Archiv für den Monat: Dezember 2015

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Über Nutzen und mathematische Gleichungen …

Wuff wuff Ihr Lieben,

inzwischen ist mein Nürnberger Trichter wieder Vergangenheit, und ich empfinde darüber große Freude. Man hat ja in der letzten Episode behauptet, dass so ein Trichter hilft, die Dinge besser oder klüger wahr zu nehmen, aber er verhindert gleichzeitig mehr Umsicht und Übersicht und macht irgendwie einseitig, was ein Philosoph eigentlich vermeiden sollte.
Manche Dinge lernt man generell wohl erst zu schätzen, wenn man sie verloren hat.
Nein, ich rede nicht von meiner Kastration, denn das ist der zweite Punkt, der mir in der letzten Woche klarer geworden ist “ They never come back …“ (oder: Wat fott es, es fott) Inzwischen kommt aber auch der Paragraph 11 der ‚Kölschen Grundgesetze‘ für mich wieder in Reichweite und somit mein grundsätzlicher Optimismus.

Aber scheinbar ist es so, dass man erst mal einen Trichter um den Hals tragen muss, um zu wissen, wie schön das Leben ohne ist.

Bei Euch Menschen erscheint es mir wohl auch so, als ob Ihr den Wert von vielen Dingen erst begreift, wenn es sie nicht mehr gibt.
Das mag bei einem Gipsarm oder einem Gipsbein, einer Erkältung oder temporären Schmerzen recht gut klappen und führt auch bei den meisten Menschen zu mehr Dankbarkeitsgefühlen und neuen Genusserlebnissen, aber das klappt längst nicht immer und überall.

Ihr Menschen habt ja die Veranlagung und Gabe, Euch Gedanken über die Zukunft machen zu können. Ihr habt ja sogar mathematische Fähigkeiten, die Euch mit Hilfe von Formeln ermöglichen, die Zukunft zu berechnen.
Zwar wird oft festgestellt, dass die Experten-Formeln viele Faktoren vergessen haben und somit falsch waren, aber bei vielen wichtigen Dingen auf der Welt kann man auch mit dem normalen Hundeverstand oder Menschenverstand feststellen, dass etwas nicht funktionieren kann. Da mag man über den Zeitpunkt philosophieren aber weniger über das, was am Ende raus kommt. Wir Hunde interessieren uns ja (glücklicherweise) nur für die Gegenwart und schauen nur in soweit zurück, dass wir aus unseren eigenen Lebenserfahrungen das Handeln im „hier und jetzt“ ableiten, oder uns von unseren Instinkten leiten lassen.
Ihr könntet und könnt ja viel weiter in die Vergangenheit schauen und aus Fehlern, die Eure Vorfahren gemacht haben, Lehren ziehen.
Der Turmbau zu Babel, die Sintflut, Völkerwanderungen, Kriege, Epidemien, fette und magere Jahre sind Begriffe, die ich schon mal aufgeschnappt habe. Es kommt mir aber so vor, als ob man aus der Vergangenheit nicht viel gelernt hatund eher die Ansicht vertritt, dass heute alles ganz anders sei.
Heute redet man lieber „moderner“ von Rezessionen, Konjunktur, Versorgungslücken, sozialen Konflikten, Präventivschlägen, Ökosystemen oder Emissionen und vergisst leider, dass sich Menschen, Tiere und Pflanzen diesen Planeten „möglichst gerecht“ teilen müssten, weil eigentlich alle Lebewesen die gleichen Rechte haben sollten. Aber Gerechtigkeit wird wohl bei den Menschen sehr unterschiedlich definiert, sonst gäbe es wohl keinen Neid und Kriege.
Bei uns Tieren und Pflanzen basiert Gerechtigkeit aber wohl auch wohl eher auf dem Recht des Stärkeren und dem Glück oder Unglück zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle das Leben geschenkt bekommen zu haben.
Vor über 2000 Jahren bekam ein kleines Kind mit dem Namen Jesus das Leben geschenkt, der besonders jetzt in der Weihnachtszeit bei vielen Menschen große Ehrung erfährt. Er kam wohl in einem Stall zur Welt umgeben von Tieren. Sein Streben nach Gleichheit, Gerechtigkeit und Friedfertigkeit endete mit Verfolgung, Verrat und Tod.
Aber davon verstehe ich noch zu wenig und Herrchen erinnert mich gerade wieder an meine Jugendsünde, wo ich Teilnehmer (Randbesetzungen) der Weihnachtskrippe für meinen Zahnwechsel missbraucht habe. Gibt es denn keine Vergebung?
Jesus hat in seinem Leben ja gerne in Gleichnissen gesprochen.
Kommen wir daher noch mal zurück zur Mathematik, die ja gerne Gleichungen aufstellt.
Es soll ja wissenschaftliche Berechnungen geben, dass Hummeln eigentlich nicht fliegen können, weil Körper und Flügel die falschen Proportionen haben. Zum Glück wissen das die Hummeln nicht und fliegen von Blüte zu Blüte und erfreuen sich ihres Lebens.
Das scheint bei den Bienen ganz anders zu sein. Bienen sind ja bei Menschen fast so beliebt wie Hunde. Zumindest gibt es wohl ähnlich viele Bienenzüchter wie Hundezüchter. (Warum muss der Mensch eigentlich so oft nach Zucht und Ordnung streben?)
Im Gegensatz zu Hunden leben Bienen in Völkern zusammen, wo es nur eine Königin gibt (und keinen König). Männchen werden dort kaum gebraucht, da die Königin wählerisch ist und die restlichen Weibchen eher als Ammen und/oder Servicekräfte fungieren um den Laden (Bienenkorb) in Schwung zu halten.
„Fleißig wie eine Biene“ wird bei Euch Menschen oft anerkennend gesagt, wenn jemand durch selbstloses Handeln positiv auffällt und für die Allgemeinheit Gutes tut.
Was tun denn Bienen Gutes?
Sie fliegen von Blüte zu Blüte und suchen dort Nektar zur Aufzucht des königlichen Nachwuchs. So ganz nebenbei sind die fleißigen Bienen bei der Aufzucht von Blumen und Bäumen unglaublich wichtig.
Wenn sie das wüssten, wären sie wahrscheinlich unglaublich eingebildet, da sie für die Versorgung der Menschen mit Vitaminen und fruchtigen Geschmäckern fast lebenswichtig sind.
Vermutlich wundern sich die Bienen auch, dass sich die Menschen für ihre „ausgekotzte Flüssigkeit“ so begeistern, die Ihr Honig nennt.
Dass aus den Bienenwaben auch noch weihnachtlich duftende Kerzen gemacht werden, möchte ich hier kurz vor Weihnachten nicht verschweigen.

Aber auch hier zeigt sich einem jungen Hund wieder der Aspekt, dass die Menschen das Tierreich an allen Ecken und Enden ausnutzen.
Nun sind aber plötzlich die Hälfte aller Bienen verschwunden.
Wenn jeder Bienenzüchter mit Zählung feststellt, dass er nur noch die halbe Anzahl von Bienen hat, können diese auch nur noch halb so viel Arbeit leisten. Einige Menschen fangen wohl auch an, sich darüber Gedanken zu machen, aber solange es im Supermarkt Honig gibt, sind es nur ganz wenige.
Wer sich da mal aktuell informieren möchte, kann hier etwas lesen:

http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article144151778/Sterben-die-Bienen-aus-sterben-auch-Menschen.html

Als Hunde-Philosoph versuche ich natürlich gerne in größeren Bahnen zu denken und frage mich immer häufiger, warum die Menschen das nicht so gerne tun.
Die Welt strebt doch förmlich zum Gleichgewicht!
Egal ob Luft oder Wasser, alles strebt zum Ausgleich. Kalt oder warm, Hochdruck oder Tiefdruck, arm oder reich
Je größer eine Ungleichheit ist, desto größer wird das Bestreben nach Ausgleich sein.
Für einen Mathematiker muss es eigentlich ganz klar sein, dass bei einer mathematischen Gleichung beide Seiten gleich groß sein müssen.
Wenn auf der einen Seite der Gleichung eine Veränderung statt findet, dann muss es auf der anderen Seite auch eine Veränderung geben, damit die (mathematische) Gleichung wieder stimmt.
Wenn also auf der einen Seite der Gleichung nur noch halb so viele Bienen sind, muss man sich doch eigentlich zwangsläufig fragen, was auf der anderen Seite der Gleichung stattfindet.
Da wundert man sich als junger Hund doch etwas, wieso Ihr Menschen Euren mathematischen Verstand vergesst, aber auch den (angeblich) ‚gesunden Menschenverstand‘ nicht einsetzt.
Manche Gleichungen auf dieser Welt können doch eigentlich nicht aufgehen!
Welche?
Das wollt Ihr doch nicht wirklich von einem Carl Otto wissen…

Frohe und besinnliche Weihnachten!

Bleibt mir gewogen.

Wuff wuff

Euer Carl Otto

Carl Otto und der Nürnberger Trichter

Carl Otto und der Nürnberger Trichter

Wuff wuff,

vielen Dank an meine ‚Tante auf zwei Beinen‘ für die Kekse, die als Trost für die Hinrichtung meiner Männlichkeit gestern hier eingetroffen sind. So ein Keks trifft meine aktuelle Situation recht gut, weil die Selbige mir auf den Selbigen geht.
Ich bin nun frisch kastriert und eingetrichtert!

Carl Otto und der Nürnberger Trichter

Als Hunde-Philosoph behaupte ich ja immer, dass alle Dinge eine Frage des Betrachtungswinkels sind und man die Dinge von verschiedenen Seiten betrachten kann, aber habt Ihr schon mal in einem Trichter gesteckt?
Das ist schon eine neue Lebensperspektive, wenn auch eine recht einseitige und hoffentlich eine nur kurzzeitige. Meine Lebensperspektive als ‚Genmultiplikator‘ ist nun doch beendet, bevor sie begonnen hat, und das recht langfristig, also für immer. Mit diesem blöden Trichter kann ich noch nicht mal die Veränderung zwischen meinen Beinen sehen. Wahrscheinlich spielen die Menschen hier auf Zeit, so dass ich den Trichter erst abgenommen bekomme, wenn ich nicht mehr weiß, wie es vorher war.
Als bekennender Optimist und Realist sowie Verfechter der Kölschen Grundgesetze, versuche ich mal meine aktuelle Situation optimistisch und realistisch zu werten.
Da fällt mir doch gleich Paragraph 4 ein: „Wat fott is, is fott“, gefolgt von § 5 der Kölsche Grundgesetze: „Et bleev nix wie et wor.“
Tröstend ist der § 7 : „Wat wellste maache?“ , aber bis ich mich an § 11 ( „do laachste dich kapott“) halten kann, vergehen noch ein paar philosophische Stunden der Besinnung.

Warum haben die Menschen eigentlich so viel Verlangen, in die Schöpfung des Tierreichs einzugreifen? Herrchen würde vermutlich einwenden, dass die Menschen das ja bei Pflanzen genau so machen und Luft, Wasser und Erde sind vor Euren Eingriffen ja auch nicht sicher.
Der Mensch züchtet scheinbar gerne, und wir Labradore sind ja auch das Resultat solcher menschlichen Zuchtbemühungen. Ich wurde allerdings jetzt von meiner Familie für die Zucht ausgemustert. Nun könnte man philosophisch fragen, welche Menschen die Besseren sind? Diejenigen, die züchten, oder die, welche ein Verlangen zur Zucht züchtigen?

So ein Trichter fokussiert ja viele Dinge und schon im Mittelalter gab es ja den ‚Nürnberger Trichter‘, der den Menschen zu mehr Klugheit und Verstand verhelfen sollte. Das hat wohl bei vielen Menschen nicht so richtig funktioniert, aber bei mir kommen mit einem Trichter um den Kopf kluge Gedanken und neue Perspektiven zum Thema Menschen und Tierzucht.
In dem Zusammenhang möchte ich gleich mit Euch Menschen gerne buchstäblich ‚ein Hühnchen rupfen‘. (Wo kommt diese Redewendung eigentlich her?)
Denn Hühnernachwuchs hat es ja offensichtlich deutlich schwerer als ich.
Da werden die männlichen Küken (oder „Möchtegern-Hähne“) sofort kurz nach der Geburt umgebracht, weil man sie nicht gebrauchen kann. Aus dem Blickwinkel ist mein Schicksal doch schon gleich als Glück zu werten. Wenn man den Lebensweg eines weiblichen Hühnchens verfolgt, so fragt man sich als verwöhnter Hund, welches Geschlecht das gnädigere Schicksal hatte, aber auch: „Wisst Ihr Menschen eigentlich, was Ihr diesen Geschöpfen antut?“
So ein Küken kommt in einem Brutkasten zur Welt, hat nie Vater oder Mutter gesehen und landet, ohne jemals geflogen zu sein (außer vielleicht tiefgekühlt) nach etwa 6 Wochen bei Euch auf dem Teller. Was für ein Leben!

Ihr seht, mein Blick durch einen Trichter eröffnet mir ganz neue Perspektiven.
Wenn man sich nun auch noch fragt, wie lange so ein Huhn denn hätte leben können, wenn es nicht auf dem Teller landen müsste, wird die Sache im doppelten Sinne bedenklich. 20 Jahre werden Hühner alt! Als neugieriger Hund möchte ich natürlich auch wissen, wie es bei Schweinen und Rindern ist? Rinder werden mit 30 Jahren doppelt so alt wie Schweine. ‚Gans’arme Schweine bei Euch Menschen sind aber die Gänse, da die statt möglicher 40 Jahre Lebensfreude, so gezüchtet werden, dass sie etwa zwei Wochen vor Weihnachten 28 Wochen alt sind, um dann als Weihnachtsbraten die geruhsame und segensreiche Weihnachtszeit zu bereichern. „Fröhhliche Weihnacht überall! tönet durch die Lüfte froher Schall!“.
„Carl Otto, jetzt reicht’s aber!“
Musst Du Dein persönliches Schicksal als ‚tierische Menschendebatte‘ ausschlachten?
Herrchen hat gerne Fleisch auf dem Teller…
Ja Ihr Lieben, durch (m)einen Trichter sieht man manches bei Euch Menschen viel gezielter. Ich möchte hier auch gar nicht schreiben, was Ihr Menschen Dummes mit Trichtern und Gänsen so anstellt. Aber das Thema ‚gestopfte Leber‘ bingt mich darauf, dass er gleich noch buchstäblich um die Wurst geht.

Ich stelle generell bei vielen Menschen fest: Hauptsache es schmeckt Euch und war nicht so teuer! Antibiotika muss man sich nicht umständlich aus der Apotheke holen, denn die bekommt man gratis als Zugabe der Züchter im Supermarkt.
Ich bekomme ja momentan nach meiner OP auch welche, aber als Tabletten vom Tierarzt. Für die Kosten meiner OP hätte Herrchen auch etwa 50 Tiefkühl-Hühnchen im Supermarkt kaufen können. Bevor ich jetzt berechne, ob die Menge an Antibiotika in den Hühnchen höher ist als bei den Tabletten, überlasse ich das Thema doch lieber Euch Menschen und hinterfrage lieber nicht, was in meinem eigenen Fressen alles drin steckt.
Nun habe ich also Kekse von meiner „Tante auf zwei Beinen“ geschenkt bekommen mit der Geschmacksrichtung Leberwurst. Durch meinen Trichter habe gerade erfahren, dass in Leberwurst so gut wie keine Leber enthalten ist. Da kommt aber alles Mögliche und Unmögliche rein. (gut gequirlt und gewürzt mit einen Trichter)
„Wenn da raus kommt, was da rein kommt, dann kommt der Metzger da rein, wo er nicht mehr raus kommt“, meint Herrchen.
Manchmal ist es eher schlecht, wenn man zu viel weiß, und man weiß ja auch, dass die Dummen meist glücklicher sind als die Klugen.
Darüber muss ich mal nachdenken mit meinem Trichter, ob ich lieber klug oder glücklich sein möchte.
So oder so wäre ich wohl glücklicher ohne einen Trichter um den Hals.
Aber ein oder zwei Dinge würden mich ja doch noch interessieren, bevor mein ‚Nürnberger Trichter‘ abkommt.
Ist in Nürnberger Lebkuchen Leber drin?
Oder….
…warum sind eigentlich Leberwürste beleidigt? Ihr Menschen behauptet das manchmal…
Auf jeden Fall möchte jetzt mal so einen Keks mit Leberwurstgeschmack und muss nun Herrchen auf den Keks gehen, damit er mir einen gibt.

Bleibt mir gewogen….

Grüße von eingetrichterten

Carl Otto

Von meinem iPad gesendet