dann am Ende wieder der oben genannte ‚Römische Grundsatz‘ die Oberhand gewinnt und nicht die Vernunft.

Es grüßt Euer ‚Schein-Heiliger‘

Carl Otto

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2 Gedanken zu „Lizenz zum Gassi-Gehen; pecunia non olet!?

  1. Lieber Carl Otto,
    Da liegt wohl ein Hörfehler aus der Schulzeit vor
    Es muss heißen: pecunia non olet = Geld stinkt nicht
    Soll Kaiser Vespasian gesagt haben, als er die Fäkal-/Urinsteuer einführte.
    Nix für ungut☺️☺️☺️
    Vale
    Ulrike Gürtler

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