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Über Nutzen und mathematische Gleichungen …

Wuff wuff Ihr Lieben,

inzwischen ist mein Nürnberger Trichter wieder Vergangenheit, und ich empfinde darüber große Freude. Man hat ja in der letzten Episode behauptet, dass so ein Trichter hilft, die Dinge besser oder klüger wahr zu nehmen, aber er verhindert gleichzeitig mehr Umsicht und Übersicht und macht irgendwie einseitig, was ein Philosoph eigentlich vermeiden sollte.
Manche Dinge lernt man generell wohl erst zu schätzen, wenn man sie verloren hat.
Nein, ich rede nicht von meiner Kastration, denn das ist der zweite Punkt, der mir in der letzten Woche klarer geworden ist “ They never come back …“ (oder: Wat fott es, es fott) Inzwischen kommt aber auch der Paragraph 11 der ‚Kölschen Grundgesetze‘ für mich wieder in Reichweite und somit mein grundsätzlicher Optimismus.

Aber scheinbar ist es so, dass man erst mal einen Trichter um den Hals tragen muss, um zu wissen, wie schön das Leben ohne ist.

Bei Euch Menschen erscheint es mir wohl auch so, als ob Ihr den Wert von vielen Dingen erst begreift, wenn es sie nicht mehr gibt.
Das mag bei einem Gipsarm oder einem Gipsbein, einer Erkältung oder temporären Schmerzen recht gut klappen und führt auch bei den meisten Menschen zu mehr Dankbarkeitsgefühlen und neuen Genusserlebnissen, aber das klappt längst nicht immer und überall.

Ihr Menschen habt ja die Veranlagung und Gabe, Euch Gedanken über die Zukunft machen zu können. Ihr habt ja sogar mathematische Fähigkeiten, die Euch mit Hilfe von Formeln ermöglichen, die Zukunft zu berechnen.
Zwar wird oft festgestellt, dass die Experten-Formeln viele Faktoren vergessen haben und somit falsch waren, aber bei vielen wichtigen Dingen auf der Welt kann man auch mit dem normalen Hundeverstand oder Menschenverstand feststellen, dass etwas nicht funktionieren kann. Da mag man über den Zeitpunkt philosophieren aber weniger über das, was am Ende raus kommt. Wir Hunde interessieren uns ja (glücklicherweise) nur für die Gegenwart und schauen nur in soweit zurück, dass wir aus unseren eigenen Lebenserfahrungen das Handeln im „hier und jetzt“ ableiten, oder uns von unseren Instinkten leiten lassen.
Ihr könntet und könnt ja viel weiter in die Vergangenheit schauen und aus Fehlern, die Eure Vorfahren gemacht haben, Lehren ziehen.
Der Turmbau zu Babel, die Sintflut, Völkerwanderungen, Kriege, Epidemien, fette und magere Jahre sind Begriffe, die ich schon mal aufgeschnappt habe. Es kommt mir aber so vor, als ob man aus der Vergangenheit nicht viel gelernt hatund eher die Ansicht vertritt, dass heute alles ganz anders sei.
Heute redet man lieber „moderner“ von Rezessionen, Konjunktur, Versorgungslücken, sozialen Konflikten, Präventivschlägen, Ökosystemen oder Emissionen und vergisst leider, dass sich Menschen, Tiere und Pflanzen diesen Planeten „möglichst gerecht“ teilen müssten, weil eigentlich alle Lebewesen die gleichen Rechte haben sollten. Aber Gerechtigkeit wird wohl bei den Menschen sehr unterschiedlich definiert, sonst gäbe es wohl keinen Neid und Kriege.
Bei uns Tieren und Pflanzen basiert Gerechtigkeit aber wohl auch wohl eher auf dem Recht des Stärkeren und dem Glück oder Unglück zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle das Leben geschenkt bekommen zu haben.
Vor über 2000 Jahren bekam ein kleines Kind mit dem Namen Jesus das Leben geschenkt, der besonders jetzt in der Weihnachtszeit bei vielen Menschen große Ehrung erfährt. Er kam wohl in einem Stall zur Welt umgeben von Tieren. Sein Streben nach Gleichheit, Gerechtigkeit und Friedfertigkeit endete mit Verfolgung, Verrat und Tod.
Aber davon verstehe ich noch zu wenig und Herrchen erinnert mich gerade wieder an meine Jugendsünde, wo ich Teilnehmer (Randbesetzungen) der Weihnachtskrippe für meinen Zahnwechsel missbraucht habe. Gibt es denn keine Vergebung?
Jesus hat in seinem Leben ja gerne in Gleichnissen gesprochen.
Kommen wir daher noch mal zurück zur Mathematik, die ja gerne Gleichungen aufstellt.
Es soll ja wissenschaftliche Berechnungen geben, dass Hummeln eigentlich nicht fliegen können, weil Körper und Flügel die falschen Proportionen haben. Zum Glück wissen das die Hummeln nicht und fliegen von Blüte zu Blüte und erfreuen sich ihres Lebens.
Das scheint bei den Bienen ganz anders zu sein. Bienen sind ja bei Menschen fast so beliebt wie Hunde. Zumindest gibt es wohl ähnlich viele Bienenzüchter wie Hundezüchter. (Warum muss der Mensch eigentlich so oft nach Zucht und Ordnung streben?)
Im Gegensatz zu Hunden leben Bienen in Völkern zusammen, wo es nur eine Königin gibt (und keinen König). Männchen werden dort kaum gebraucht, da die Königin wählerisch ist und die restlichen Weibchen eher als Ammen und/oder Servicekräfte fungieren um den Laden (Bienenkorb) in Schwung zu halten.
„Fleißig wie eine Biene“ wird bei Euch Menschen oft anerkennend gesagt, wenn jemand durch selbstloses Handeln positiv auffällt und für die Allgemeinheit Gutes tut.
Was tun denn Bienen Gutes?
Sie fliegen von Blüte zu Blüte und suchen dort Nektar zur Aufzucht des königlichen Nachwuchs. So ganz nebenbei sind die fleißigen Bienen bei der Aufzucht von Blumen und Bäumen unglaublich wichtig.
Wenn sie das wüssten, wären sie wahrscheinlich unglaublich eingebildet, da sie für die Versorgung der Menschen mit Vitaminen und fruchtigen Geschmäckern fast lebenswichtig sind.
Vermutlich wundern sich die Bienen auch, dass sich die Menschen für ihre „ausgekotzte Flüssigkeit“ so begeistern, die Ihr Honig nennt.
Dass aus den Bienenwaben auch noch weihnachtlich duftende Kerzen gemacht werden, möchte ich hier kurz vor Weihnachten nicht verschweigen.

Aber auch hier zeigt sich einem jungen Hund wieder der Aspekt, dass die Menschen das Tierreich an allen Ecken und Enden ausnutzen.
Nun sind aber plötzlich die Hälfte aller Bienen verschwunden.
Wenn jeder Bienenzüchter mit Zählung feststellt, dass er nur noch die halbe Anzahl von Bienen hat, können diese auch nur noch halb so viel Arbeit leisten. Einige Menschen fangen wohl auch an, sich darüber Gedanken zu machen, aber solange es im Supermarkt Honig gibt, sind es nur ganz wenige.
Wer sich da mal aktuell informieren möchte, kann hier etwas lesen:

http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article144151778/Sterben-die-Bienen-aus-sterben-auch-Menschen.html

Als Hunde-Philosoph versuche ich natürlich gerne in größeren Bahnen zu denken und frage mich immer häufiger, warum die Menschen das nicht so gerne tun.
Die Welt strebt doch förmlich zum Gleichgewicht!
Egal ob Luft oder Wasser, alles strebt zum Ausgleich. Kalt oder warm, Hochdruck oder Tiefdruck, arm oder reich
Je größer eine Ungleichheit ist, desto größer wird das Bestreben nach Ausgleich sein.
Für einen Mathematiker muss es eigentlich ganz klar sein, dass bei einer mathematischen Gleichung beide Seiten gleich groß sein müssen.
Wenn auf der einen Seite der Gleichung eine Veränderung statt findet, dann muss es auf der anderen Seite auch eine Veränderung geben, damit die (mathematische) Gleichung wieder stimmt.
Wenn also auf der einen Seite der Gleichung nur noch halb so viele Bienen sind, muss man sich doch eigentlich zwangsläufig fragen, was auf der anderen Seite der Gleichung stattfindet.
Da wundert man sich als junger Hund doch etwas, wieso Ihr Menschen Euren mathematischen Verstand vergesst, aber auch den (angeblich) ‚gesunden Menschenverstand‘ nicht einsetzt.
Manche Gleichungen auf dieser Welt können doch eigentlich nicht aufgehen!
Welche?
Das wollt Ihr doch nicht wirklich von einem Carl Otto wissen…

Frohe und besinnliche Weihnachten!

Bleibt mir gewogen.

Wuff wuff

Euer Carl Otto

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