Kategorie-Archiv: Episoden des Lebens

Carl Otto endeckt die Welt und macht sich zu allem und nichts seine Hunde-Gedanken

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Herrchen und ich als Foto-Stars

5. Februar, 2016
Wuff, wuff, Ihr Lieben,

es war hier ja längere Zeit ruhig, was aber nicht bedeuten soll, dass ich immer ruhig war.
Im Gegenteil, meine Familie sagt mir nach, ich würde zu viel bellen.
Welche Möglichkeiten der Kommunikation hat denn ein Hund?
Da bleibt beim gewöhnlichen Hund doch nur das Schwanzwedeln und Bellen.
Schwanzwedeln ist Kommunikation aus der Nähe und Bellen kann man eben auch durch Wände und Decken hören.
Ungewöhnliche Hunde können ihre Reichweite natürlich erhöhen, in dem sie im Internet bloggen und face-booken. Somit wisst Ihr spätestens jetzt, mit welcher Art von Hund Ihr es hier zu tun habt.
Übrigens belle ich nur vor Freude, aber wer kann schon durch Wände einen wedelnden Schwanz sehen.
Noch schwieriger wird es, dies zu erkennen, wenn Menschen beim Schlafen die Augen geschlossen haben.
Sobald sie die Augen dann auf haben, bin ich meist schon fertig, meine Freude akustisch untermalt zum Ausdruck gebracht zu haben.
Oft kann ich bellend meine Freude gar nicht so richtig mit den Menschen teilen, weil sie automatisch ihre persönlichen Schlafstörungen mit meiner akustischen Freude kausal verbinden.
Aus meiner Hunde-philosophischen Betrachtungsweise ist dies eher ein rein kognitives Problem der menschlichen Assoziation.(Ihr wisst, was ich meine)

Ich habe aber nicht nur akustische Fähigkeiten, sondern scheinbar auch optische Reize. Schon im letzten Sommer hatte ich ja die Aufmerksamkeit eines Profi-Fotografen gleich gewonnen, der eigentlich für sein Foto-Shooting Herrchens Cabriolet als „gefälligen Oldtimer“ leihen wollte und mich dann als „optischen Höhepunkt“ gleich mitnahm.

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Diesmal war es eher umgekehrt, denn er suchte einen „menschlichen Oldtimer“ und wählte dabei Herrchen aus, und ich durfte diesmal als „optische Konstante“ mit.
Herrchen war ja doch ein bisschen aufgeregter als ich, wohl auch weil er einen Großvater darstellen sollte, ohne jede Rollenerfahrung, während ich als Hund nun doch schon auf eine gewisse Routine zurückblicken kann und auch vor der Kamera kein Anfänger mehr bin.
Ich bin halt ein Medien-Profi.

Aber Herrchen wurde auch mit Geld gelockt, und er fühlte sich scheinbar noch jung und brauchte wohl auch das Geld. Das hat er inzwischen in seinen Erzählungen schon drei Mal ausgegeben, obwohl er es noch gar nicht erhalten hat.

Gestern haben wir aber nun die Ergebnisse des Foto-Shootings im neuen Katalog gesehen, und ich muss feststellen, dass ich doch recht enttäuscht von der Auswahl der Fotos bin. (ich bin kaum zu sehen!)
Herrchen hat es dagegen doch tatsächlich auf die Titelseite geschafft.

Herrchen im HAFLINGER-Katalog

Wenn ich hier erzählen würde, was er seinem ‚Enkel‘ da beim Shooting erzählt hat, dann würde man es mir ja doch nicht glauben. Es waren ja auch nur Fotos, so dass es keine Videobeweise gibt.
Ich behaupte mal: Herrchen ist im ganzen Katalog nur so häufig abgedruckt, damit die Schuhe schöner erscheinen, oder weil er so viel Quatsch mit seinen „Enkeln“ gemacht hat. Der Fotograf meinte wohl: „das kommt so natürlich rüber“.
Katzen-Kacke, wie soll i c h denn natürlich rüber kommen, wenn Herrchen mich natürlich angeleint hatte, damit ich keinen Quatsch mache?!

Hier wurde überall manipuliert!
Aber jetzt pack ich mal öffentlich aus, was da so abging, bei dem Foto-Shooting.
Glaubt bloß nicht, dass die Menschen auf den Bildern ’natürlich‘ so schön aussehen.
Da gab es so eine nette Frau, die die ganze Zeit gepudert, gecremt, gemalt und gepinselt hat.
Frauen haben es scheinbar besonders nötig, zumindest wenn man den Zeitaufwand mit Notwendigkeit gleich setzt.
Bei Herrchen ging es erstaunlich schnell, denn Kosmetik lässt einen ja wohl auch eher jünger erscheinen. Rasieren durfte er sich auch nicht, um möglichst älter zu wirken.
Bei mir wurde auf jegliche Kosmetik verzichtet. Aber dann mich wollte die Monika plötzlich föhnen und mein Fell ruinieren, bloß weil ich draußen ein wenig nass geworden war. Nachdem ich meine Urangst vor einem lauten, warm pustenden Monster gezeigt hatte, war sie doch so lieb, mich mit einem Handtuch sanft abzurubbeln.
Aber wofür eigentlich diese Mühen? Ich bin ja kaum zu sehen im Katalog!

Die ganze Zeit wird bei einem Shooting aufgebaut und rum geblitzt. Das ist wie „Sylvester zum Quadrat oder hoch Zwei“ und eigentlich nichts für zarte Hundegemüter, also praktisch genau das Richtige für mich.
Bloß blöd, wenn man immer nur angeleint die Action verfolgen darf, statt als Super-Hund und Retter der Szene ins Bild zu springen.
Beispiel gefällig? Mein erster ACTION-Clip!

Carl Otto, mach mal die Tür zu.

Aber Herrchen hatte auch sein Päckchen zu tragen.
Man hatte nämlich extra für das Shooting für ihn ein braunes Hemd und eine Weste gekauft, die er für das Shooting anziehen musste.
Normalerweise wäscht Frauchen neu gekaufte Kleidungsstücke immer, bevor man sie anzieht, weil in den Stoffen sich etliche Chemie angesammelt hat. Meine Hundenase sagt dazu, da ist noch mehr drin als Ihr glaubt.
Ihr glaubt aber gar nicht, was jetzt kommt!
Herrchen musste das Hemd anziehen und darauf achten, dass das Preisschild dran bleibt. Er jammerte irgendwie die ganze Zeit rum, in seinem Hemd; ihm sei so warm und das Preisschild jucke ihn am Rücken.
Mir war das irgendwie peinlich.
Aber wie peinlich ist das erst, wenn man so ein Hemd nach 10 Stunden Foto-Shooting wieder dem Händler zurück gibt. Herrchen murmelte irgendetwas von ‚Zalando-Party‘, aber so ein junger Hund muss ja nicht alles verstehen.
Meine Nase konnte immerhin feststellen, dass dieses Hemd am Ende deutlich weniger nach Chemie roch, dafür aber etwas mehr nach Herrchen.
Schwitzt halt, so ein Mann.
Herrchen hatte sich auch leicht verändert, denn man konnte auf seinem Rücken am Ende den Preis in Spiegelschrift lesen und er roch nun etwas weniger nach Herrchen und dafür mehr nach Chemie.
Ich möchte ja hier nichts unterstellen, aber die Sache mit den Preisschildern riecht für mich als echten Spürhund nach Umtausch. Pfui!

Nun fragt Ihr vielleicht ängstlich, was mit den Schuhen passiert ist, die man im Katalog abgebildet sieht?
Alle Fotomodelle durften Ihre Musterschuhe mit nach Hause nehmen, nur Herrchen und ich nicht.
Die waren plötzlich verschwunden.
Wieso rede ich von ‚meinen‘ Musterschuhen?
Nun ja, es war die Idee vom Fotografen, dass ich Herrchen einen Schuh geben sollte, aber da fehlte mir aus oben genannten Gründen doch etwas die Motivation. Herrchen versuchte es mit einem Trick, indem er Leckerlis im Schuh versteckte.
Ich habe Euch doch schon mal hier berichtet, von meinem scheinbar genetischen „Problem des Sabbelns“ in bestimmten Situationen. Ich möchte das nicht vertiefen oder gar die Problematik verwässern, aber danach waren es halt eigentlich meine Schuhe, obwohl Herrchen sie noch mal anziehen sollte, weil er seine grünen Pantoffeln plötzlich für die Schluss-Szene vermisste.
Er hat das aber irgendwie recht geschickt gelöst, in dem er nur einen Schuh angezogen hat.
Hatte ich eigentlich erzählt, dass Herrchen unter einem fürchterlichen (unheilbaren) Fußpilz leidet und die grünen Pantoffeln zunächst barfuß probiert hat, weil sie so eng waren?
Gehört hier auch nicht hin!
Alles Gute an die neuen Besitzer dieser Musterschuhe.

Ob Sabber oder Pilze; ist doch irgendwie alles besser als Chemie, denn das kommt eben „natürlich rüber“, wie man in der Fotografen-Fachsprache so schön sagt…

Wuff wuff, bleibt mir gewogen

Euer Carl Otto

PS: Herrchen hat gesagt, ich soll „vom Opa für Opa“ drunter schreiben (hat wohl mit dem heutigen Datum zu tun)

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Über Nutzen und mathematische Gleichungen …

Wuff wuff Ihr Lieben,

inzwischen ist mein Nürnberger Trichter wieder Vergangenheit, und ich empfinde darüber große Freude. Man hat ja in der letzten Episode behauptet, dass so ein Trichter hilft, die Dinge besser oder klüger wahr zu nehmen, aber er verhindert gleichzeitig mehr Umsicht und Übersicht und macht irgendwie einseitig, was ein Philosoph eigentlich vermeiden sollte.
Manche Dinge lernt man generell wohl erst zu schätzen, wenn man sie verloren hat.
Nein, ich rede nicht von meiner Kastration, denn das ist der zweite Punkt, der mir in der letzten Woche klarer geworden ist “ They never come back …“ (oder: Wat fott es, es fott) Inzwischen kommt aber auch der Paragraph 11 der ‚Kölschen Grundgesetze‘ für mich wieder in Reichweite und somit mein grundsätzlicher Optimismus.

Aber scheinbar ist es so, dass man erst mal einen Trichter um den Hals tragen muss, um zu wissen, wie schön das Leben ohne ist.

Bei Euch Menschen erscheint es mir wohl auch so, als ob Ihr den Wert von vielen Dingen erst begreift, wenn es sie nicht mehr gibt.
Das mag bei einem Gipsarm oder einem Gipsbein, einer Erkältung oder temporären Schmerzen recht gut klappen und führt auch bei den meisten Menschen zu mehr Dankbarkeitsgefühlen und neuen Genusserlebnissen, aber das klappt längst nicht immer und überall.

Ihr Menschen habt ja die Veranlagung und Gabe, Euch Gedanken über die Zukunft machen zu können. Ihr habt ja sogar mathematische Fähigkeiten, die Euch mit Hilfe von Formeln ermöglichen, die Zukunft zu berechnen.
Zwar wird oft festgestellt, dass die Experten-Formeln viele Faktoren vergessen haben und somit falsch waren, aber bei vielen wichtigen Dingen auf der Welt kann man auch mit dem normalen Hundeverstand oder Menschenverstand feststellen, dass etwas nicht funktionieren kann. Da mag man über den Zeitpunkt philosophieren aber weniger über das, was am Ende raus kommt. Wir Hunde interessieren uns ja (glücklicherweise) nur für die Gegenwart und schauen nur in soweit zurück, dass wir aus unseren eigenen Lebenserfahrungen das Handeln im „hier und jetzt“ ableiten, oder uns von unseren Instinkten leiten lassen.
Ihr könntet und könnt ja viel weiter in die Vergangenheit schauen und aus Fehlern, die Eure Vorfahren gemacht haben, Lehren ziehen.
Der Turmbau zu Babel, die Sintflut, Völkerwanderungen, Kriege, Epidemien, fette und magere Jahre sind Begriffe, die ich schon mal aufgeschnappt habe. Es kommt mir aber so vor, als ob man aus der Vergangenheit nicht viel gelernt hatund eher die Ansicht vertritt, dass heute alles ganz anders sei.
Heute redet man lieber „moderner“ von Rezessionen, Konjunktur, Versorgungslücken, sozialen Konflikten, Präventivschlägen, Ökosystemen oder Emissionen und vergisst leider, dass sich Menschen, Tiere und Pflanzen diesen Planeten „möglichst gerecht“ teilen müssten, weil eigentlich alle Lebewesen die gleichen Rechte haben sollten. Aber Gerechtigkeit wird wohl bei den Menschen sehr unterschiedlich definiert, sonst gäbe es wohl keinen Neid und Kriege.
Bei uns Tieren und Pflanzen basiert Gerechtigkeit aber wohl auch wohl eher auf dem Recht des Stärkeren und dem Glück oder Unglück zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle das Leben geschenkt bekommen zu haben.
Vor über 2000 Jahren bekam ein kleines Kind mit dem Namen Jesus das Leben geschenkt, der besonders jetzt in der Weihnachtszeit bei vielen Menschen große Ehrung erfährt. Er kam wohl in einem Stall zur Welt umgeben von Tieren. Sein Streben nach Gleichheit, Gerechtigkeit und Friedfertigkeit endete mit Verfolgung, Verrat und Tod.
Aber davon verstehe ich noch zu wenig und Herrchen erinnert mich gerade wieder an meine Jugendsünde, wo ich Teilnehmer (Randbesetzungen) der Weihnachtskrippe für meinen Zahnwechsel missbraucht habe. Gibt es denn keine Vergebung?
Jesus hat in seinem Leben ja gerne in Gleichnissen gesprochen.
Kommen wir daher noch mal zurück zur Mathematik, die ja gerne Gleichungen aufstellt.
Es soll ja wissenschaftliche Berechnungen geben, dass Hummeln eigentlich nicht fliegen können, weil Körper und Flügel die falschen Proportionen haben. Zum Glück wissen das die Hummeln nicht und fliegen von Blüte zu Blüte und erfreuen sich ihres Lebens.
Das scheint bei den Bienen ganz anders zu sein. Bienen sind ja bei Menschen fast so beliebt wie Hunde. Zumindest gibt es wohl ähnlich viele Bienenzüchter wie Hundezüchter. (Warum muss der Mensch eigentlich so oft nach Zucht und Ordnung streben?)
Im Gegensatz zu Hunden leben Bienen in Völkern zusammen, wo es nur eine Königin gibt (und keinen König). Männchen werden dort kaum gebraucht, da die Königin wählerisch ist und die restlichen Weibchen eher als Ammen und/oder Servicekräfte fungieren um den Laden (Bienenkorb) in Schwung zu halten.
„Fleißig wie eine Biene“ wird bei Euch Menschen oft anerkennend gesagt, wenn jemand durch selbstloses Handeln positiv auffällt und für die Allgemeinheit Gutes tut.
Was tun denn Bienen Gutes?
Sie fliegen von Blüte zu Blüte und suchen dort Nektar zur Aufzucht des königlichen Nachwuchs. So ganz nebenbei sind die fleißigen Bienen bei der Aufzucht von Blumen und Bäumen unglaublich wichtig.
Wenn sie das wüssten, wären sie wahrscheinlich unglaublich eingebildet, da sie für die Versorgung der Menschen mit Vitaminen und fruchtigen Geschmäckern fast lebenswichtig sind.
Vermutlich wundern sich die Bienen auch, dass sich die Menschen für ihre „ausgekotzte Flüssigkeit“ so begeistern, die Ihr Honig nennt.
Dass aus den Bienenwaben auch noch weihnachtlich duftende Kerzen gemacht werden, möchte ich hier kurz vor Weihnachten nicht verschweigen.

Aber auch hier zeigt sich einem jungen Hund wieder der Aspekt, dass die Menschen das Tierreich an allen Ecken und Enden ausnutzen.
Nun sind aber plötzlich die Hälfte aller Bienen verschwunden.
Wenn jeder Bienenzüchter mit Zählung feststellt, dass er nur noch die halbe Anzahl von Bienen hat, können diese auch nur noch halb so viel Arbeit leisten. Einige Menschen fangen wohl auch an, sich darüber Gedanken zu machen, aber solange es im Supermarkt Honig gibt, sind es nur ganz wenige.
Wer sich da mal aktuell informieren möchte, kann hier etwas lesen:

http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article144151778/Sterben-die-Bienen-aus-sterben-auch-Menschen.html

Als Hunde-Philosoph versuche ich natürlich gerne in größeren Bahnen zu denken und frage mich immer häufiger, warum die Menschen das nicht so gerne tun.
Die Welt strebt doch förmlich zum Gleichgewicht!
Egal ob Luft oder Wasser, alles strebt zum Ausgleich. Kalt oder warm, Hochdruck oder Tiefdruck, arm oder reich
Je größer eine Ungleichheit ist, desto größer wird das Bestreben nach Ausgleich sein.
Für einen Mathematiker muss es eigentlich ganz klar sein, dass bei einer mathematischen Gleichung beide Seiten gleich groß sein müssen.
Wenn auf der einen Seite der Gleichung eine Veränderung statt findet, dann muss es auf der anderen Seite auch eine Veränderung geben, damit die (mathematische) Gleichung wieder stimmt.
Wenn also auf der einen Seite der Gleichung nur noch halb so viele Bienen sind, muss man sich doch eigentlich zwangsläufig fragen, was auf der anderen Seite der Gleichung stattfindet.
Da wundert man sich als junger Hund doch etwas, wieso Ihr Menschen Euren mathematischen Verstand vergesst, aber auch den (angeblich) ‚gesunden Menschenverstand‘ nicht einsetzt.
Manche Gleichungen auf dieser Welt können doch eigentlich nicht aufgehen!
Welche?
Das wollt Ihr doch nicht wirklich von einem Carl Otto wissen…

Frohe und besinnliche Weihnachten!

Bleibt mir gewogen.

Wuff wuff

Euer Carl Otto

Carl Otto und der Nürnberger Trichter

Carl Otto und der Nürnberger Trichter

Wuff wuff,

vielen Dank an meine ‚Tante auf zwei Beinen‘ für die Kekse, die als Trost für die Hinrichtung meiner Männlichkeit gestern hier eingetroffen sind. So ein Keks trifft meine aktuelle Situation recht gut, weil die Selbige mir auf den Selbigen geht.
Ich bin nun frisch kastriert und eingetrichtert!

Carl Otto und der Nürnberger Trichter

Als Hunde-Philosoph behaupte ich ja immer, dass alle Dinge eine Frage des Betrachtungswinkels sind und man die Dinge von verschiedenen Seiten betrachten kann, aber habt Ihr schon mal in einem Trichter gesteckt?
Das ist schon eine neue Lebensperspektive, wenn auch eine recht einseitige und hoffentlich eine nur kurzzeitige. Meine Lebensperspektive als ‚Genmultiplikator‘ ist nun doch beendet, bevor sie begonnen hat, und das recht langfristig, also für immer. Mit diesem blöden Trichter kann ich noch nicht mal die Veränderung zwischen meinen Beinen sehen. Wahrscheinlich spielen die Menschen hier auf Zeit, so dass ich den Trichter erst abgenommen bekomme, wenn ich nicht mehr weiß, wie es vorher war.
Als bekennender Optimist und Realist sowie Verfechter der Kölschen Grundgesetze, versuche ich mal meine aktuelle Situation optimistisch und realistisch zu werten.
Da fällt mir doch gleich Paragraph 4 ein: „Wat fott is, is fott“, gefolgt von § 5 der Kölsche Grundgesetze: „Et bleev nix wie et wor.“
Tröstend ist der § 7 : „Wat wellste maache?“ , aber bis ich mich an § 11 ( „do laachste dich kapott“) halten kann, vergehen noch ein paar philosophische Stunden der Besinnung.

Warum haben die Menschen eigentlich so viel Verlangen, in die Schöpfung des Tierreichs einzugreifen? Herrchen würde vermutlich einwenden, dass die Menschen das ja bei Pflanzen genau so machen und Luft, Wasser und Erde sind vor Euren Eingriffen ja auch nicht sicher.
Der Mensch züchtet scheinbar gerne, und wir Labradore sind ja auch das Resultat solcher menschlichen Zuchtbemühungen. Ich wurde allerdings jetzt von meiner Familie für die Zucht ausgemustert. Nun könnte man philosophisch fragen, welche Menschen die Besseren sind? Diejenigen, die züchten, oder die, welche ein Verlangen zur Zucht züchtigen?

So ein Trichter fokussiert ja viele Dinge und schon im Mittelalter gab es ja den ‚Nürnberger Trichter‘, der den Menschen zu mehr Klugheit und Verstand verhelfen sollte. Das hat wohl bei vielen Menschen nicht so richtig funktioniert, aber bei mir kommen mit einem Trichter um den Kopf kluge Gedanken und neue Perspektiven zum Thema Menschen und Tierzucht.
In dem Zusammenhang möchte ich gleich mit Euch Menschen gerne buchstäblich ‚ein Hühnchen rupfen‘. (Wo kommt diese Redewendung eigentlich her?)
Denn Hühnernachwuchs hat es ja offensichtlich deutlich schwerer als ich.
Da werden die männlichen Küken (oder „Möchtegern-Hähne“) sofort kurz nach der Geburt umgebracht, weil man sie nicht gebrauchen kann. Aus dem Blickwinkel ist mein Schicksal doch schon gleich als Glück zu werten. Wenn man den Lebensweg eines weiblichen Hühnchens verfolgt, so fragt man sich als verwöhnter Hund, welches Geschlecht das gnädigere Schicksal hatte, aber auch: „Wisst Ihr Menschen eigentlich, was Ihr diesen Geschöpfen antut?“
So ein Küken kommt in einem Brutkasten zur Welt, hat nie Vater oder Mutter gesehen und landet, ohne jemals geflogen zu sein (außer vielleicht tiefgekühlt) nach etwa 6 Wochen bei Euch auf dem Teller. Was für ein Leben!

Ihr seht, mein Blick durch einen Trichter eröffnet mir ganz neue Perspektiven.
Wenn man sich nun auch noch fragt, wie lange so ein Huhn denn hätte leben können, wenn es nicht auf dem Teller landen müsste, wird die Sache im doppelten Sinne bedenklich. 20 Jahre werden Hühner alt! Als neugieriger Hund möchte ich natürlich auch wissen, wie es bei Schweinen und Rindern ist? Rinder werden mit 30 Jahren doppelt so alt wie Schweine. ‚Gans’arme Schweine bei Euch Menschen sind aber die Gänse, da die statt möglicher 40 Jahre Lebensfreude, so gezüchtet werden, dass sie etwa zwei Wochen vor Weihnachten 28 Wochen alt sind, um dann als Weihnachtsbraten die geruhsame und segensreiche Weihnachtszeit zu bereichern. „Fröhhliche Weihnacht überall! tönet durch die Lüfte froher Schall!“.
„Carl Otto, jetzt reicht’s aber!“
Musst Du Dein persönliches Schicksal als ‚tierische Menschendebatte‘ ausschlachten?
Herrchen hat gerne Fleisch auf dem Teller…
Ja Ihr Lieben, durch (m)einen Trichter sieht man manches bei Euch Menschen viel gezielter. Ich möchte hier auch gar nicht schreiben, was Ihr Menschen Dummes mit Trichtern und Gänsen so anstellt. Aber das Thema ‚gestopfte Leber‘ bingt mich darauf, dass er gleich noch buchstäblich um die Wurst geht.

Ich stelle generell bei vielen Menschen fest: Hauptsache es schmeckt Euch und war nicht so teuer! Antibiotika muss man sich nicht umständlich aus der Apotheke holen, denn die bekommt man gratis als Zugabe der Züchter im Supermarkt.
Ich bekomme ja momentan nach meiner OP auch welche, aber als Tabletten vom Tierarzt. Für die Kosten meiner OP hätte Herrchen auch etwa 50 Tiefkühl-Hühnchen im Supermarkt kaufen können. Bevor ich jetzt berechne, ob die Menge an Antibiotika in den Hühnchen höher ist als bei den Tabletten, überlasse ich das Thema doch lieber Euch Menschen und hinterfrage lieber nicht, was in meinem eigenen Fressen alles drin steckt.
Nun habe ich also Kekse von meiner „Tante auf zwei Beinen“ geschenkt bekommen mit der Geschmacksrichtung Leberwurst. Durch meinen Trichter habe gerade erfahren, dass in Leberwurst so gut wie keine Leber enthalten ist. Da kommt aber alles Mögliche und Unmögliche rein. (gut gequirlt und gewürzt mit einen Trichter)
„Wenn da raus kommt, was da rein kommt, dann kommt der Metzger da rein, wo er nicht mehr raus kommt“, meint Herrchen.
Manchmal ist es eher schlecht, wenn man zu viel weiß, und man weiß ja auch, dass die Dummen meist glücklicher sind als die Klugen.
Darüber muss ich mal nachdenken mit meinem Trichter, ob ich lieber klug oder glücklich sein möchte.
So oder so wäre ich wohl glücklicher ohne einen Trichter um den Hals.
Aber ein oder zwei Dinge würden mich ja doch noch interessieren, bevor mein ‚Nürnberger Trichter‘ abkommt.
Ist in Nürnberger Lebkuchen Leber drin?
Oder….
…warum sind eigentlich Leberwürste beleidigt? Ihr Menschen behauptet das manchmal…
Auf jeden Fall möchte jetzt mal so einen Keks mit Leberwurstgeschmack und muss nun Herrchen auf den Keks gehen, damit er mir einen gibt.

Bleibt mir gewogen….

Grüße von eingetrichterten

Carl Otto

Von meinem iPad gesendet

trübe Novembergedanken eines Hunde-Philosophen

Geld und Glück, Rasse und Klasse

Wuff wuff,

das Foto aus der letzten Episode hat bei vielen Menschen unterschiedliche Emotionen aus gelöst.
Ist das echtes Geld?
Habt Ihr keine Angst, dass eingebrochen wird?
Oh, so viel Geld möchte ich auch haben…

Als Hund gehe ich mit diesen bedrucken Papierstückchen etwas distanzierter um und eher unemotional. Gestern hat mir Herrchen ein solches Stück Papier aus dem Maul gezogen. mit den Worten: „Oh guck mal, Carl Otto hat einen Geldschein im Maul!“ Dass darauf ein schneidiges “ AUS “ folgte, könnt Ihr Euch ja denken. Dieser Geldschein duftete aber auch verführerisch nach Schokolade, war er doch an einer Tafel Schokolade zu Carlottas Geburtstag befestigt.
Komischerweise hat niemand die Schokolade vermisst ( das habe ich vor einem Jahr ganz anders erleben müssen), sondern man interessierte sich scheinbar mehr für meine selbst gewählte Papier-Serviette.

An trüben Novembertagen kommt auch ein Hund mal auf trübe Gedanken, über Freud und Leid zu sinnieren. „Des Einen Freud, des anderen Leid“, sagt Ihr Menschen ja auch gerne, aber hat jemand Freude, wenn ich leide? (dazu später)

Macht Geld eigentlich glücklich?
Ja, sagen die, die es nicht haben und nein, die, die es haben.
Geteiltes Glück ist doppeltes Glück, geteiltes Geld ist aber eher die Hälfte und somit deutlich weniger als beim Glück.
Aus meiner Hundesicht gibt es somit zwischen Glück und Geld keine offensichtlichen Zusammenhänge.
Für mich ist es ein großes Glück, wenn etwas Leckeres vom Esstisch fällt, sollte ich es mit Alma teilen müssen, wäre es für mich eher Leid als doppelte Freude. Aber das wäre für mich kein Anlass, mit einem Bus oder Taxi zu fahren oder zu einem Weinbusch zu laufen.
Wie kommt denn Carl Otto auf so komische Gedanken?
Ein bekannter Mensch mit dem Namen Günther hat auf die Frage, ob Geld glücklich macht, ironisch gesagt, er weine lieber im Taxi als im Bus. Vielleicht hat er sich deswegen auch noch ein Weingut gekauft. Aber bevor ich über sein Weingut sinniere, und mir die Frage stelle, warum Herrchen bei uns vor und hinter dem Haus einen Weinbusch gepflanzt hat, komme ich gedanklich lieber Bus und Taxi näher.
Wenn ein Mensch im Taxi leider weinen muss, dann hat er doch ein Leid. Das lässt sich im Bus viel besser und leichter teilen als im Taxi. Danach ist der weinende Mensch im doppelten Sinne erleichtert, aber Im Taxi hat man am Ende der Fahrt auch deutlich weniger Geld als im Bus. Der Taxifahre hat nach der Fahrt mehr Geld als der Busfahrer. Wer von den beiden ist denn jetzt glücklicher?
Ihr merkt, dass ich als junger Hund doch noch etwas überfordert bin, Glück, Geld und Leid in den richtigen Konsenz zu bringen.
Aber beim Leid verhält es sich wohl eher wie beim Geld, weil man auch nur noch die Hälfte hat. Das ist dann wohl eher positiv, weil man beim geteilten Leid scheinbar etwas gewonnen hat, weil man nur noch die Hälfte hat.
Für einen jungen Hund sind solche mathematisch-philosophischen Überlegungen nicht immer plausibel, aber ich werde weiter aufpassen.

Habt Ihr mal versucht, mit einem 500-Euroschein etwas zu kaufen?
Jeder freut sich über 500 Euro als Betrag, aber niemand möchte einen solchen Schein haben.
Tankstelle? Fehlanzeige!
Supermarkt? Nein Danke!
Als ob ein solcher Schein Unglück über seinen Besitzer bringt.
Autokauf? Kein Problem!
Bank? Bitte zahlen Sie ein! (da ist es nun)
(Ob diese Annahmestellen dann letztendlich glücklich sind?)/
Aber ein junger Hund muss ja noch nicht alles verstehen.
So konnte ich aber mal miterleben, wie aus unserem grünen Bus Geld wurde. Der Bus war mir aber lieber als diese geruchlosen bedruckten Papiere, da ich mit dem Bus den Geruch meiner neuen Heimat verbinde, der mich zusammen mit Alma bei Holger abgeholt hat. Ein Jahr ist es ziemlich genau her, und ich werde doch etwas sentimental, wenn ich hier lese, was ich schon alles erlebt habe.
Sentimental und schwermütig werde ich allerdings, wenn ich überlege, was mir nun bevorsteht.

Als junger Hund bin ich ja noch auf der Suche nach Sinn und Besinnung und versuche die Welt der Menschen mit meinem Hundeverstand zu verstehen.

Sprach ich vorhin von Leid?
Meine K-Frage scheint nun endgültig besiegelt zu sein, denn mein Schein-Herrchen Benni hat gestern einen telefonischen Termin gemacht.
Am 8. Dezember um 10 Uhr ist die Hinrichtung meiner Männlichkeit terminiert. „Da werden bei Otto die Os entfernt“, solche schmachvollen Witze muss ich mir hier anhören.
Ist es nicht die eigentliche Wesensbestimmung eines jeden Lebewesens, seine Gene neu zu vermischen und an die nächste Generation weiter zu geben?

Ihr Menschen legt ja scheinbar mehr Wert auf Funktion und Design, wenn man Euch beobachtet, wie Ihr Autos, Kleidung oder technische Geräte auswählt.
Bei der Hundewahl ist das scheinbar nicht anders. Hatte ich nicht mal Automarken und Hunderassen miteinander verglichen? Menschen möchten scheinbar repräsentieren und präsentieren. Wählt der Mensch den Hund nach einem Status aus? Ich fürchte ja.
Manche möchten aber auch nur einen Hund mit einer tragischen Vergangenheit und Geschichte. (Das habe ich ja auch schon mal erzählt)
Eigentlich ist das doch Unfug, denn was zählt, ist doch der individuelle Charakter. Wenn ich mal alle Labradore rund um den blauen Haufen mit mir vergleiche, sehe ich recht klar, dass Ihr da extrem oberflächlich denkt und handelt. Aber da seid Ihr Menschen ja in guter Gesellschaft und könnt Euch gegenseitig bestärken.
„Ah, ein Labrador. Labradore sind ja …“
Bei Autos und Gegenständen mag eine Klassifizierung ja sinnvoll sein, aber bei Lebewesen?
Ist es nicht schon gefährlich, wenn Ihr Menschen im Hinblick auf Lebewesen einen Satz mit ALLE beginnt. Alle Deutschen, alle Araber, alle Juden …, da kann doch am Ende eigentlich nichts folgen, was einer kritischen Betrachtungsweise Stand hält?
Trotzdem strebt das menschliche Hirn zur Vereinfachung und zur Klassifizierung.
Alle kastrierten Hunde sind friedlicher und gehorchen besser.
Meine Freundin Aika hat in meinem Beisein schon eine Arztrechnung erzeugt, obwohl sie kastriert wurde und dass meine Schwester Alma besser gehorcht als ich, kann niemand ernsthaft behaupten. Ich würde bestenfalls für ein faires Unentschieden plädieren.
Gut, ich gebe zu, dass ich, wenn es lieblich duftete, bisher zwei Mal verduftet bin,
aber ist das nicht irgendwie menschlich?

Habe ich nicht schon mal die Frage gestellt, ob eine solche OP den Schreibstil eines bloggenden Hundes negativ beeinflusst? Wird die platonische Liebe das Einzige sein, was ich zu dem Thema Liebe beisteuern kann?
Ge(h‘)n meine Gene der Nachwelt verloren, und haben nur meine Worte (im Internet) den Anspruch auf Fortbestand?
Welch trübe Aussichten an einem trüben Novembertag…

Drückt mir die Pfoten und bleibt mir gewogen

Euer betrübter Carl Otto

Geld stinkt nicht?

Lizenz zum Gassi-Gehen; pecunia non olet!?

Wuff wuff,

„Pecunia non olet,“ (Geld stinkt nicht).

Das war eine Erkenntnis, die schon den alten Römern in den Sinn gekommen ist.
Es ist ein wahrhaft anrüchiges Thema, wo ich als Hunde-Philosoph in die Niederungen der Fäkalsprache abgleiten muss, um dem Thema gerecht zu werden.
Wie Ihr seht, habe ich die ‚römische Behauptung‘ mit meiner feinen Nase überprüft und stelle fest, dass an dieser Aussage etwas dran ist. Sollte dieses Geld durch Beschiss verdient worden sein, oder mit einem beschissenen Job, es riecht trotzdem nur nach bedrucktem Papier und unterschiedlichen Menschenfingern.
Herrchen wollte auf dem Foto scheinbar aus mir einen ‚Schein-Heiligen‘ machen ? Etwa, weil er jetzt nur noch mein ‚Schein-Herrchen‘ ist? Aber dazu später!

Als die alten Römer quasi mit ihrem Latein am Ende waren, wie sie den Bürgern Geld aus der Nase ziehen können, um ihren öffentlichen Bedarf an Steuern und Gebühren zu befriedigen, kam die eher anrüchige Idee auf, öffentliche Bedürfnisse zu besteuern, also im wahrsten Sinne aus Sch..ße Geld zu machen.
In Goslar gab es im Sommer das Musical ‚ Pinkelstadt‘, wo man einen ähnlichen Gedanken verfolgte, um die Not oder Notdurft der Menschen zu versilbern.

Die Städte und Kommunen machen es ja bei der Hundesteuer ähnlich, die früher wohl auch als ‚Hundekack-Steuer‘ bezeichnet wurde.
Damit man in Goslar über diesen Verdacht erhaben ist, hat man wohl jetzt hier die Extrasteuer für Kampfhundrassen eingeführt. Darüber habe ich ja vor ein paar Wochen schon mal meine Meinung gesagt.
Eigentlich finde ich es aber erstaunlich, dass das Steuerrecht bei Hunden bis auf diese Ausnahme noch so unkompliziert ist.
Irgendwie hätte man nun erwarten können, dass Kleintier-Hundebesitzer nach der Einführung der Kampfhundesteuer nach Gerechtigkeit rufen, weil ein Schäferhund deutlich größere Haufen macht als ein Rehpinscher. Man könnte ja auch nach der Beisskraft von Kiefermuskeln besteuern oder wie bei Autos von einem geringeren Schadstoffausstoß ausgehen. (aber das ist ja scheinbar der größte Beschiss!) Vielleicht helfen ja auch Hubraumbetrachtungen bei Hunden weiter, um der weltbekannten ‚deutschen Steuerkomplexität und Steuergerechtigkeit‘ näher zu kommen.
Die Hundesteuer gab es ja schon zu Zeiten, wo sich Frauchen und Herrchen noch nicht so intensiv um die Notdurft ihre vierbeinigen Fellnasen gekümmert haben. Damals war das Rasenmähen in städtischen Parks noch ein wahrhaft beschissener Job.
Man darf gespannt sein, welche feinen Abstufungen den Politikern und städtischen Beamten noch einfallen, um einen Nachweis für ihre Daseinsberechtigung zu liefern.
Es gibt ja noch zahlreiche andere Haustiere. Was ist eigentlich mit Pferden, die kämen ja als Haustier oder gar als Fahrzeug in Betracht. Es gibt doch noch zahlreiche Möglichkeiten, den Menschen Geld aus der Nase zu ziehen
Mal sehen, wann Herr Schäuble mein Facebookfreund wird und meine fisikale Kreativität aktiv umsetzen möchte. Aber dann werde ich wohl noch ein Beamten-Hund.
Nun, auf Landesebene ist man in Niedersachsen den örtlichen Beamten einen großen Schritt voraus und hat sich eine Art ‚Hundeführerschein‘ einfallen lassen.
Ein Meilenstein der hiesigen Landespolitik, ein politisches Leuchtfeuer gegen die Schreckensmeldungen, die man im Zusammenhang mit Hundehaltung und Beissattacken lesen muss.
Man könnte es aber auch etwas boshaft als ‚Lizenz zum Gassi-Gehen‘ bezeichnen. Für diejenigen unter Euch, die es nicht glauben können: man muss in Niedersachsen nun als Hundehalter diesen Nachweis erbringen, sofern mann nicht nachweisen kann, in den letzten fünf Jahren mindestens zwei Jahre als Hundehalter tätig gewesen zu sein.
Herrchen hat sich verweigert, diesen ‚bürokratischen Akt‘ mit mir zu machen. Da nun eine behördliche Abschiebung für einen ‚politisch ambitionierten Hunde-Philosophen‘ (also mich) drohte, hatte es also Benni getroffen, der sich als Student für solche Prüfungen geeignet ansah. Doch siehe da, bei der theoretischen Prüfung ist er leider über eine Frage mit Scheinschwangerschaft gestolpert ( er sagte, er habe verkackt ), und er musste sein fehlendes Wissen mit 60 Euro bezahlen. (und fühlte sich im doppelten Sinne beschi…n)
Wem nütz das?
Derjenige, der das Geld kassiert hat, wird es mit den oben zitierten Römern halten, obwohl es Benni ziemlich gestunken hat, dort nochmals zum Test antreten zu müssen.
Inzwischen hat er den Schein, und für mich stellt sich nun scheinbar die Frage, ob Herrchen ab nun nur noch mein ‚Schein-Herrchen‘ ist oder Benni mit seinem ‚Hunde-Führerschein‘. Ist das ein Trend zum ‚Zweit-Herrchen‘?
Aber da geht noch was!
Hat in der Politik auch schon mal jemand weiter gedacht, als bis zum nächsten Hundehaufen?
In jeder Familie und in jedem Wolfsrudel herrscht Arbeitsteilung. Hunde können nicht immer nur mit Frauchen oder Herrchen Gassi gehen, sondern andere Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn übernehmen den Job.
Streng genommen brauchen doch diese Personen erst Recht eine Lizenz, weil sie viel weniger Routine mit Hunden haben. Bei unserer Familie wären auf die Art und Weise noch mal 500 Euro zu holen.
Liebe Kommune, liebe Landesregierung, der kleine Carl Otto eröffnet neue Geldquellen und erschließt neue gedankliche Dimensionen. Liebe Hundehalter: zieht Euch warm an!

Aber, eine ernsthafte Frage bleibt mir doch.
Warum lässt man nicht einfach die Besitzer von sogenannten Kampfhund-Rassen den Hunde-Führerschein machen?
Da würde man zwar weniger Geld verdienen, aber viele mögliche Probleme lösen. Jeder Hund, der sich nicht benehmen kann, muss mit seinem Herrchen zur Prüfung und darf auch nur mit geprüften Personen und/oder Maulkorb in die Öffentlichkeit.

Klingt irgendwie einfach und durchdacht und dauert eigentlich nur fünf Minuten.
Bestimmt ist es sinnvoll, wenn Menschen mit viel Erfahrung und Kompetenz ( wie Tierärzte und Politiker) überdenken, aber ich befürchte, dass dann am Ende wieder der oben genannte ‚Römische Grundsatz‘ die Oberhand gewinnt und nicht die Vernunft.

Es grüßt Euer ‚Schein-Heiliger‘

Carl Otto

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Hilfe, Alma kommt …

Wuff wuff,

schon damals in der Wurfkiste von Pollhagen war Alma eine kleine ‚Wuseltante‘, die den kleinen Carl Otto auf Trab hielt.
Immer wenn wir uns sehen, machen wir das, was menschliche Geschwister auch gerne tun: Wir spielen und ZANKEN.
Uns würde etwas fehlen, wenn wir dies nicht tun können.
In unserem ersten Lebensjahr wurde diese Art von Zusammenspiel eigentlich immer von Euch Menschen unterbrochen, in dem man die Gegenseite bat, das heimische Areal zu verlassen, oder einer von uns beiden wurde weggesperrt.
Wisst Ihr eigentlich, wie erniedrigend sich das anfühlt, wenn man im eigenen Reich weggesperrt wird? Na gut, ich gebe zu, dass im Aussichtsreich oft Alma in den Kerker musste.

Herrchen vertritt die Ansicht, dass man an dem Zustand zwischen Alma und mir doch etwas verbessern könnte, in dem man uns einfach mal länger zusammen sein lässt (er hat wohl ‚Geschwister-Alzheimer‘ oder wie kommt er auf diese Idee?!)
Er wollte dabei die Rolle des Dompteurs und Mediators einnehmen, in dem er sich um uns viel kümmern möchte.
Heute sollte (notgedrungen) dieser Tag sein, da Sophie und Maxi ihr Aussichtsreich mit einer schönen Aussicht auf Gran Canaria tauschen wollten. Da kein Freiwilliger in Aussicht war, Alma heute zu hüten, traf Herrchen und mich diese Aufgabe.
Erst für den Rest der Urlaubszeit gab es Freiwillige, die Alma eine Urlaubsbleibe geben wollen. Bei uns ist nämlich Aika die nächste Woche zu Gast und das klappt eigentlich immer prima.
Aika kann übrigens Türen öffnen, aber diese (ausbruchs-) Kunst habe ich mir heute nacht selbst beigebracht.
Benni hat es allerdings am frühen Morgen bereits entdeckt, weil ich dem Zeitungsboten morgens um 5 Uhr eine lautstarke Begrüßung geboten habe. Somit wurde meine nächtliche Freiheit um 5 Uhr beendet.
Leider wurden im Familienkreis schon heute Gegenmaßnahmen festgelegt, so dass der nächste Ausflug mit einer menschlichen Unaufmerksamkeit in Verbindung stehen muss. Ich bin jedoch guter Hoffnung zu weiteren Ausflügen und lasse mich durch solche theoretischen Beschlüsse nicht verunsichern.
Ich kenne doch meine Familie inzwischen recht gut.

Aber nun zum heutigen ‚Alma-Beziehungs-Experiment‘.
Um 6:30 Uhr wurde Alma einem verschlafenen Herrchen übergeben mit den Worten: “ um 9 Uhr wird Alma abgeholt!“ Während die Beiden eiligst das Haus verließen kam mit einem hämischen Grinsen der Ergänzungssatz: „aber erst heute Abend.
Das Stichwort übergeben ist übrigens ein passendes Wortspiel, da Alma noch während sich Herrchen die Frage stellte, ob Alma schon etwas zu fressen bekommen hatte, eine recht eindeutige Antwort in der Küche gab.
War das die geheimnisvolle Alma-Diät?
Leidet meine Schwester heimlich unter Bulimie?
Ich bin mir aber sicher, dass sie sich keine Pfote in den Hals gesteckt hat.
Wollte sie nonverbal zum Ausdruck bringen, wie sie es findet, mit ihrem Bruder 15 Stunden lang zusammen zu sein?
Das glaube ich nicht, denn wir haben doch unsere Wurfkiste 8 Wochen lang gemeinsam bewohnt. Dann tippe ich doch eher auf die Tatsache, dass Frauchen und Herrchen sie einfach verlassen haben.
Meinem Herrchen war diese Fragestellung recht egal, denn eine nicht unerhebliche Menge von Mageninhalt musste nun im Beisein von zwei tobenden Hunden möglichst elegant und sauber beseitigt werden.
Man sollte nicht glauben, dass ein solch eruptiver Moment bei Alma aufs Gemüt schlägt. Nein, sie wirkte eher wie entfesselt und befreit.
Als Herrchen die sorgsam gesammelten Mageninhaltsstoffe zur Mülltonne bringen wollte, bekam sein eher wohlwollendes Gemüt einen negativen Ausschlag, weil nämlich die Mülltonne mit ‚irgendwelchem Scheiß‘ ( das waren seine Gedanken und Worte) bis oben hin gefüllt war und Almas Hinterlassenschaft dort keine Bleibe finden konnte.

Nun kann man sich vorstellen, dass Herrchen an diesem Morgen sich nicht unbedingt als der glücklichste Mensch auf Erden ansah. Als er dann aber auch noch sah, wie Alma aus unserer Toilette trank, obwohl in meinem Trinknapf Wasser war, zweifelte er an der Erziehung in Bad Harzburg und hatte plötzlich eine Idee, wie man sich als Hund eine Magen-Darm-Infektion holen kann.
Ich muss Alma aber auch wenig in Schutz nehmen, denn Ihr könnt Euch vielleicht denken, wie Herrchen sein Entsorgungsproblem gelöst hatte.
Es roch wohl noch vertraut?!

Nach diesem etwas verunglückten Start versuchte Herrchen dann seine Hunde-pädagogischen Pläne mit uns umzusetzen und hat mit uns einen wirklich langen Spaziergang gemacht.
Das hat auch wirklich prima geklappt, bis wir dann die ersten Begegnungen mit Menschen hatten.
Alma hat einfach etwas besonderes, was speziell bei Begrüßungen mit Menschen zum Ausdruck kommt. (Den ‚Alma-Begrüßungs-Jump‘.). Aber als ‚Foxred-Labrador-Doppelpack‘ bekommt man von vielen Menschen einen Sympathie- oder Wohlwollens-Bonus.

Nach einem ausgedehnten Spaziergang hat Herrchen uns dann ein Gemeinsames Frühstück gegönnt, was aber auch zunächst mit Hunde-pädagogischen Vorübungen verbunden war.
Meine liebe Schwester ist geprägt von einer großen Ungeduld.
Bei mir gibt es das Fressen erst nach einem ‚Gehorsams-Programm‘, das schon fast zu einem Ritual geworden ist. ‚ Kein Fressen ohne Kommando‘ könnte der Leitsatz sein. Ich sehe es fast positiv, da ich das Gefühl habe, mir das Fressen redlich verdient zu haben. Manchmal werde ich dabei ungeduldig und reihe einfach die bisher dummsinnigsten Kommandos hintereinander, so dass mein Kommandeur meist lachend das Signal zum Fressen gibt.
Bei meiner Schwester Alma läuft das daheim wohl anders.
Sie hat Herrchens Regelwerk jedoch schnell begriffen, auch wenn sie einige Kommandos doch recht eigenartig interpretierte, hatte sie verstanden, dass es Fressen nur auf Kommando gibt.
Leider hat sie dieses zweite Frühstück auch ohne Kommando später wieder von sich gegeben. Nun könnte man aus dem Verhalten eine gewisse Abneigung gegenüber Herrchen interpretieren, aber ich würde mal eher auf ein klassisches ‚Magen-Darm-Problem‘ tippen, was mich später auch noch ereilte.
Während ich jedoch die Botanik im Garten mit meiner Magenintoleranz aufsuchte, hatte Alma noch mal Herrchens Haushalts-Künste getestet.
Neben diesen speziellen Problemen, hat Alma aber noch ein zusätzliches Hobby, was einer ambitionierten Hausfrau Sorgenfalten bereiten kann, aber bei Herrchen einen mittelschweren Blutsturz auslösen kann.
Egal, wie die Wetterlage ist, hat Alma die Neigung, bei uns im Garten ein Vollbad zu nehmen. Am Anfang des Jahres war dieses kleine Biotop die Heimat von Molchen, Kröten und Moder, der sich im Laufe der letzten Jahre gesammelt hatte.
Niemand störte sich bisher an diesem eher unbeachteten Biotop, das ohne jede Beachtung durch Mensch und Tier einfach nur existent war.
Bis eines Tages Alma dieses seichte Gewässer für sich entdeckte.
Das Ergebnis war im wahrsten Sinne atemberaubend, denn Alma hinterließ nach dem ersten Vollbad nicht nur sichtbare Spuren im Wohnzimmer und in der Küche, sondern roch auch recht eigentümlich, was aber weniger sie sondern mehr die Menschen störte. Gemeine Menschen wähnten sogar ein Brennen in den Augen in der Nähe von Alma. Auf jeden Fall war allen klar, dass Herrchen Abhilfe schaffen sollte. Als Herrchen sich an sein Werk machte, die Wasserqualität zu verbessern, hatten die Molche das Gewässer schon verlassen und auch die letzte Kröte zog es vor, sich freiwillig auf den Weg in ein Exil zu machen.
So konnte Herrchen sich darauf konzentrieren, den Moder zu beseitigen und die Wasserqualität zu verbessern.
Diese gute Tat wird von Alma inzwischen so interpretiert, dass sie sich quasi verpflichtet fühlt, bei uns im Garten ein Vollbad zu nehmen.
Diese Pflichtgefühl hat sie heute drei Mal gehabt.
Es ist ja wohl jedem klar, dass ein Hund im Oktober nicht so schnell trocknet und entsprechende feuchte Dokumente der Badetätigkeit ins Haus trägt.
Aber das war ja nicht mein Problem, sondern eher das von Herrchen.
Herrchens Problem bestand ja auch darin, dass die Heizungsbauer im Haus waren, die neben uns Hunden auch seine Aufmerksamkeit erforderten.
Kaum waren die weg, klingelte gleich der Schornsteinfeger, und während der Herrchens. Aufmerksamkeit beanspruchte, waren. wir plötzlich weg. Herrchen fand uns zwar ganz schnell und für mich brachte der Tag eine Wende, da ich zum ersten Mal den Duft der Liebe wahr nahm und Alma irgendwie vergaß.
Als Alma dann abends weg war, wurde es Zeit, ein Fazit zu ziehen.
Ich fand es ‚ganz schön‘ und Herrchen ‚ganz schön anstrengend‘.

Wuff wuff

Euer Carl Otto

PS: Gerade kommt ein Anruf: morgen um 7 Uhr wird Alma hier abgegeben und bleibt den ganzen Tag;. Das hätte Maxi doch so abgesprochen…
Herrchen?.. bleib doch hier ….weg ist er…

Wuff wuff,

„Mariechen, lass ma‘ riechen“, sagte Mariechen. Da ließ Mariechen Mariechen ma‘ riechen!…
… zum Thema Geruchssinn habe ich ja schon mal etwas sinnvoller mein Wissen und meine Erkenntnisse Euch verdeutlicht und dabei festgestellt, dass Ihr ‚Nasen-Technisch ‚eher Auslaufmodelle der Evolution seid und keinen Grund habt, über das Auslaufmodell Carl Otto zu lachen.
Trotzdem staune ich, wie unterschiedlich Menschen duften können und möchten. Besonders weibliche Wesen geben gerne große Geldbeträge dafür aus, um in kleinen Fläschchen verschieden Düfte zu erwerben.
Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie viele Fläschchen, Tiegel und Tuben sich ansammeln, wenn man mit drei weiblichen Wesen unter einem Dach wohnt.
Da fragt man sich als kleiner Hund: wo für benötigt man soooo viele unterschiedlich Düfte?
Carl Otto testet Düfte und Verduften

Aber eigentlich wollte ich ja hier von den eigenen Erfahrungen schreiben, obwohl diese dominanten menschlichen Parfums durchaus zu meinen Erfahrungen zählen.

Ich bin ja nun ein Jahr alt und somit ein Jungspund oder gar ein Heißsporn. Manche Menschen sprechen auch von einem ‚Spring-ins-Feld‘, ohne dass ich die leiseste Ahnung davon habe, was das wohl sein soll.
Carl Otto der Spring-ins_Feld
Ich frage mich dabei gerade, wie man bei Alma diese Lebensphase bezeichnen würde?

Mit zunehmendem Alter interessiert man sich plötzlich für ganz andere Dinge, denen man vorher nur am Rande Beachtung geschenkt hat.
Dazu zählen bei mir zum Beispiel neue Düfte, aber auch das Verduften, eine Begrifflichkeit, die dafür steht, sich möglichst umbemerkt aus seinem gewohnten Umfeld zu entfernen und in der Entfernung möglichst zahlreichen Eigenmächtigkeiten nachzugehen.
Es ist dabei naheliegend, das die Angehörigen des Verdufteten das nicht unbedingt dufte finden.
Bei den Menschen ist der Satz: “ Schatz, ich geh‘ mal eben Zigaretten holen…“ der Klassiker, wenn Männer verduften wollen. Nichtraucher erfinden ein entsprechendes Teil, um diesen Klassiker für sich zu nutzen.
Wir Hunde verzichten auf verbale Erklärungen, wenn es nach Freiheit, Liebe oder Abenteuer duftet und verduften still, heimlich aber unglaublich schnell, um möglichst außer Hörweite zu sein. Menschen müssen im Zustand des Verduftens ihr geliebtes Handy ausschalten oder ignorieren.
Im Zustand des Verduftens ist die Hörfähigkeit bei Menschen und Hunden erwiesenermaßen eingeschränkt.
Keine Rehe in der Nähe
Nach so viel Theorie nun mal konkrete Beispiele über Düfte und Verduften:
Bei uns hinter dem Haus steht in den Abendstunden Wild auf der Bergwiese und geniest äsend scheinbar den Ausblick auf die Stadt.
Bisher hatte ich mich damit abgefunden, dass Hirschlosung zu meinen Nahrungsergänzungsmitteln zählte. Die Erzeuger dieser Nahrungsform waren für mich jedoch eher abstrakte Wesen.
Das hat sich nun neulich geändert, seit ich mit Herrchen im Sommer einen Besuch in Bad Harzburg gemacht habe. Die besuchte Dame hatte einen schönen Garten direkt am Wildgehege. Ein stabiler hoher Zaun trennte die Rehe und Carl Otto voneinander, so dass Herrchen keine Berührungsängste hegte. (dieser Satz steht nicht in einem Zusammenhang mit der Dame!)
Die Rehe schauten auch sicher und zufrieden, wohl wissend oder eher glaubend, dass dieser Zaun zu ihrem Schutz errichtet wurde und nicht nur, damit sie nicht verduften.
Also dufteten sie zufrieden vor sich hin, und Herrchen unterhielt sich angeregt und zufrieden in der untergehenden Abendsonne.
Während seine Nase nichts von dem köstlichen Rehduft wahrnahm, erkannten seine Augen jedoch einen Seitenwechsel, den sein Hirn schnell als ’nicht korrekt‘ interpretierte. Ich konnte Herrchens verdutztes Gesicht nämlich von der anderen Seite des Wildgatters aus deutlich sehen, da ich zwischenzeitlich den Garten gegen das Gehege getauscht hatte (von wegen dicker Otto!).
Nicht nur Herrchen, sondern auch die Rehe hatten inzwischen realisiert, dass die Perspektiven zwischen sicher und unsicher zu ihren Ungunsten verschoben hatten und beschlossen, nun gemeinsam zu verduften, denn sie konnten ja nicht ahnen, dass ich lediglich an Düften interessiert war. Ich wollte aber auch nicht den Ruf als ‚lahmer Otto‘ haben, so dass wir das Wildgehege mehrmals im Kreis gemeinsam im Schnelldurchgang erkundet haben. Herrchen hatte inzwischen einen recht hektischen Gesichtsausdruck und seine Stimme überschlug sich förmlich, als er meinen Namen rief. Irgendwie schien ihm das alles wohl recht ernst (die alte Spaßbremse!) zu sein, und er stand an der Stelle, die ich als Fluchttunnel geschaffen hatte.
Es sollte ja schließlich ein harmonischer Abend bleiben, so dass ich brav zurück gekrochen bin. Als Lohn bekam ich allerdings Leinenzwang, was natürlich die allgemeine Frage aufwirft: „wie geht man mit einem reuigen Rückkehrer um? “
Meckert man, bestraft man ihn, oder gibt man seine Freude zur Wiederkehr zum Ausdruck?
Irgendwie ist alles nicht richtig, somit erscheint mir ‚eisiges Schweigen‘ und finsterer Blick der geeignete Weg.
Ich hatte so oder so meine Lektion gelernt. Reh riecht lecker und lässt sich prima jagen! Herrchen hätte ja gerne auf diese Lektion verzichtet, aber wer sich einen Jagdhund anschafft, muss mit dieser Leidenschaft irgendwann rechnen.Das gilt auch, wenn man sich einen Rüden anschafft, der noch all seine Kräfte besitzt. Denn wenn der ‚Duft der Liebe‘ eine männliche Hundenase betört, dann ist ein Verduften scheinbar vorprogrammiert. Obwohl,ich gestern mit Alma und Herrchen einen schönen Spaziergang gemacht habe, hatte ich auf einmal an Alma überhaupt kein Interesse mehr, denn ich wurde plötzlich von einem Duft betört, wie ich ihn vorher noch nicht bewusst wahr genommen hatte.
Herrchen hatte weder Leckerlies noch Leine bei sich, was er sehr schnell als fatalen Fehler einsah. Während Alma sich bereitwillig von Herrchen kommandieren lies, war ich nicht mehr ansprechbar oder zu stoppen.
Diesem Duft war ich verfallen, es war um mich geschehen, und ich sage Euch, kein Leckerli dieser Welt hätte mich zurück halten können, diesem Duft zu folgen. Ein Herrchen ohne Leine natürlich erst recht nicht.

Ist das eigentlich der Grund, warum bei Euch Menschen die Frauen so gerne ein Parfum nehmen? Die Natur hat Euch scheinbar benachteiligt.
Bleibt auch die Frage: Mit welchem Parfum lockt man den richtigen Mann?
Falsch gewählt hat man scheinbar, wenn der Mann sagt: “ Schatz, ich geh‘ mal eben …“

In diesem Sinne verdufte ich aus dieser Episode

Bleibt mir gewogen

Wuff wuff

Carl Otto

PS: Auf Facebook steht seit gestern schon etwas vom ‚liebestollen Carl Otto‘ am blauen Haufen‘

Carl Otto sabbert

Carl Otto, ein Auslaufmodell?!

Wuff wuff Ihr Lieben,

Ein tiefer Seufzer ging scheinbar durch die Leserschaft meines Blogs, als ich meine (vorläufigen) Abschlussgedanken formuliert hatte.
Das ist eigentlich schon im Sommer gewesen, so dass sich in meinem Hundekopf doch so einiges gesammelt hat, was ich Euch schreiben sollte, bevor ich es vergesse.
Erlebnisse, Gedanken, Einfälle, was halt mein kleines Hundegemüt so bewegt und mein Hundehirn verarbeiten muss.
Wahrscheinlich seufzt jetzt meine Familie wieder, weil man dort immer glaubt, sich in meinen Erzählungen wieder zu erkennen.

Daher hier mein wichtiger Satz: außer Alma, Herrchen und mir ist alles nur erfunden und entspringt meinem phantasievollen Hundehirn!
Ihr sagt dazu ‚Hirngespinste‘.

Was aber bitte ist ein Auslaufmodell?
Ist es ein Hund, der viel freien Auslauf benötigt?
Ist es ein inkontinenter Hund?
Nein, man bezeichnet als Auslaufmodelle die letzten Produkte einer Modellreihe.
Nehmen wir den C-Wurf der Labradore in Pollhagen, da waren Carl Heinz und ich quasi die Auslaufmodelle, wobei weniger die Reihenfolge der Produktion eine Rolle spielt, sondern auch der Verkaufszeitpunkt wichtig ist.
Unserem Züchter Holger sei Dank, dass er uns nicht wie im Schlussverkauf verramscht hat, sondern mein Kaufpreis genau so hoch war wie der von meiner Schwester Alma.
Das gibt einem Hund irgendwie einen guten Start ins Leben, zumindest, wenn man ein Denker wie ich ist. Carl Heinz habe ich ja nie wieder gesehen, so dass ich seine Einstellung nicht kenne.
Aber meine Schwester Alma rammelt mich, obwohl sie eigentlich alles hinter sich hat, was ihr Geschlecht ausmacht. Möchte sie mir damit etwa zeigen, dass ich ein Auslaufmodell bin?
Das glaube ich nicht, denn ich erkenne ja jetzt schon neidlos an, dass sie schneller laufen kann als ich.
Herrchen hat ja auch schon einen zweiten Makel an mir ausgemacht. Mir läuft einfach in bestimmten Situationen quasi das Wasser im Mund zusammen. Mein Maul ist aber anders als bei Alma geformt. Ich habe einfach deutlich mehr Haut im Gesicht. Irgendwie logisch, dass es auf dieser Welt eine Kraft gibt, die Ihr als Schwerkraft bezeichnet.
Wenn ich aufrecht stehe, dann wirkt diese Kraft nach unten, so dass die Teile von denen man zu viel hat, dem Trend der Schwerkraft folgen möchten. Ihr Menschen redet dann gerne bei Euch von Tränensäcken, Hängebäuchen und Hänget…,die Älteren Semester wissen, wo von ich hier schreibe.
Bei mir bildet sich im Bereich des Mauls, Ihr würdet von der hinteren Unterlippe sprechen auf beiden Seiten eine Aussparung. Eine Rinne wäre die Falsche Bezeichnung, den die hätte ja die Funktion, die überzähligen Flüssigkeiten in die gewünschte Richtung abzuleiten.
Bei mir ist in bestimmten Situationen genau das Gegenteil der Fall. Ich lebe in solchen Momenten buchstäblich im Überfluss.
Menschen die mich nicht so mögen, behaupten dann: „Carl Otto sabbert oder sabbelt“

Mir läuft das Wasser im Munde zusammen aber auch raus.
Mir läuft das Wasser im Munde zusammen aber auch raus.

Bei Euch Menschen verwendet man diese Begriffe doppeldeutig und sie könnten bestenfalls bedeuten, dass ein Mensch zu viel redet.
Bei einem Hund ist es eindeutig: Speichel tropft aus seinem Maul und dieses Phänomen ist bei Euch Menschen eher negativ besetzt.
Auch die Konsistenz trifft eher nicht Euer ästhetisches Gefühl, denn Ihr fühlt Euch an Klebstofftuben erinnert. Dieser Vergleich ist auch garnicht ganz so weit her geholt, denn Hundespeichel hat auf menschlichen Kleidungsstücken nicht unähnliche Fähigkeiten.
Es gibt ja den Satz bei Euch Menschen: „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“.
Dazu fällt mir zum Abschluss folgende Geschichte ein, die dazu passt wie ein Sabbelfaden zu Herrchens Hose.

Es ging mir vor einiger Zeit wirklich schlecht. Hundehusten ist etwas, womit man schleunigst zum Arzt gehen sollte. Selbst mein sparsames Herrchen war aufgrund der ungewöhnlichen Geräusche, die meinem Maul entwichen in echter Sorge und suchte den Tierarzt seines Vertrauens mit mir auf.
Der verordnete mir das, was Ärzte tun müssen, um ihre Praxis lukrativ betreiben zu können und gab meinem besorgten Herrchen den Gewinn bringenden Rat, nach fünf Tagen noch mal vorbei zu kommen.
Beim zweiten Besuch war Herrchen inzwischen wieder entspannter und machte lustige Anspielungen auf meinen temporären Speichelfluss. Ob der wohl eine Berechtigung für eine Reklamation oder Rückgabe beim Züchter sei? Ich sei doch noch innerhalb der Garantiezeit.
„Nö, das geht leider nicht“, meinte der Arzt, „Ihr Hund ist leider ein Auslaufmodell!“
Beide klopften sich vor Lachen auf die Schenkel.

So soll ich durch's Haus laufen?
So soll ich durch’s Haus laufen?

Was soll man da sagen?

Bleibt mir gewogen.

Wuff wuff

Carl Otto

(vorläufige) Abschluss-Gedanken

Wuff wuff,

wenn ich die Fotos von meiner ersten großen Reise betrachte und darüber nachdenke, dass Herrchen nun schon Druckerpatronen bei Euch ersetzen soll, weil ich so viele Seiten verfasst habe, komme ich doch zu dem Schluss, dass nun Schluss sein muss mit Post-von-Carl-Otto.

Nun habt Ihr mich ja alle mal direkt kennen gelernt und konntet Euch ein eigenes Bild von mir machen.
Natürlich werde ich nicht aufhören, die Welt der Hunde und Menschen zu vergleichen und zu hinterfragen.
Aber das ist dann schon ‚höhere Hunde-Philosophie‘.
Da tun sich wirklich interessante Aspekte auf, wenn man überlegt, dass Ihr Menschen ja vom Affen abstammt und wir Hunde vom Wolf.

  • Wie viel Affe steckt noch im Menschen und wie viel Wolf in uns Hunden?
  • Wie kommt es eigentlich, dass Ihr ‚Oberaffen‘ aus Wölfen uns Hunde gemacht habt?
  • Wo liegen die wesentlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Hund?
  • Da gibt es bestimmt noch viele spannende Fragen zu überlegen und eine Menge Punkte zu hinterfragen.
    Diese Fragestellungen suchen aber eher nach einer ernsthaften Antwort und werden vermutlich nicht so kurzweilig und erlebnisreich zu lesen sein wie Post-von-Carl-Otto.

    Heute wurde Herrchen am blauen Haufen von einem anderen Herrchen gefragt, ob er denn Vorträge an der TU halten würde.
    Diese Frage bezog sich sicherlich auf die Vergangenheit, aber Herrchen erinnerte sich nun daran, dass er genau das eigentlich in diesem Jahr vorhatte.
    Dann kam ich in sein Leben und die Post-von-Carl-Otto entstand.
    Herrchen sagt ja immer: „Machen ist besser als nicht machen, solange es niemanden schadet!“

    Also mache ich hier nun Schluss und hoffe, dass es keinem schadet.
    Danke, dass Ihr einige Episoden von Carl Otto gelesen habt, und ich hoffe, dass es Euch um die eingesetzte Zeit nicht leid tut.

    Bleibt mir gewogen

    Wuff wuff

    Euer Carl Otto

    PS: ich habe nun auch mal gesehen, wo eigentlich Erdbeeren wachsen.
    Meine ersten selbst gepflückten Erdbeeren
    Köstlich, und fast so gut wie auf Frauchens Erdbeertorte!

    Mitten im Rheinland

    Wuff wuff,

    meine erste lange Reise ins Rheinland ging gestern zu Ende, und ich möchte nun eine Nachlese veranstalten, damit auch ich später mal nachlesen kann, was ich für Gedanken hatte.
    Ihr könnt Euch vielleicht gar nicht so vorstellen, was jeden Tag an neuen Eindrücken auf einen kleinen jungen Hund einstürzen.
    Um es gleich richtig zu stellen, alles, was ich erleben durfte, war schön und interessant und somit wichtig, um ein großer Hund zu werden.
    Ob eine Handsignierung meines neuesten Buches zu den Erfahrungen zählt, die man machen sollte, wage ich eher zu bezweifeln, aber wenn man etwas nie gemacht hat, sollte man sich lieber ein Urteil verkneifen.

    Signierung Carl Otto DAS BUCH

    Ich habe es heute auch eher Herrchen zuliebe gemacht, der plötzlich die Idee hatte, dem ‚Werk‘ eine gewisse Einzigartigkeit zu verschaffen. Carlottas Sorge bestand ja schon darin, dass nun IHR BUCH nicht mehr einzigartig sei. Da kann sie eigentlich beruhigt sein, denn ihr Buch hat den wenigsten Text und die meisten Fehler und ist somit Carl Ottos Ur-Faust oder Ur-Pfote.
    In Köln habe ich mich gefreut, das meine Freundin Luna inzwischen in der Familie Otto zur ‚Prinzessin‘ geworden ist.

    Prinzessin Luna

    Ich habe für mich erkannt, das Bodenhaltung und Bodenständigkeit durchaus Tugenden sein können, die einem Hund einen gewissen Grad an Wertschätzung bereiten können. Man kann so die Rolle als echter Kerl im Wertbild der Menschen verkörpern.

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    Auf dem Bild seht Ihr mich mit einer Freundin des Hauses, die von Fell und Optik durchaus Alma ähnelt. Im Gegensatz zu Alma ist dieses arme Wesen jedoch mit schlechten Hüftgelenken auf die Welt gekommen, was die Beweglichkeit und die Bewegungsfreude doch einschränkt.
    Hat mich das gestört?
    Nein, weil wir Hunde die Gabe haben, unserer Gegenüber so zu nehmen, wie er ist.
    Daher haben wir auch keine Probleme, blinden oder hilflosen Menschen unsere Sinne als Hilfe anzubieten, oder einfach mit Menschen glücklich zu sein, die in Euerem Schubladendenken in der ‚Untersten dieser Art‘ stecken. Diese Menschen geben uns nämlich oft etwas anderes: Wertschätzung auf der Ebene von Gleichwertigkeit und Schätzung unserer besonderen Fähigkeiten. Das Geheimnis liegt aus meiner Sicht darin, den Anderen kennen lernen zu wollen und sich Zeit füreinander zu nehmen.
    Lässt sich daraus nicht auch etwas auf das menschliche Miteinander ableiten?

    Ich habe aber auch gemerkt, dass ich in Köln und Bonn scheinbar irgendwie etwas Besonderes bin, weil mir die erwachsenen Menschen recht viel Aufmerksamkeit geschenkt haben.
    Aber eigentlich möchte man als junger Hund einfach nur spielen und Spaß haben.
    Und da ist mein ‚Kölner Kumpel Emil‘ einfach der Hammer!
    Herrchen mag ja im Alltag das eine oder andere Problem mit ihm haben, aber für mich ist seine Gegenwart ‚Freude pur‘!
    Nahezu alles bei ihm kommt nach dem Motto “ unverhofft kommt oft“ und Gewohnheit ist bei ihm eher ungewöhnlich. Aber alles macht er irgendwie mit Power und Intensität.
    Der kann mich daher ganz schön müde machen, dieser Emil.
    Aber für mich gilt: „nach dem Emil ist vor dem Emil“, und Ihr glaubt gar nicht, wie gut der auf dem Trampolin springen kann. Aber er glaubte wohl auch nicht, dass ich es kann.
    Die haben übrigens bei sich im Garten einen coolen Swimmingpool. Zuerst wollte ich über den 3-er hinein rutschen, aber als kluger Hund sollte man sich ja auch Gedanken machen, wie man da wieder raus kommt. An diesem Punkt unterscheide ich mich vielleicht deutlich von Emil, was aber nichts daran ändert, dass er mein ‚Super-Kumpel‘ ist.
    Vernunft ist das Eine, und Spaß das Andere!
    „Yin und Yang“ würde ein Chinese sagen, „et hät noch emma jot gejange“ der Kölner!

    ein wenig trübe das Wasser

    Die Wasserqualität war noch ein wenig trübe, so dass auch die Tiefe dieses Gewässers von mir nur vermutet werden konnte. Stille Wasser sollen nach menschlicher Weisheit ja bekanntlich tief sein. Warum eigentlich?

    Meine nächste besondere Erfahrung war eine neue Begegnung mit Musik. Klar, bei uns wurde auch schon Weihnachten musiziert, aber das war schön schnell vorbei und man konnte sich zwanglos an anderen Dingen erfreuen.
    Nun aber habe ich in Bonn mein erstes Live-Konzert verfolgt, ‚Open-Air‘ und ‚unplugged ‚, wenn man mal davon absieht, dass da ein Klavier mit einem Stecker war.
    Otto von Bismark soll gesagt haben: „wenn ich Beethoven höre, werde ich tapfer“ und so habe ich beschlossen, in Beethovens Geburtsstadt es ihm gleich zu tun.
    Allerdings hatte ich auch keine Alternative, denn ich war von der Leine und der Musik gefesselt. Zudem ließ ich mir gemütlich die Abendsonne auf den Pelz scheinen. So konnte ich gemütlich über Musik im Allgemeinen nachdenken, während Sängerinnen und Flöten gegen den Lärm von Flugzeugen und Autos ihr Bestes gaben. Musik ist ja eigentlich wie ‚Sprache ohne Worte‘ und sie geht (wenn sie gut ist) direkt vom Ohr in Herz und Seele. Leider wurde die Musik immer wieder durch Ansagen und Applaus unterbrochen, so dass Herrchen neben meiner Seele auch mein leibliches Wohl im Auge hatte.
    Als Herrchen mir eine getrocknete Rinderblase als kleinen Pausen-Snack gab, um meine Laune hoch zu halten, wurden die Zuhörer in meinem Umfeld bei der neu einsetzenden Musik doch etwas nervös. Die rhythmischen Knackgeräusche aus meinem Maul waren wohl noch im falschen Takt. Da muss ich wohl doch noch mehr Taktgefühl lernen.
    Apropos Taktgefühl, haben Taktik und Takt miteinander zu tun? Während der erste Begriff doch eher strategische Bedeutung hat, bestimmt der zweite die Rhythmisierung der Töne. Meine Taktik bestand für die Folgetage, mich mehr von Kulturstätten fern zu halten und der Natur den Vorzug zu geben. Aus dem Grund zeigte ich auch kein Interesse, Beethovens Geburtshaus zu besichtigen und bin lieber mit Luna im Park und in einer Hundeschule gewesen. Wenn ich gewusst hätte, dass Herrchen das Beethovenhaus gegen einen Aquariumbesuch getauscht hat, wäre ich vielleicht doch mitgekommen, aber eigentlich macht es mir mehr Spaß, den Kopf lieber selbst unter Wasser zu halten.
    Am Sonntag-Nachmittag gab es dann noch die ‚kleine Otto-Show‘ in Bonn, wo ich einen Teil der Bonner Sippe kennen lernen durfte.
    Da werden wohl meine Schreiben recht intensiv und genau gelesen, denn man hatte eine Menge Leckerlies dabei, die etwa dem entspricht, was ich mir im Laufe einer Woche mühsam verdienen muss.
    Herrchen hat dann auch prompt das Abend(fr)essen ausfallen lassen und Frauchen hat heute meine gute Figur gelobt.

    Meine Oma auf zwei Beinen brauchte übrigens etwas Zeit, um zu verstehen, dass ich nicht reden kann sondern nur schreiben und lesen. Dafür haben wir uns aber gut verstanden.
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    Man bekommt ja schon fast ‚Star-Allüren‘ , wenn man von einem so großen Fankreis verabschiedet wird. (König Otto der II in seiner Sänfte)
    Am Ende meiner Erlebnisreise bin ich in Goslar aus dem Auto zur Haustür gestürmt und habe herzhaft gebellt, um dann ebenso herzhaft und stürmisch empfangen zu werden.
    War das eine Freude!

    Heute hat Benni seinen ‚Hunde-Computer‘ mit mir getestet. Irgendwie blöd und einfach, die Hebel zu bewegen, um an ein Leckerli zu kommen. Zum Glück hat er sein Klacker-Ding nicht dabei gehabt, denn eigentlich ist die Belohnung mit Leckerlies doch selbsterklärend.

    Nach der Reise ist bekanntlich vor der Reise, denn bald soll es mal mit dem Wohnmobil nach Schweden gehen. Alter Schwede…

    Wuff wuff

    Euer Carl Otto