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Herrchen und ich als Foto-Stars

5. Februar, 2016
Wuff, wuff, Ihr Lieben,

es war hier ja längere Zeit ruhig, was aber nicht bedeuten soll, dass ich immer ruhig war.
Im Gegenteil, meine Familie sagt mir nach, ich würde zu viel bellen.
Welche Möglichkeiten der Kommunikation hat denn ein Hund?
Da bleibt beim gewöhnlichen Hund doch nur das Schwanzwedeln und Bellen.
Schwanzwedeln ist Kommunikation aus der Nähe und Bellen kann man eben auch durch Wände und Decken hören.
Ungewöhnliche Hunde können ihre Reichweite natürlich erhöhen, in dem sie im Internet bloggen und face-booken. Somit wisst Ihr spätestens jetzt, mit welcher Art von Hund Ihr es hier zu tun habt.
Übrigens belle ich nur vor Freude, aber wer kann schon durch Wände einen wedelnden Schwanz sehen.
Noch schwieriger wird es, dies zu erkennen, wenn Menschen beim Schlafen die Augen geschlossen haben.
Sobald sie die Augen dann auf haben, bin ich meist schon fertig, meine Freude akustisch untermalt zum Ausdruck gebracht zu haben.
Oft kann ich bellend meine Freude gar nicht so richtig mit den Menschen teilen, weil sie automatisch ihre persönlichen Schlafstörungen mit meiner akustischen Freude kausal verbinden.
Aus meiner Hunde-philosophischen Betrachtungsweise ist dies eher ein rein kognitives Problem der menschlichen Assoziation.(Ihr wisst, was ich meine)

Ich habe aber nicht nur akustische Fähigkeiten, sondern scheinbar auch optische Reize. Schon im letzten Sommer hatte ich ja die Aufmerksamkeit eines Profi-Fotografen gleich gewonnen, der eigentlich für sein Foto-Shooting Herrchens Cabriolet als „gefälligen Oldtimer“ leihen wollte und mich dann als „optischen Höhepunkt“ gleich mitnahm.

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Diesmal war es eher umgekehrt, denn er suchte einen „menschlichen Oldtimer“ und wählte dabei Herrchen aus, und ich durfte diesmal als „optische Konstante“ mit.
Herrchen war ja doch ein bisschen aufgeregter als ich, wohl auch weil er einen Großvater darstellen sollte, ohne jede Rollenerfahrung, während ich als Hund nun doch schon auf eine gewisse Routine zurückblicken kann und auch vor der Kamera kein Anfänger mehr bin.
Ich bin halt ein Medien-Profi.

Aber Herrchen wurde auch mit Geld gelockt, und er fühlte sich scheinbar noch jung und brauchte wohl auch das Geld. Das hat er inzwischen in seinen Erzählungen schon drei Mal ausgegeben, obwohl er es noch gar nicht erhalten hat.

Gestern haben wir aber nun die Ergebnisse des Foto-Shootings im neuen Katalog gesehen, und ich muss feststellen, dass ich doch recht enttäuscht von der Auswahl der Fotos bin. (ich bin kaum zu sehen!)
Herrchen hat es dagegen doch tatsächlich auf die Titelseite geschafft.

Herrchen im HAFLINGER-Katalog

Wenn ich hier erzählen würde, was er seinem ‚Enkel‘ da beim Shooting erzählt hat, dann würde man es mir ja doch nicht glauben. Es waren ja auch nur Fotos, so dass es keine Videobeweise gibt.
Ich behaupte mal: Herrchen ist im ganzen Katalog nur so häufig abgedruckt, damit die Schuhe schöner erscheinen, oder weil er so viel Quatsch mit seinen „Enkeln“ gemacht hat. Der Fotograf meinte wohl: „das kommt so natürlich rüber“.
Katzen-Kacke, wie soll i c h denn natürlich rüber kommen, wenn Herrchen mich natürlich angeleint hatte, damit ich keinen Quatsch mache?!

Hier wurde überall manipuliert!
Aber jetzt pack ich mal öffentlich aus, was da so abging, bei dem Foto-Shooting.
Glaubt bloß nicht, dass die Menschen auf den Bildern ’natürlich‘ so schön aussehen.
Da gab es so eine nette Frau, die die ganze Zeit gepudert, gecremt, gemalt und gepinselt hat.
Frauen haben es scheinbar besonders nötig, zumindest wenn man den Zeitaufwand mit Notwendigkeit gleich setzt.
Bei Herrchen ging es erstaunlich schnell, denn Kosmetik lässt einen ja wohl auch eher jünger erscheinen. Rasieren durfte er sich auch nicht, um möglichst älter zu wirken.
Bei mir wurde auf jegliche Kosmetik verzichtet. Aber dann mich wollte die Monika plötzlich föhnen und mein Fell ruinieren, bloß weil ich draußen ein wenig nass geworden war. Nachdem ich meine Urangst vor einem lauten, warm pustenden Monster gezeigt hatte, war sie doch so lieb, mich mit einem Handtuch sanft abzurubbeln.
Aber wofür eigentlich diese Mühen? Ich bin ja kaum zu sehen im Katalog!

Die ganze Zeit wird bei einem Shooting aufgebaut und rum geblitzt. Das ist wie „Sylvester zum Quadrat oder hoch Zwei“ und eigentlich nichts für zarte Hundegemüter, also praktisch genau das Richtige für mich.
Bloß blöd, wenn man immer nur angeleint die Action verfolgen darf, statt als Super-Hund und Retter der Szene ins Bild zu springen.
Beispiel gefällig? Mein erster ACTION-Clip!

Carl Otto, mach mal die Tür zu.

Aber Herrchen hatte auch sein Päckchen zu tragen.
Man hatte nämlich extra für das Shooting für ihn ein braunes Hemd und eine Weste gekauft, die er für das Shooting anziehen musste.
Normalerweise wäscht Frauchen neu gekaufte Kleidungsstücke immer, bevor man sie anzieht, weil in den Stoffen sich etliche Chemie angesammelt hat. Meine Hundenase sagt dazu, da ist noch mehr drin als Ihr glaubt.
Ihr glaubt aber gar nicht, was jetzt kommt!
Herrchen musste das Hemd anziehen und darauf achten, dass das Preisschild dran bleibt. Er jammerte irgendwie die ganze Zeit rum, in seinem Hemd; ihm sei so warm und das Preisschild jucke ihn am Rücken.
Mir war das irgendwie peinlich.
Aber wie peinlich ist das erst, wenn man so ein Hemd nach 10 Stunden Foto-Shooting wieder dem Händler zurück gibt. Herrchen murmelte irgendetwas von ‚Zalando-Party‘, aber so ein junger Hund muss ja nicht alles verstehen.
Meine Nase konnte immerhin feststellen, dass dieses Hemd am Ende deutlich weniger nach Chemie roch, dafür aber etwas mehr nach Herrchen.
Schwitzt halt, so ein Mann.
Herrchen hatte sich auch leicht verändert, denn man konnte auf seinem Rücken am Ende den Preis in Spiegelschrift lesen und er roch nun etwas weniger nach Herrchen und dafür mehr nach Chemie.
Ich möchte ja hier nichts unterstellen, aber die Sache mit den Preisschildern riecht für mich als echten Spürhund nach Umtausch. Pfui!

Nun fragt Ihr vielleicht ängstlich, was mit den Schuhen passiert ist, die man im Katalog abgebildet sieht?
Alle Fotomodelle durften Ihre Musterschuhe mit nach Hause nehmen, nur Herrchen und ich nicht.
Die waren plötzlich verschwunden.
Wieso rede ich von ‚meinen‘ Musterschuhen?
Nun ja, es war die Idee vom Fotografen, dass ich Herrchen einen Schuh geben sollte, aber da fehlte mir aus oben genannten Gründen doch etwas die Motivation. Herrchen versuchte es mit einem Trick, indem er Leckerlis im Schuh versteckte.
Ich habe Euch doch schon mal hier berichtet, von meinem scheinbar genetischen „Problem des Sabbelns“ in bestimmten Situationen. Ich möchte das nicht vertiefen oder gar die Problematik verwässern, aber danach waren es halt eigentlich meine Schuhe, obwohl Herrchen sie noch mal anziehen sollte, weil er seine grünen Pantoffeln plötzlich für die Schluss-Szene vermisste.
Er hat das aber irgendwie recht geschickt gelöst, in dem er nur einen Schuh angezogen hat.
Hatte ich eigentlich erzählt, dass Herrchen unter einem fürchterlichen (unheilbaren) Fußpilz leidet und die grünen Pantoffeln zunächst barfuß probiert hat, weil sie so eng waren?
Gehört hier auch nicht hin!
Alles Gute an die neuen Besitzer dieser Musterschuhe.

Ob Sabber oder Pilze; ist doch irgendwie alles besser als Chemie, denn das kommt eben „natürlich rüber“, wie man in der Fotografen-Fachsprache so schön sagt…

Wuff wuff, bleibt mir gewogen

Euer Carl Otto

PS: Herrchen hat gesagt, ich soll „vom Opa für Opa“ drunter schreiben (hat wohl mit dem heutigen Datum zu tun)

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Ein Gedanke zu „Herrchen und ich als Foto-Stars

  1. Also, lieber Carl-Otto! Du und Herrchen, Ihr habt euch richtig wacker geschlagen beim Fotoshooting. Die Weste und das braune Hemd stehen Herrchen sehr gut, schade, dass er sie nicht behalten durfte.
    Macht weiter so, Ihr seid schon ein tolles Team.

    Bis bald und liche Grüße aus Ashausen

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